Zeugnisse aus der Erweckung

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Aus dem Rundbrief der Mission KSB-RSA

Zeugnis von Ntombi

 

* Zufallsbild *Ein Gemeindeglied von KSB-Donnybrook nahm Kontakt mit  Pastor Joe Newlands auf und fragte ihn, ob er zusammen mit einigen anderen Gemeindegliedern nicht mit ihm zu seinen Tanten gehen könnte. Er möchte, dass Joe Newlands dort einen Gottesdienst  halten soll. Das war im Frühjahr 2007. Diese Frauen leben tief im Umzinkulu-Tal, in der Nähe von High Flats. Es waren fünf Schwestern, alle undefinedZauberinnen. Zwei von ihnen waren schon gestorben, eine zog in eine andere Gegend, die beiden anderen lebten zusammen im gleichen Haus.

Joe Newlands hielt den Gottesdienst in ihrem Haus. Danach kam eine dieser Zauberinnen (Ntombi) auf ihn zu und bat um ein Gespräch. Dabei öffnete sie ihr Herz, weil sie Frieden mit Gott suchte. Joe Newlands betete dann mit ihr. Ntombi erklärte später, dass sie nach dem Gebet sofortige Befreiung erfahren hätte, obwohl dies nicht der Fall gewesen war. * Zufallsbild *Nach seiner Rückkehr rief Joe Newlands andere Christen zusammen, um regelmäßig für Ntombi zu beten. Er hörte dann nichts mehr von ihr bis sie wieder Kontakt mit ihm aufnahm und erklärte, sie möchte an den Ostergottesdiensten 2008 auf der Mission Kwasizabantu teilnehmen. Ntombi kam dann zur Missionsstation. Als sie am Freitagabend zum Gottesdienst ins Auditorium kam, fiel sie plötzlich auf den Boden. All ihre undefinedFetische fielen ab und zerbrachen. Man brachte sie daraufhin ins Gebetsspital.  Ntombi erkannte, dass hier eine größere Macht am Werke war als die Macht der Finsternis. Dann gab sie all ihre Fetische den Seelsorgern, die mit ihr sprachen. Aber sie behielt ihren Schnupftabak. Dieser Tabak hat undefinedokkulte Bedeutung. Am nächsten Morgen zur Zeit der Morgenandacht im Gebetsspital wollte Ntombi ihren Tabak gebrauchen. Doch, als sie ihn herausnahm, wurde sie wieder niedergeworfen, dieses Mal von ihrem Bett in ein anderes. Daraufhin übergab sie auch den Tabak dem Seelsorger. Sie fuhr fort, ihr Leben zu bereinigen. Es wurde mit ihr gebetet, worauf sie von allen okkulten Bindungen vollständig frei wurde.* Zufallsbild *

 

Drei Wochen später lud sie Joe Newlands ein, in ihrem Haus zu predigen. Inzwischen hatte sie all ihre Zauberutensilien gesammelt, die sie ihm übergab, um auf der Mission verbrannt zu werden. Ihr Neffe war darüber sehr zornig, denn er meinte, die Ahnen würden die Familie verfluchen. Während der Predigt von Joe Newlands, versuchte der Neffe, den Gottesdienst zu stoppen, was ihm aber nicht gelang.

Zwischenruf:
Jeden Tag sollte man mit Bibellese und Gebet anfangen: Entweder wird die Sünde dich von der Bibel abhalten, oder die Bibel wird dich von der Sünde abhalten.
John Bunyan

Ntombi zeugte in dem Gottesdienst von dem großen Werk, das der Herr in ihrem Leben getan und ihr Befreiung von der okkulten Belastung geschenkt hatte. Ein völliger Sieg wurde errungen. Ntombi gibt weiterhin von diesem Wunder Gottes Zeugnis. Kürzlich fand sie noch einige Zauberfetische, die sie Joe Newlands zum Verbrennen übergab.

Ralph und der Tokolosh

Die Geschichte dieses Mannes ist ein beweiskräftiges Zeichen, wie Gottes wunderbares Walten sinnvoll und zielstrebig seinem gnädigen Planen dienen. Ich kenne Ralph erst seit drei Jahren und habe ihn in dieser Zeit sehr schätzen gelernt. * Zufallsbild *Er gab mir die Genehmigung, diesen Bericht zu veröffentlichen.
Auf Sizabantu hörte ich seine Geschichte, die durch Ereignisse in der zweiten Ehe seines Großvaters überschattet ist. Seine zweite Frau trieb undefinedZauberei. Sie befaßte sich aktiv praktizierend mit verschiedenen undefinedSchutzzaubern und Fruchtbarkeitskulten. Zum Beispiel vergrub sie in ihrem Hausgarten einen Drudenfuß zur Abwehr von Schädlingen und gegen Diebstähle. Der Fluch dieser Zauberei ging in den nächsten Generationen weiter. Die Ehe der Tochter, Ralphs Mutter, ging auseinander. Dadurch kam Ralph schon als kleiner Junge zum Großvater und war von der undefinedOkkultistin beeinflußt. Die Auswirkungen dieser Zauberin zeigen sich in einer Medialität Ralphs, die lange verborgen blieb.
Mit der Berufswahl hatte der Junge es reichlich schwer. Nach dem Abitur begann er ein Medizinstudium, das er nach zwei Semestern aufgab. Danach wechselte er um zur Jurisprudenz. Acht Semester hielt er den trockenen und doch mitunter interessanten Stoff durch, bis er dessen überdrüssig wurde. Um sein langes Studium finanziell durchzustehen, arbeitete er in den Ferien in verschiedenen Sparten als Hilfsarbeiter. Zuletzt verschlug es ihn in die Weltstadt Hamburg. Dort verdiente er als Hafenarbeiter sein Brot. Hier lernte er auch seine Frau kennen, die ihn zu einem festen Berufsziel ermunterte.
Manchmal oder gar oft ist es gut, wenn weiche oder wankelmütige Männer entschlossen handelnde Frauen als Gefährtin bekommen.
Im Matsapa-Flugplatz in Swaziland las ich einen humorvollen Spruch, der selbstbewußten Frauen wie Honig eingeht. Er lautet:
The best man for a job - is a woman
* Zufallsbild *Der geeignetste Mann für eine Tätigkeit - ist eine Frau.
In Ralphs Leben kam ein fester Kurs. Er absolvierte einige Seminare, bestand die erforderlichen Prüfungen und wurde schließlich an einer Realschule Lehrer für Biologie und Kunsterziehung. Auf diesem Gebiet liegt seine eigentliche Begabung.
Ralphs Ehe wurde mit drei Kindern gesegnet. Die Harmonie der jungen Familie wurde aber jäh unterbrochen. Die Frau starb infolge eines Unfalls und ließ den Mann mit drei kleinen Kindern zurück.
Nun zeigte es sich, daß Ralph kein unentschlossener Typ war. Er übernahm die Führung des Haushaltes, kochte und versorgte die Kinder, wusch alle Wäsche und hielt sie in Ordnung. Mit Urlaubsfahrten war es aus. Als uneigennütziger, sich selbst aufopfernder Vater gehörte seine ganze Freizeit den Kindern. Einige Stunden oder ein Tag mußte für seine Erholung genügen. Als die älteste Tochter heranwuchs, erkannte sie die treue Fürsorge und Selbstlosigkeit des Vaters und forderte ihn oft auf: »Geh einmal in Urlaub, aber weit weg, daß du nicht schon am Abend oder nächsten Tag wieder vor der Türe stehst.«

* Zufallsbild *So setzte er sich eines Tages in den Wagen und fuhr zwei Stunden weit zu einem Skigelände. Es war das Gebiet der Alexanderschanze am Kniebis im Schwarzwald. Damit begann seine undefinedTokolosh-Geschichte.
Bei der Abfahrt fuhr ihm eine Skifahrerin in den Weg. Beide stürzten. Das Mädchen fluchte und rief: »Daran ist der Tokolosh schuld.« Ralph hatte dieses Wort noch nie gehört, darum fragte er: »Wer oder was ist das?«
Das Mädchen erläuterte: »Ich bin von Südafrika und wohne in Port Elizabeth. Der Tokolosh ist ein kleines Wesen, etwa 50 oder 60 cm groß, und arbeitet nur mit entsprechend veranlagten Menschen zusammen. Die meisten Menschen, denen die mediale Fähigkeit fehlt, halten den Tokolosh nur für ein Fabelwesen, das es gar nicht gibt. Ein solcher Tokolosh ist mein Kontrollgeist. Im übrigen können Sie auch Kontakt mit ihm bekommen. Sie haben auch eine solche Veranlagung. Der Tokolosh kann auch Ihren Schutz übernehmen.«
Ralph hörte interessiert zu und fragte schließlich: »Wo kann ich mehr über den Tokolosh erfahren?« »Nur in Südafrika«, erwiderte das schwarzhaarige Mädchen.
Am Abend erzählte der Vater seinen Kindern von dieser merkwürdigen Begegnung. Die älteste Tochter war sofort begeistert und riet dem Vater: »Das wäre endlich der richtige Urlaub für dich. Du mußt einmal raus aus all dem Umtrieb hier. Wir werden eine Zeitlang auch ohne dich fertig.«
Der Südafrikaplan ging dem Lehrer nicht mehr aus dem Kopf. Ein besonderer Umstand war, daß er sich gerade eine Überseefahrt leisten konnte, weil er einem reichen Hausbesitzer ein Wandmosaikbild »Die letzten Posaunen« fertiggestellt und dafür einige tausend Mark erhalten hatte. Die Überlegungen reiften zur Tat. Er suchte ein Reisebüro auf und buchte einen Flug nach Johannesburg ohne Hotelunterkunft.
* Zufallsbild *Vor der Abreise traf er noch einmal die Schwarzhaarige, die übrigens ein männergeiles Frauenzimmer war. Sie rief ihm zu: »Der Tokolosh informierte mich, daß Sie schon Südafrika gebucht haben. Er könnte auch Ihr Kontrollgeist werden.« Ralph wies die Südafrikanerin ab. Sie hatte ihn in ihre Wohnung einladen wollen.
Es war die erste Flugreise Ralphs, die über Mannheim und Luxemburg nach Johannesburg ging. In der Maschine erlebte der einsame Mann eine Führung Gottes, ohne daß er das erkannt hatte. Neben ihm saß eine Frau, die ihm von Sizabantu erzählte. Es war Lore Schneider, deren Namen ich nennen darf. Sie gehört zu unserem Freundeskreis und ist eine treue Beterin.
Auf ihre Frage nach seinem Reiseziel antwortete er: »Mir ist es gleich, wo es in Südafrika hingeht. Ich suche nur einen Platz, wo ich zur Ruhe kommen kann.« Das war für Lore Schneider noch mehr ein Grund, ihn zu einem Besuch nach undefinedKwasizabantu einzuladen. In Johannesburg trennten sich ihre Wege. Ralph flog nach einem kurzen Aufenthalt weiter nach Kapstadt. Dort trieb er sich einige Zeit herum und war nach vier Tagen schon gelangweilt. Da fiel ihm ein, daß Frau Schneider von einer Missionsstation in der Nähe von Durban gesprochen hatte. So entschloß er sich, die Rundreise nach Durban fortzusetzen.
Dort stand er schließlich zigarettenrauchend und wußte nicht, wie es weitergehen sollte. Den Namen der Missionsstation hatte er vergessen. Mehrere Inder redeten ihn an. Er aber winkte ab. Da schaute ihn ein Mädchen von »Hertz rent a car« prüfend an und fragte: »Can I help you?« Kann ich Ihnen helfen? Er erklärte ihr: »Ich will zu einer Missionsstation in der Nähe von Durban, habe aber den Namen vergessen. Gerade in diesem Augenblick kam ihm die Erinnerung an den Namen. Die Dame der Autovermietung schaltete sofort: »Diesen Platz kenne ich. Ich war sogar mit den Stegen-Kindern in Wartburg auf der Schule. Warten Sie, ich rufe gleich an.« Aus Sizabantu kam sofort Bescheid: In zwei Stunden kommt ein Auto der Mission und holt den Besucher ab.
* Zufallsbild *Ralph qualmte einen Glimmstengel nach dem andern und hatte auch die Zigarette in der Hand, als das Missionsauto vorfuhr und ihn zum Einsteigen aufforderte. Der Zulu William, ein Mitarbeiter Erlos, betete, bevor sie anfuhren. Ralph war das ungemütlich und warf die Zigarette durch das Fenster. Dann holte er das Zigarettenpäckchen aus der Tasche, zerkrümelte alle Zigaretten und ließ sie aus dem Fenster fallen. Der Zulu hatte kein Wort über das Rauchen gesagt und es auch nicht im Gebet erwähnt. Es war der Geist des Herrn, der aus dem Gebet sprach. Der Kettenraucher Ralph hat seither nie mehr eine Zigarette angerührt und hat jetzt einen unüberwindlichen Ekel gegen das Rauchen.
William fuhr seinen Fahrgast zum Strand und sagte ihm: »Gehen Sie hier ein wenig spazieren. Ich habe noch etwas zu erledigen und hole Sie dann wieder ab.«
An einem Mittwochnachmittag kam der Lehrer auf der Missionsstation an. Niemand kannte ihn oder wußte um seine Geschichte. Erlo hatte mich gebeten, am Abend den Gottesdienst zu übernehmen, und die Zulus wünschten sich einen Vortrag über die Tätigkeit der undefinedDämonen und über den Schutz und die undefinedBefreiung. Die heidnischen Zulus stecken ja ohne Ausnahme im Dämonenkult. Ich entsprach den verschiedenen Bitten. In der anschließenden Diskussion wurde die Frage nach dem Tokolosh gestellt. Ralph wurde hellhörig, er war ja von Deutschland nach Südafrika aufgebrochen, um mit dem Tokolosh in Kontakt zu kommen.
In meiner Antwort wies ich auf die Kobolde und Feldgeister hin, die in Jesaja 13, 21, Jesaja 34, 14 und 1. Chronik 11, 15 erwähnt sind. Diese Wesen sind nicht Phantasieprodukte und Mythen, sondern reale dämonische Wesen. So wie es die Engelwelt Gottes gibt, so hat auch der Teufel sein dämonisches Heer. Den Modernisten ist diese Aussage ein Greuel. Ich will aber ein Wort Bezzels erwähnen: »Die Welt ist in dem Maße dämonisiert, als sie dem Intellekt entdämonisiert erscheint.«
* Zufallsbild *Der Tokoloshsucher taute auf Kwasizabantu und seiner urchristlichen Atmosphäre auf. Er saugte die Andachten in sich hinein. Am 6. 4. 1983 kam er dann zu mir in die Seelsorge und packte einiges aus. Was die schwarzhaarige undefinedSpiritistin erkannt hatte, daß er undefinedmedial sei, stimmte. Ralph berichtete, daß die undefinedWünschelrute bei einem Versuch bei ihm ausschlug. Das hängt mit der erwähnten Zauberei in der großväterlichen Generation zusammen.
Es gab dann auf Sizabantu in Ralphs Gegenwart ein unerfreuliches Intermezzo. Ein Anhänger des Extremisten R. B. startete vor ca. tausend Menschen einen wüsten Angriff. Ralph sagte hinterher: »Nun weiß ich, was richtig ist. Ein Christ verhält sich nicht in dieser Weise.« Bevor er Sizabantu verließ, gab er öffentlich Zeugnis über sein Erleben.
Wer diese Geschichte überblickt, merkt, wie in der Regie Gottes alle einzelnen Vorgänge sich harmonisch zusammenfügen. Es darf nicht übersehen werden, daß eine schwer belastete Spiritistin dazu diente, diesen Lehrer nach Südafrika zu bringen. Gott kann auch den Teufel und die Dämonen für seine Ziele einsetzen.
Bei allen einzelnen Etappen hat der Herr dem suchenden Lehrer Menschen in den Weg geschickt, die Wegweiser waren. Im Flugzeug Lore Schneider, in Durban die Angestellte der Autovermietung, William, bei dem das Rauchen gestoppt wurde, der Abendgottesdienst, bei dem einige Zulus nach dem Tokolosh fragten, die Verkündigung und zuletzt die seelsorgerliche Aussprache.
Wie ging es weiter? * Zufallsbild *Nach einigen Monaten fragte ich den Bruder: »Rauchst du seit Sizabantu nicht mehr?« Er verneinte und erzählte, daß seine alten Freunde ihn verlassen hätten, seit er den neuen Kurs eingeschlagen hat.
Die Erfahrung zeigt, daß Menschen, die durch die Zauberei der Vorfahren belastet sind, besonders schweren Anfechtungen ausgesetzt sind. So mußte er sich eines Tages in ärztliche Behandlung begeben. Es wurde im Krankenhaus ein Gehirntumor festgestellt. Ralph begann unter Anleitung der Arzte eine Fastenkur, die er 42 Tage - also volle sechs Wochen - durchführte. Das Pflegepersonal fragte ihn: »Sie müssen doch eine religiöse Einstellung haben, daß Sie das solange durchhalten. Bisher haben wir das noch nicht erlebt.« Der Tumor war nach sechs Wochen ausgehungert und hatte sich zurückgebildet.
Kaum war diese Schwierigkeit überwunden, kam schon eine neue Anfechtung. Es zeigten sich Lähmungserscheinungen. * Zufallsbild *Die Ärzte meinen, es sei ihm von einer Zecke ein Bazillus übertragen worden. Er ist zur Zeit dieser Berichterstattung damit in Behandlung. Ich bin dankbar, wenn man für Ralph betet.

Harald, der Antiterrorist

Dieses Buch redet von harten Felsen. Der 34jährige Harald ist der härteste von ihnen. Nur zwei Männer dieser Art sind mir begegnet: BZ 7, von dem in einem anderen Taschenbuch über undefinedSizabantu berichtet worden ist, und Harald. Insgesamt 27 Menschenleben hat dieser Kraftmensch und Antiterrorist auf dem Gewissen. Neun Menschen schnitt er bei einem raschen Überfall die Kehle durch, 18 Menschen hat er im Kampf getötet. Sein Leben ist ein Zeugnis dafür, daß Jesus die Starken zum Raube hat und Herzen verwandelt, die härter als Stein sind. * Zufallsbild *Das ist die Visitenkarte dieses Mannes, der nun schon ein Jahr auf Sizabantu lebt. Hören wir aber seine ganze »Laufbahn«.
Die Mutter war Ostdeutsche und kam 1939 nach Südafrika. Durch die Ereignisse der Nazizeit staute sich im Herzen der Eltern ein furchtbarer Haß gegen die Deutschen an. Da die Bewohner Deutschlands gewöhnlich zu einer der großen christlichen Konfessionen gehören, identifizierten die Eltern die Nazis mit den Christen. Eine andere Quelle des Hasses war die Verfolgung der undefinedFreimaurer durch Hitler. Der Vater Haralds war Freimaurer und gehörte zu einem undefinedokkulten Orden, der für seinen Christushaß bekannt geworden ist. Der Nationalität nach war er Schotte und vermutete, daß eines Tages die Hiltersoldaten vielleicht England überfluten könnten. So siedelte er sich mit seiner Frau 1939 in Afrika an.
Als extreme Atheisten erlaubten sie ihren Kindern nicht die Teilnahme an einem Religionsunterricht. Sie impften Harald und seiner Schwester ein, das Christentum sei etwas Minderwertiges und nur für die Schwachen geeignet.
Haralds Erziehung war extrem streng. Der autoritäre Vater fühlte sich als absoluter Herrscher und duldete keine Gefühlsäußerungen. Der Mutter war es nicht erlaubt, ihren kleinen Harald auf den Schoß oder in den Arm zu nehmen oder ihn zu streicheln. Darum kannte der heranwachsende Sohn keine Elternliebe. Der Vater prägte dem Sohn ein, ein Junge dürfe niemals weinen. So kam es, daß Harald seit dem 7. Lebensjahr keine Träne mehr vergoß.
In den Ferien kam Harald nach Hause, obwohl es ihn nie zum Elternhaus zog. An seinem 14. Geburtstag beschaffte ihm der Vater ein Mädchen zum Schlafen. Um ihn zu animieren, machte er ihn betrunken. Gleichzeitig erklärte er ihm, daß das alles zu einem Mann gehöre.
* Zufallsbild *Mit 17 Jahren war Harald als Raufbold und bester Straßenkämpfer bekannt. Boxen und Ringen wurde sein Metier. Damit verdiente er sich in Schaukämpfen sein Geld. Nach dem Abitur ging der junge Mann zur Armee. Ständig fühlte er in sich das Verlangen und den Drang, jemand zu töten. Er wollte das in sadistischer Weise einmal auskosten, einen Gegner verbluten zu lassen.
Die Armee steckte ihn in eine Spezialeinheit der Spionage. Er wurde ausgebildet, ohne Waffen Gegner im Nahkampf umzubringen. Schließlich wurde er zu einem Spezialtraining einer Sondereinheit ausgesucht.
Durch seine vielseitigen Sprachkenntnisse wurde er dann zu einer Elitetruppe ausgewählt. Harald spricht außer Englisch und Afrikaans fünf andere afrikanische Sprachen: Mateabeele, Sintabela, Shona, Makaranka und Far Nonth Soto. Außerdem versteht er fast 20 verschiedene Dialekte. Diese Elitetruppe war dafür bestimmt, Terroristen im Innern des Landes aufzuspüren.
Diese hart trainierten Einzelkämpfer wurden nur mit Hemd und Hose bekleidet - ohne Schuhe - und mit einem Messer bewaffnet in den Busch geschickt. Haut und Augen waren schwarz gefärbt, die Haare wurden abgeschnitten. Allein auf sich gestellt, ohne Kontakt mit Kameraden des gleichen Auftrages, mußte jeder einzelne seinen Auftrag erledigen. Die Nahrung bestand aus dem, was die Natur bot: Wurzeln, Baumrinde, Käfer, Würmer, Fettmaden aus Baustümpfen und Samen von den Büschen.
Die Hauptaufgabe bestand darin, Lager der Guerillagruppen und ihre Kommandanten aufzuspüren. Die betreffenden Anführer der Terroristen sollten jeweils liquidiert werden. Die Angreifer konnten die betreffenden Opfer anhand früher gesehener Fotos erkennen. Sie wurden jeweils systematisch beobachtet und alle Bewegungen ausgekundschaftet. In einem günstigen Augenblick wurde dann der Mann überfallen. Man schnitt ihm die Kehle durch, und als Warnung wurde er kopfüber vor dem Lager aufhängt. Die Methode des Tötens war immer die gleiche. * Zufallsbild *Jeder Mann dieser Spezialeinheit trug bezeichnenderweise ein doppeltes C als Tätowierung auf seinem Arm. Das bedeutet: cut throuts Company = Halsabschneider-Kompanie. So hat auch Harald seine Opfer erledigt. Einige Male wurde er von den Überfallenen auf den Knien um Schonung gebeten. Doch Harald war bestimmt von einem unergründlichen Haß. Liebe und Erbarmen waren Fremdworte für ihn.

Nach einiger Zeit wurde Harald ausgewechselt und kam in eine Truppeneinheit, die Informationen über die einzelnen Guerillalager sammeln sollte. Diese Informationen waren nur innerhalb von 48 Stunden brauchbar, weil die Lager oft einen schnellen Standortwechsel vollzogen. Gewöhnlich wurden die Lager überfallen und von den Gefangenen die benötigten Informationen herausgepreßt. Durch den auferlegten Zeitdruck war dies nur unter furchtbaren Folterungen möglich. Ein Mann, der von Harald gefoltert wurde, verlor dabei sein Leben. Schließlich kam der Befehl, keine Gefangenen mehr zu machen, da die Gefangenenlager bereits überfüllt waren. Das hieß, daß nunmehr die Gefangenen erschossen werden mußten. Harald erschoß einmal fünf Gefangene hintereinander. Als er dann bei einem Einsatz durch eine Mine verletzt wurde, reichte er seine Entlassung ein. Er bekam zwei Medaillen als Auszeichnung für »seinen erfolgreichen« Einsatz gegen den Terrorismus.
Bei diesem von Greueltaten erfüllten Bericht zeigt es sich, daß Terror nicht durch Antiterror überwunden werden kann. Dieser teuflische Terror, ganz gleich unter welcher Flagge, kann keinem Land Frieden geben. Es gibt nur einen Friedensstifter: Jesus Christus, der sein Friedensreich in den Herzen seiner Jünger aufrichtet. Das sollte auch Harald noch erleben.
Nach dem Abschied aus der Armee reiste Harald nach Südafrika. Zunächst verdiente er sein Geld als Berufsringer und Catcher. Er versuchte sein Glück bei verschiedenen anderen Tätigkeiten, doch hielt er es nicht lange an einem Platz aus. * Zufallsbild *Alles, was sich ihm bot, nahm er an. Er arbeitete als Zuhälter und Spielmanager und verdiente allmählich viel Geld. Er konnte sich sechs Freundinnen leisten, zwei feudale Wagen fahren und eine vornehme Wohnung einrichten. Es fehlte an nichts, doch bei allem luxuriösen Lebensstil gähnte in ihm eine grenzenlose Leere. Ständig nahm er sich neue Frauen, die ihm gerade in den Weg kamen. Nach einem tollen Wochenende schickte er sie dann wieder weg.
Im Februar 1983 sollte die Meisterschaft der Catcher in Port Elizabeth ausgetragen werden. Der sieggewohnte Harald ging zuversichtlich in den Kampf mit der Überzeugung, daß er den Meistertitel gewinnen würde. Daß es anders kam, ist ihm bis heute ein Rätsel geblieben. Sein Gegner, der ihm körperlich unterlegen war, verpaßte ihm einen fürchterlichen Schlag, durch den Harald zu Boden ging. Er verlor den Kampf durch ein klares K. O., das erste Mal in seinem Leben. Das war der Auftakt zu einer Lebenswende.

Eine Woche nach diesem verlorenen Wettkampf erlitt Harald einen Herzanfall. Nach der Einlieferung in ein Krankenhaus folgte schon der nächste Anfall, der einen Herzstillstand verursachte. Er wurde sofort in die Intensivstation verlegt. Die Ärzte hatten wenig Hoffnung, den Patienten durchzubringen. Ein Zimmergenosse bekam regelmäßig von einem Pastor der Assembly of God Besuche. Harald hörte die Bibelworte mit, die dem Schwerkranken zugesprochen wurden. Der Betreute starb. Doch der Pastor kam immer wieder und sprach nun mit Harald.
* Zufallsbild *Nach einem dritten Herzanfall entschlossen sich die Ärzte, Harald mit einem Flugzeug ins Groote Schur Krankenhaus in Kapstadt zu bringen. Dieses Spital ist wegen seiner erfolgreichen Herzbehandlungen und Herztransplantationen berühmt geworden.
In Kapstadt erfolgte ein vierter Anfall, den Harald wieder überlebte. Die Ärzte informierten die Mutter über den bedrohlichen Zustand des Sohnes. Sie erschien einmal ganz kurz, und Harald war über ihre Gefühlskälte enttäuscht! Dagegen wunderte sich der Schwerkranke über die treuen Besuche eines Pfarrers, der ihn regelmäßig besuchte und ihm manchmal Blumen oder andere Aufmerksamkeiten schenkte. Bisher hatte der Pfarrer nichts über Jesus gesagt. Harald wunderte sich und fragte: »Warum überschütten Sie mich mit soviel Liebe? Ich bin Ihnen doch fremd.« Der Pfarrer antwortete: »Du hast nun die Liebe von einem Menschen erfahren. Nun will ich dir von der Liebe Gottes erzählen.« Der Pfarrer wußte nichts von der Vergangenheit Haralds. Eines Tages brachte er dem Kranken eine Bibel. Harald hatte noch nie dieses Buch gesehen. Er begann, darin zu lesen.

Durch die monatelange Krankenhausbehandlung war das gesamte Vermögen verbraucht. Haralds Freunde und Freundinnen hatten ihn inzwischen verlassen. Seine Wohnung und die Autos waren verkauft worden. Harald stand vor einem Nichts. Die Sozialfürsorge mußte jetzt für ihn einspringen.
Diese mißlichen äußeren Umstände trugen dazu bei, daß Harald für einen Neuanfang zubereitet wurde. Vor seiner Erkrankung hatte er alle Lebensgenüsse durchgekostet und doch keine letzte Befriedigung dabei gefunden. Es schien ihm, daß der Pfarrer, der ihn regelmäßig besuchte, den Schlüssel zu einer anderen Lebensführung besaß. Wenn dieser Jünger Jesu von der Liebe Gottes sprach, öffnete Harald weit sein Herz. Er dachte, ob das vielleicht der Weg sein könnte, den er einschlagen müsse, um zur Ruhe zu kommen.
* Zufallsbild *Harald zog Bilanz. Vor der Erkrankung konsumierte er im Durchschnitt 15 Flaschen Bier am Tag. Er war auch Mitglied des »Prince Edwards-Trinking-Club« - einem Säuferverein, dem auch sieben Pfarrer angehörten. Und nun stand bei der Botschaft des Pfarrers Jesus als reine, heilige Gestalt vor seinem geistigen Auge. Und dieser Reine sollte für ihn, den total Unreinen, gestorben sein. Harald wurde mit dieser Erkenntnis nicht fertig. Die kommende Nacht schlief er vor Aufregung nicht. Sein krankes Herz rebellierte. Dadurch verschlechterte sich sein Zustand. Die Ärzte fragten ihn besorgt, was diese schlimme Wendung verursacht habe. Harald antwortete:
»Organisch hat sich nichts verändert. Ich muß innerlich mit mir fertig werden. Lassen Sie mich bitte allein.«
Es war keine neue leibliche Herzkrise, sondern eine seelische Krise, in der sich Harald befand. Er rechnete unentwegt die Soll- und Habenseite zusammen und überdachte das Für und Wider einer Entscheidung für Jesus. Ginge er zurück in die Welt, so wäre das wiederum die Hölle. Ohne, daß jemand es ihm gesagt hätte, war sich der Kranke klar: Jetzt oder nie! Wenn er nicht auf der Stelle seinen Entschluß einer Lebensänderung fassen würde, so würde diese Situation nie mehr kommen. Als der Pfarrer kam, bat ihn Harald, mit ihm zu beten. Die Fürbitte brachte aber keine Erleichterung. Das blieb auch so, als der Pfarrer ihm den Rat gegeben hatte, er müsse im Glauben den Schritt wagen. Von einem Sündenbekenntnis sagte der Seelsorger nichts. Er gab aber einen guten Rat. Er verwies Harald an zwei Missionsstationen, eine im Westen Transvaals, die andere war undefinedKwasizabantu. Harald wählte die zweite, weil sie in der Nähe des Ozeans liegt. Von der Sozialunterstützung kaufte sich Harald eine Fahrkarte und bestieg den Zug nach Durban. Während der Fahrt kam ihm stets der Gedanke: das ist doch dummes Zeug, was ich da unternehme. Sicher würden die Menschen dort Charismatiker sein, Extremisten, von denen er schon gehört hatte. * Zufallsbild *Mit gemischten Gefühlen stieg er in Durban aus dem Zug. Da er eine Toilette aufsuchen mußte, stellte er seine zwei Koffer -seine gesamte Habe - vor der Tür ab. Als er herauskam, waren die Koffer verschwunden. Die Polizei konnte ihm nicht helfen. Nun kamen ihm Zweifel, und er sagte sich: »Ich glaubte doch, daß ich von Gott auf diese Reise geschickt worden war, und nun stehe ich mit nichts da. Wie reimt sich das alles zusammen?«
In der Tat besaß Harald nur noch das, was er auf dem Leibe trug. Völlig verzweifelt ging er zum Strand und setzte sich auf die Ufermauer. Plötzlich wehte ihm der Wind ein Blatt Papier vor die Füße. Er hob es auf und hielt ein Psalmwort aus der Bibel in den Händen. Mit Erstaunen las er: »Gott ist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben« (Ps. 46). In diesem Augenblick war es ihm, als ob Gott zu ihm gesprochen hätte. Tief beeindruckt saß er die ganze Nacht dort auf der Mauer. Am anderen Morgen konnte er per Anhalter mit einem Auto mitfahren. Der Fahrer brachte ihn sogar bis vor die Tür der Missionsstation.

Es dauerte einige Minuten, bis Harald den Mut fand, in die Rezeption zu gehen. Eine plötzliche Furcht hatte ihn befallen. Schließlich überwand er diese Anwandlung und trat ein. Ein Mitarbeiter Erlos hieß ihn herzlich willkommen. Harald war von diesem freundlichen Empfang so überrascht, daß er sich sogleich wohlfühlte. Man bot ihm auch sofort Hilfe an, wenn er etwas benötigen sollte und lud ihn gleich zum Essen ein. * Zufallsbild *Danach bekam er ein Zimmer angewiesen. Harald staunte, als er auf dem Bett eine Bibel fand, die beim Psalm 46 aufgeschlagen war. Niemand hatte er von dem Zettelerlebnis am Strand erzählt. Das sind die kleinen und großen Herrlichkeiten, die oft durch die Regie Gottes passieren - nicht nur in Kwasizabantu.
Harald las diesen Psalm, und tiefbewegt fühlte er, daß er am richtigen Platz war. Durch seine Vorgeschichte war er so vorbereitet, daß er in drei Tagen schon von Gott überwältigt und besiegt wurde. Bisher war er von einem unüberwindlichen Haß gegen die Schwarzen beseelt. Auf Sizabantu begegneten ihm täglich hunderte von Schwarzen. Das löste in ihm einen Sturm aus. Er sagte sich: Wie kann ich andere hassen, wenn Gott mich so unendlich liebt? Dann kam der erste Gottesdienst in seinem Leben. Harald hatte Angst davor, daß ihn vielleicht andere Menschen zu irgend etwas zwingen würden. Wenn dies passierte, würde er keinen Augenblick zögern, sich dagegen zu wehren. Er würde sofort dreinschlagen. Sein alter Mensch regte sich bei dem Gedanken, daß die Gottesdienstbesucher die Arme hochreißen und Halleluja schreien würden. Auch eine langweilige Liturgie würde er nicht akzeptieren. Aber nichts dergleichen geschah.
* Zufallsbild *Während des Gottesdienstes bekam er die Überzeugung, daß es nur eine Möglichkeit gab, sein Leben vor Gott in Ordnung zu bringen, nämlich: all seine Sünden zu bekennen! Und das schien ihm das Härteste zu sein, was er sich vorstellen konnte. Die blutigen Greuel seiner Vergangenheit standen vor ihm. Er kämpfte den inneren Widerstand nieder und ging in die Seelsorge. Je mehr Sünden er bekannte, je mehr Schmutz er ausräumte, desto mehr Licht und Frieden bekam er. Erkenntnis und Bekenntnis unserer Sünde ist eine von der Bibel empfohlene geistliche Therapie.
Harald hatte unter der Verkündigung Erlos seine Sünden wie einen riesigen Müllhaufen vor sich gesehen. Bei diesen Botschaften auf Sizabantu konnte er all den Dreck seines bisherigen Lebens sehen. Nunmehr war eine große Sündenerkenntnis über ihn gekommen. Er, der soviel Menschenleben auf dem Gewissen hatte, meinte, es gäbe keinen furchtbareren Menschen, als er es war. Das Wunderbare ist, daß dieser ehemalige Antiterrorist die volle Vergebung für seine vielen Verbrechen fassen konnte. * Zufallsbild *Auf Sizabantu löste sich auch seine versteinerte Seele, und ein Tränenstrom brach während der Beichte aus seinen Augen.
Obwohl Harald noch jung ist, läßt er nun Gott über sein Leben bestimmen und richtet sich nach der Bibel. Früher in seinem blutigen Handwerk hatte er große Angst, einen Fehler zu begehen. Es hätte seinen Tod bedeuten können. Jetzt hat er größere Angst, nämlich das zu verlieren, was er gefunden hat: seine Erlösung. Harald hat nur den einen Wunsch, daß Gottes Geist in seinem Leben so wirken kann wie im Leben der Mitarbeiter auf Kwa Sizabantu.

In den Klauen eines Verbrechers

Angel Khanyle stammt aus einem christlichen Haus. Ihr Vater war Prediger und Evangelist einer Pfingstgemeinde. Von klein auf nahm sie an den Gottesdiensten der Gemeinde teil. Die christlichen Geschichten waren ihr vertraut. Oft ist aber der Einfluß der Schule und der Kameradschaft stärker als das Elternhaus. Sie wurde in der Schule verführt. * Zufallsbild *Die Folgen blieben nicht aus. Mit 14 Jahren erwartete sie ihr erstes Kind. Für die Eltern und auch für sie selbst war das ein Schock. Sie schämte sich vor den Gemeindegliedern und ließ sich deshalb kaum noch in den Gottesdiensten sehen. Sie bereute ihr bisheriges Leben und versuchte in eigener Kraft, ein neues Leben zu beginnen.
Die guten Vorsätze hielten nicht lange. Als ihr Vater starb, hielt sie sich einen anderen Freund, von dem sie bald ein zweites Kind erwartete. Die Verwahrlosung nahm dann rasch zu. Sie fing an, unmäßig viel Alkohol zu konsumieren und Haschisch zu rauchen. Das Geld dazu beschaffte sie sich durch Prostitution. Die Männer, die zu ihr ins Haus kamen, waren Diebe, Mörder und andere Verbrecher. Einer dieser Männer wurde von der Polizei intensiv gesucht. Er wechselte deshalb oft seinen Wohnsitz. Bei einer solchen Umsiedlung in ein übles Viertel der Großstadt nahm er Angel als seine Freundin mit.
Damit begann für sie eine furchtbare Zeit. Sie wurde eingeschlossen, wenn er die Wohnung verließ. Es sollte ihr unmöglich gemacht werden zu fliehen oder die Polizei zu informieren. Oft war sie in ihrem »Gefängnis« ohne Nahrung. Einmal vergaß der Rohling, die Wohnung abzuschließen. Sie nahm die Chance wahr und floh. Auf der Straße fiel sie einem Mann durch ihr verstörtes Wesen auf. Er sprach sie an. Sie wurden einig. Der Mann nahm sie in sein Haus mit. Ein fröhlicher Abend wurde gestaltet mit Alkohol und Tanz. Einige Freunde des Wohnungsinhabers erschienen zu diesem Treiben. Darunter war der gefürchtete Rohling. * Zufallsbild *Er schleppte Angel nach Hause und prügelte sie unbarmherzig. Das Blut floß in Strömen. Sie bettelte um ihr Leben und bat ihn, sie doch zu ihrer Mutter zurückgehen zu lassen. Er antwortete: »Mit deinem zerschundenen und geschwollenen Gesicht kannst du nicht gehen. Warte, bis die Wunden geheilt sind.«
Einige Tage später gelang Angel die Flucht. Ein Auto nahm sie mit, und sie erreichte ihre Mutter. Zu dieser Zeit überfiel sie erneut ein Bewußtsein ihrer Schuld. Sie sehnte sich nach einem anderen Leben, war aber mit tausend Ketten gebunden. Um die Gewissensskrupel zu betäuben, trank sie mehr als zuvor. Wie eine junge Frau zu Geld kommen kann, wußte sie ja. An Männerbesuch fehlte es nicht. Aber auch in diesem Milieu kam sie nicht zur Ruhe. Eines Abends wurde sie von dem Liebhaber einer Freundin belästigt. Da packte sie ihr Bündel und eilte zum Haus ihres Onkels. Dabei leitete sie auch die ständige Angst, daß ihr ehemaliger Freund sie entdecken könnte. Ein häufiger Wohnungswechsel sollte das vereiteln.
* Zufallsbild *In dem neuen Schlupfwinkel war sie aber auch nicht sicher. Der ehemalige Freund hatte ihren neuen Aufenthaltsort ausfindig gemacht. Er versteckte sich in der Nähe des Hauses, um ihr aufzulauern. Er erwischte aber nicht die Tochter, sondern die Mutter, die abends zu ihrem Verwandten ging. Der Verbrecher fiel über die Mutter her und hieb ihr mit einem langen Buschmesser das linke Bein unter dem Knie ab. Die Schwerverletzte konnte sich noch bis zum Haus schleppen. Der Missetäter lief davon. Eine rasch herbeigerufene Ambulanz brachte die Frau zum Spital. Bluttransfusionen und die erforderlichen chirurgischen Maßnahmen retteten der Schwerverletzten das Leben.
Heino Stegen besuchte die Patientin im Spital, redete seelsorgerlich mit ihr und lud sie zum Gottesdienst in seinem Haus ein, wenn sie das Spital hinter sich habe. Als sie nach langer Behandlungszeit zurückkehrte, folgte sie der Einladung von Heino. Es dauerte unter der geistgewirkten Verkündigung nicht lange, bis die Invalidin sich bekehrte. Sie bat dann Heino, auch ihre Tochter aufzusuchen.
Inzwischen hatte Angel gemerkt, daß mit der Mutter etwas vor sich gegangen war. Sie trank nicht mehr. Auch bat sie ihre Tochter um Verzeihung für das schlechte Vorbild, das sie ihr gewesen war. Die Tochter war beeindruckt und wünschte auch eine Änderung in ihrem Leben. Sie hatte aber keine Kraft dazu. Während die Mutter Kwasizabantu aufsuchte, machte sich Heino auf den Weg, um Angel aufzusuchen. * Zufallsbild *Ein vierjähriges Kind öffnete die Tür und führte den Besucher zu der Mutter, die im Vollrausch am Boden lag. In diesem Zustand konnte Heino nicht mit ihr reden. Er lud sie nur zu den Gottesdiensten ein. Mehr durch den guten Einfluß der Mutter als durch die freundliche Einladung Heinos kam Angel zum Gottesdienst. Schon beim ersten Besuch war es der schwer gebundenen Frau klar, daß sie ihr Sündenleben aufzugeben hatte. Sie ging in die Seelsorge und beichtete alles, was ihr aufgedeckt worden war. Das Pauluswort aus 2. Korinther 5, 17 wurde hier wieder einmal Wirklichkeit: »Ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur. Das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden.«
* Zufallsbild *Nach ihrer Umkehr ging nun die Christin zu allen Menschen, mit denen sie gesündigt hatte. Sie gab ihnen Zeugnis von Jesus und bat sie um Verzeihung. Einige der ehemaligen Freunde antworteten ihr: »Wir möchten auch dieses neue Leben, kommen aber aus dem Sumpf nicht heraus. Vielleicht kommen wir eines Tages auch dazu. Danke dem weißen Mann, der dir den Weg gewiesen hat und bleibe dabei.«
Seit diesem großen Ereignis in ihrem Leben wohnt Angel mit der Mutter zusammen und versorgt sie. Beide haben sich in der Nachfolge Jesu bewährt.

Der Ahnenkult der Heiden

Dieser fünfzigjährige Zulu gab auf Sizabantu seine Geschichte. Heino Stegen, ein Bruder Erlos, war der Dolmetscher. Der schwarze Bruder verlangte, daß sein Zeugnis in dem Buch überschrieben wird: »Ich und mein Haus wollen dem Herrn dienen«.
* Zufallsbild *Der Bericht zeigt, wie ein hartgebundener Heide unter schweren Kämpfen ein Jünger Jesu geworden war.
Seine Eltern steckten im Ahnenkult, der sowohl bei den Zulus als auch in Ostasien nicht etwa nur ein Ausdruck der Pietät darstellt, sondern massiver undefinedSpiritismus ist. Den Verstorbenen wird geopfert, um sie günstig zu stimmen. Für die Geister wird Fleisch aufgehängt. Die Galle der Schlachttiere wird über die Füße der Familienangehörigen geträufelt. Sie glauben, daß die Geister nachts die Galle von den Füßen lecken. Dieser abergläubische Vorgang soll den Opfernden Glück bringen.
Der Ahnenkult ist mit einem Schlangenkult verknüpft. Das ist nicht nur das heidnische Brauchtum der Zulus, das findet sich genauso in anderen afrikanischen und asiatischen Ländern. Diese Heiden nehmen an, daß die Verstorbenen in der Gestalt der grünen Schlangen sie besuchen würden. In der Bibel, aber auch in der Mythologie der alten Völker werden Geister und undefinedDämonen mit Schlangen in Verbindung gebracht. Die Versuchungsgeschichte im Paradies in 1. Mose 3 ist der biblische reale Hintergrund dieser Schlangenvorstellungen.
Zum spiritistischen Ahnenkult kommen bei den Heiden die magischen Vorstellungen. Krankheit und Tod haben keine natürlichen Ursachen, sondern sollen durch schwarze undefinedMagie irgendeines Feindes verursacht sein. In den meisten Fällen werden dadurch unschuldige Menschen verdächtigt und verfolgt. Es darf aber nicht unerwähnt bleiben, daß es auch magische Ursachen von Krankheiten und bei der sogenannten Todesmagie auch tödliche Bedrohungen gibt.
Der ganze Tagesablauf eines Heiden ist überschattet von der Geisterfurcht. Ein Gewitter soll durch undefinedZauberer oder durch böse Geister verursacht sein. Als Schutz gegen Blitzschlag werden Hölzer rund um das Haus in den Boden gesteckt. Die Hölzer werden von einem Zauberer gekauft, der diese zuvor magisch besprochen hat. Ein Autounfall kann von irgendeinem neidischen Nachbarn magisch inszeniert sein. Deshalb werden kleine Geschenke von Nachbarn abgelehnt, weil diese dem Angreifer als Kontaktbrücke dienen können.
* Zufallsbild *Zum persönlichen Schutz werden wiederum vom Zauberer Pulver, aus Kräutern gefertigt, gekauft. Die Heiden ritzen sich dann mit dem Messer und reiben das Pulver in die Schnittwunden, damit sie vor jedem Unheil bewahrt bleiben sollen.
Mit seinem ausführlichen Bericht straft Arnos die Ethnologen Lügen, die äußern, man solle doch den »glücklichen« Heiden ihre Religion lassen und sie nicht mit dem artfremden Christentum belästigen.
Glückliches Dasein soll das sein, wenn die Heiden täglich auf ihren Schutz vor bösen Geistern und Mächten bedacht sein müssen? Arnos erklärte, nach alter Sitte wäre in seinem Elternhaus jeden Morgen ein Besen in Urin gestellt worden, um Hexen abzuweisen. Das Haus der verstorbenen Großmutter wurde als Anbetungsstätte für die Verstorbenen eingerichtet. An diesem Ort darf nicht laut gesprochen werden, um die anwesenden Geister nicht zu erzürnen. Es führt zu weit, wenn alles heidnische Brauchtum dargestellt werden soll, in dem Arnos aufgewachsen ist.

Trotz des strengen Vaters entwickelte sich der Sohn zu einem Dieb. Es entsprach der Zuluethik, daß es nur Sünde ist, wenn man die eigenen schwarzen Stammesgenossen bestiehlt. Weiße zu berauben, ist nach ihrem Gerechtigkeitsempfinden erlaubt. Ja, die jungen Zulus machen das Bestehlen der verhaßten Weißen zu einem Sport. So holte sich Arnos alles zusammen, was ihm unter die Finger kam: Zuckerrohr, Feldfrüchte, Hühner, Eier, Milch aus den Ställen, später kam Alkohol und Tabak dazu, den er sich aus den Geschäften der Weißen beschaffte. Der Alkohol führte zu seiner Versklavung. Haschisch kam dazu. Die Mädchen fehlten nicht. Wenn Arnos mit seiner seelischen Kraft am Ende war und er einen moralischen Katzenjammer bekam, betete er zu seinem verstorbenen Großvater.
Eines Tages begegnete er einem hübschen Mädchen, das ihn sehr interessierte. Es war die Tochter eines Zionisten. Um mit ihr Kontakt zu bekommen, besuchte er einige Gottesdienste der Zionisten. Diese religiöse Gruppe hat nichts zu tun mit den Zionisten Israels. Der
* Zufallsbild *Zionismus unter den Zulus ist eine Mischung aus Heidentum und Christentum. Zauberei wird mit biblischen Vorstellungen vermengt. Die Zionisten halten sich aber für die wahren Christen.
Als Arnos sich dem Mädchen näherte und die Eltern um die Hand der Tochter anhielt, wurde seine Taufe und Eintritt in ihre Kirche verlangt. Er nahm diese Bedingung an und ließ sich taufen. Hinterher sagte man ihm: »Nun bist du ein Christ.« Eine Lebenserneuerung war nicht eingetreten, immerhin meinte nun Arnos, er müsse das starke Trinken aufgeben. Mit einiger Willensanstrengung brachte er das auch fertig. Er zahlte den Schwiegereltern den üblichen Kaufpreis in Gestalt einiger Kühe. Damit war das Geschäft perfekt, und er nahm seine Frau mit in sein Heim. Um die junge Familie ernähren zu können, verlegte er sich auf den Handel von Alkohol und Haschisch. Der Umsatz dieser begehrten Ware stieg. Die Familie kam zu einem gewissen Wohlstand, so daß ein Auto und Möbel gekauft werden konnten.

Trotz des zweifelhaften Gelderwerbs schien nun äußerlich eine gewisse Ordnung im Leben des Mannes eingetreten zu sein. Da entstand neues Elend von Seiten der Frau. Sie hatte schon längere Zeit seit dem Handel mit Spirituosen selbst begonnen, Alkohol in großen Mengen zu konsumieren. Manchmal war sie abends betrunken. Damit setzte Streit und Unfrieden in der Familie ein. Eines Abends lag die Frau volltrunken auf dem Boden. Der Ehemann schlug wutentbrannt auf sie ein. Diese Szenen wiederholten sich. Schließlich blieb er von seiner Frau und den Kindern weg und suchte sich auswärts einen Arbeitsplatz. Eine Zuckerfabrik stellte ihn ein. Er verstand es, sich in das Vertrauen des Chefs einzuschleichen. Wenn er Kameraden ertappte, die kleine Dinge stahlen, meldete er es dem Boß. Er selbst aber stahl alles, was ihm begehrenswert erschien. Um sich vor dem
Erwischtwerden zu schützen, trug er Zaubermittel bei sich. Seine nächtlichen Raubzüge dehnte er auch auf die Geschäfte aus, um sich Alkohol, Rauschgift, Tabak oder Wertgegenstände zu beschaffen.
* Zufallsbild *Seine nicht geringen Nebeneinnahmen durch den Verkauf gestohlener Waren ermöglichten ihm ein flottes Leben. Er suchte jede Nacht eine andere Frau auf. Dabei spielte er noch den Moralapostel mit der Behauptung, die Bibel vertrete den Standpunkt, daß ein Mann mehrere Frauen haben dürfe. Als Beweis erwähnte er die Urväter und die ersten Könige Israels, die viele Frauen hatten. Polygamie ist übrigens die Anschauung der Zionisten. Wenn man den Zionistenprediger die Stelle 1. Timotheus 3, 2 entgegenhält: »Ein Bischof soll sein eines Weibes Mann«, dann antworten sie: »Ja, ein Bischof soll nur eine Frau haben, die anderen aber sind nicht daran gebunden.«
Arnos führte ein Luder- und Lasterleben. Einmal im Jahr ging er zu seiner Familie zurück und opferte den Ahnen ein Rind. Bei diesem einmaligen Besuch kam es wieder zu häßlichen Szenen. Der rabiate Ehemann schlug seine Frau so entsetzlich, daß er sie zu einem Arzt bringen mußte. Er bot dem Arzt 10 Rand mit der Bitte, er solle sagen, sie sei überfallen worden. Die Schwerverletzte wurde aber ins Spital gebracht. Arnos bekam es mit der Angst zu tun und kam zu dem schweren Entschluß, seinem Leben selbst ein Ende zu bereiten. Er übergoß sich mit einer brennbaren Flüssigkeit und wollte sich anzünden. Die Streichhölzer aber waren feucht und entzündeten sich nicht. Auch der zweite Selbstmordversuch scheiterte, wohl durch die Vorsehung Gottes, der mit diesem entwurzelten und belasteten Mann noch etwas vorhatte.
Der Krankenhausaufenthalt der verletzten Frau dauerte reichlich lange, ein Zeichen dafür, wie sie von ihrem Mann zugerichtet worden war. * Zufallsbild *Inzwischen hatte er sich eine Freundin zugelegt, die von ihm ein Kind erwartete. Die Versorgung der vier Kinder von der eigenen Frau war zeitraubend und mühevoll. Er konnte deshalb keiner bezahlten Arbeit nachgehen und wurde dabei völlig mittellos. Zu diesem Zeitpunkt kam die Frau aus dem Spital zurück. Sie war nach ihrer bisherigen Behandlung durch den Ehemann nicht mehr bereit, diese Ehe weiterzuführen. Sie lief davon und ließ die vier Kinder - das jüngste erst sechs Monate alt - ihrem Mann, der nun zusammen mit dem außerehelichen Kind fünf Sprößlinge zu versorgen hatte. Die Mutter des unehelichen Kindes zog dann zu ihm.

In der Gottesferne lebt es sich nicht gut. Seit der Krankenhauszeit der ersten Frau hatte Arnos keine Arbeitsstelle mehr. Von kleinen Stehlereien allein konnte er nicht leben und sieben Menschen ernähren. Zu dieser Zeit verlegte er sich auf den Diebstahl von Kunstdünger. Er meinte, er könne damit den Ertrag seines Feldes erhöhen. Gestohlenes Gut gedeiht aber nicht. Möglicherweise hatte er den Pflanzen zuviel Kunstdünger gegeben. * Zufallsbild *Sie gingen ihm alle ein. Die Hauptursache aber war, daß der Segen Gottes fehlte. Arnos wurde immer mißmutiger. Da er von Kind auf zum Jähzorn neigte, verschlimmerte sich diese charakterliche Veranlagung in der Zeit der Armut und des Elends. Oft ließ er seinen Zorn an den Kindern aus, die er wegen geringfügigen Dingen furchtbar schlug und mißhandelte, so wie er es mit seiner Frau getan hatte. Die Kinder und auch die Nachbarn fürchteten diesen Unmenschen.
Einmal kam Arnos auf den Gedanken, sein Auto, das schon fast schrottreif war, gegen Unfälle zu schützen. Er beschmierte es mit Galle eines Opfertieres. Aber genau an diesem Tag des Schutzzaubers hatte er eine Karambolage. Das war der Anfang der Schule Gottes.
Heino Stegen begegnete dem verzweifelten Mann und lud ihn ein, ihn zu besuchen. Arnos meinte, Heino habe einen Hintergedanken und war bei der Begegnung sehr gehemmt. Einen Tag später hörte der Zulu eine Stimme: »Gehe noch einmal zu Heino.« Zulus sind sehr abergläubisch, sowohl im Bösen wie im Guten. So folgte der Schwarze dieser Stimme. Alida, Heinos Frau, lud den Besucher ein, im Sessel Platz zu nehmen. Dann bewirtete sie ihn aufmerksam und gut. Arnos war von dieser Gastfreundschaft überwältigt. Es kam zu einem zentralen Gespräch über biblische Dinge. Dann wurde Arnos noch zum Abendessen eingeladen.
* Zufallsbild *In der folgenden Nacht erzählte Arnos seiner zweiten Frau alles, was er über Sizabantu gehört hatte. Damit war eine Neugierde geweckt, die segensreiche Folgen zeitigte. Arnos fuhr mit seiner Partnerin nach Sizabantu. Die Frau bekehrte sich schon beim ersten Besuch. Beiden wurde bei den Gottesdiensten auf dieser Missionsstation klar, daß sie ihre wilde Ehe nicht weiterführen konnten. Arnos besprach dieses Problem mit seinem Seelsorger. Heino riet ihm, klare Verhältnisse zu schaffen. Dieser Rat wurde befolgt. Die Ehe mit der ersten Frau, die ihm schon lange davongelaufen war, wurde geschieden. Er zahlte den Eltern der zweiten Frau den Kaufpreis und heiratete offiziell die Frau, mit der er zusammenlebte.
Damit war ein Anfang zu einem neuen Leben gemacht. Es waren aber noch viele Dinge zu bereinigen. Da Arnos Angst hatte, allein zu seinem ehemaligen Brotgeber zu gehen, brachte er alle gestohlenen Waren zu Heino, der seinen Wagen damit belud und zusammen mit Arnos zu dem Fabrikanten fuhr. Dort entschuldigte sich der ehemalige Dieb und bat um Vergebung. Der Fabrikbesitzer staunte nicht wenig, daß ein Schwarzer zu einem solchen Schritt fähig war und nahm die Entschuldigung an.
Die Bekehrung des Schwarzen war also nicht an einem Tag erfolgt. Es lagen schwere Starthindernisse vor, die aber mit der Hilfe des Herrn überwunden wurden.
* Zufallsbild *Die Sache mit dem gestohlenen Kunstdünger plagte Arnos. Seine Frau mahnte ihn, auch diesen zurückzugeben und den verbrauchten zu bezahlen. Er besprach es mit Heino, der bereit war, ihm das erforderliche Geld zu geben, weil Arnos keine Mittel dazu hatte. So wurde auch dieser Diebstahl in Ordnung gebracht.
Eine schwierige Hürde für seine geistliche Entwicklung waren seine vielen Pornohefte. Der Neubekehrte war in seiner Phantasie und Gedankenwelt so verseucht, daß er keine Frau mit reinen Gedanken ansehen konnte. Das war ein täglich wiederkehrendes Gebet: »Herr, gib mir eine reine Phantasie, reinige meine Augen und Gedanken.« Um auch hier alles zu tun, was ihm sein Gewissen auftrug, ging er zu allen, denen er die Pornohefte weitergegeben hatte. Ja, er ging sogar in die Geschäfte, wo er sie gekauft hatte, und machte dem Geschäftsführer deutlich, daß er mit dem Verkauf dieser Schmutzliteratur schwere Schuld auf sich geladen hätte.
Durch diese radikale Säuberungsaktion kam er geistlich Schritt für Schritt vorwärts. Er bekam das Gefühl, reine Augen erhalten zu haben und konnte wieder den Frauen frei ins Gesicht sehen. Seine Nachbarn merkten seine Veränderung und gewannen Vertrauen zu ihm. Bei Erkrankungen zog Arnos nun nicht mehr die Zauberer zu Rate, sondern rief einen Arzt. Seit er den Kunstdünger bezahlt hat, wachsen auch seine Pflanzen im Garten und auf dem Feld.

* Zufallsbild *Einen Bremsklotz seines geistlichen Lebens schleppte Arnos noch mit sich herum. Er konnte rasch jähzornig werden und »explodieren«. Hinterher tat es ihm leid, und er bat Jesus und seine Frau um Vergebung. Der Herr nahm ihn darin in eine besondere Schule. Durch Fleiß und Sparsamkeit hatte er sich jedes Jahr ein Stück Feld kaufen können. Er pflanzte Zuckerrohr an, das ihm ein kleines Einkommen sicherte. Was er früher in seinem unbekehrten Zustand praktizierte, bereitete ihm nun selbst Not. Nachts wurde ihm Zuckerrohr gestohlen. Er stellte daher ein Warnschild vor seinem Feld auf. Da die Diebstähle nicht aufhörten, bewaffnete er sich mit einem dicken Stock und wachte. Er erwischte dabei mehrmals Diebe, es waren Kinder, die er unbarmherzig schlug.
In dieser Zeit erlahmte sein Eifer, in die Gottesdienste von Heino zu gehen. Seine zornigen Reaktionen brachten ihre Frucht. Da legte ihn Gott auf ein Krankenlager. Mehrere Arzte wurden konsultiert, doch es wurde schlimmer, so daß er schließlich ins Spital eingeliefert wurde. Auch da schlug keine Behandlung an. Als zwei Zimmergenossen starben, bekam Arnos es mit der Angst zu tun und fragte sich, ob er der nächste sei.
In diesem Zustand erinnerte er sich an Sizabantu. Er sandte seine Frau zu Heino und ließ anfragen, ob er ihn nach Sizabantu bringen könnte. Nach der Zusage erbat er sich von dem Stationsarzt Urlaub, um eine dringende Besorgung machen zu können. Seine Frau und Heino holten ihn ab und brachten ihn zur Missionsstation.
* Zufallsbild *Unter der Verkündigung bemächtigte sich seiner eine starke Sündenerkenntnis. Arnos beichtete bei einem der Seelsorger und brachte vor allem seinen Jähzorn ans Licht. Mit der neuen Vergebung änderte sich auch sein Gesundheitszustand. Als er nach acht Tagen heimreiste, brauchte er nicht mehr ins Spital zurück. Als erstes ging er auf sein Feld und entfernte das Warnschild. Gott hatte ihm auf Sizabantu gesagt: »Bin ich nicht ein besserer Hüter als ein Warnschild?« Seit dieser Zeit wurde ihm nichts mehr gestohlen.
Von Zeit zu Zeit geht er nach Sizabantu zurück, um stets sein Leben in das Licht Gottes zu stellen. Arnos besitzt jetzt 10 Hektar Zuckerrohr. Das ist für einen Schwarzen ein respektables Eigentum. Seit vier Jahren folgen er und seine Frau treu Jesus nach.

Leben ohne Liebe

Leben ohne Liebe

William H. erzählte mir auf Sizabantu seine Geschichte. Erlo Stegen saß als Dolmetscher dabei. Dieser Bericht darf mit Genehmigung in meinem siebten Sizabantu-Buch veröffentlicht werden.

* Zufallsbild *Geboren ist dieser Zulu 1948 in Eshowe, einer Kleinstadt im Zululand, die ich schon mehrmals besucht habe. Hier ist auch der Sitz des Bischofs von Kwa Zulu, mit dem ich zusammen 1966 bei der Weltkonferenz für Evangelisation in Berlin Delegierter war. Er hat mich damals zu einem Besuch eingeladen, den ich später wahrnehmen konnte. Anton Engelbrecht, der Verfasser der beiden Bücher »Von der Herde weg« und »Wie ein Adler« verbringt hier seinen Lebensabend.

Zusammen mit fünf Geschwistern verbrachte William hier eine freudlose Kindheit. Die Eltern hatten viel Streit und trennten sich schließlich, als William sechs Jahre alt war. Die Kinder kamen danach in eine katholische Internatschule. Es waren zwei Jungen und vier Mädchen. Die katholischen Missionare machten die sechs Kinder zu Katholiken, ohne daß die Kinder eine Neigung dazu verspürten.

* Zufallsbild *In den Schulferien durften die Schüler, die ein Elternhaus hatten, in ihre Heimat zurückkehren. Die sechs Kinder blieben im Internat. Da William der Klassenbeste war, wurde er als Messbube ausgewählt, der dem Priester zur Hand ging. Das bedeutete, dass William täglich zur Kirche zu gehen hatte, was durchaus nicht in sein Konzept paßte. Um seiner Klugheit willen plante der Priester, den Jungen Theologie studieren zu lassen. William ging das »gegen den Strich«. Er wollte sich lieber einmal dem Jurastudium zuwenden.

Alle Pläne zum Studium wurden langsam zerschlagen, da William sich schlecht entwickelte. In den Unterrichtsstunden trieb er seine Lehrer fast zur Verzweiflung. Weil man nicht Herr über ihn wurde, schickte man ihn aus dem Unterricht weg und setzte ihn für Gartenarbeiten ein. Trotzdem wurde er bei den jährlichen Examina der Beste. Der junge Tunichtgut war nicht wenig stolz darauf, daß er es seinen Lehrern »zeigen konnte«.

* Zufallsbild *Es wurde immer schlimmer mit ihm, bis die Lehrer beschlossen, ihn ganz aus der Schule zu weisen, weil er mit seinen Streichen auch die anderen Schüler ansteckte. Der Priester, der schon die Formulare für ein Theologiestudium ausgefüllt hatte, mußte sie vernichten. Ein schöner Traum war damit diesem strebsamen Mann der Katholischen Kirche in nichts zerronnen. Ich will an dieser Stelle alles überspringen und sagen, daß William doch diesen Weg geführt wurde. Er ist heute evangelischer Prediger des Evangeliums. Bis dahin war es aber noch ein weiter Weg.

Ersatzliebe

Mit dem »Rausschmiß« aus der katholischen Missionsstation begann Williams Straßen- und Luderleben. Er suchte mit aller Macht nach einer Arbeitsstelle und fand keine. Da er irgendwo bleiben mußte, ging er zu Verwandten, die ihn vorübergehend aufnahmen. Sie bestanden aber darauf, daß er arbeitete und zu seinem Unterhalt etwas beisteuerte. William war nicht arbeitsscheu, und so gelang es ihm, sich »durchzuschlagen«.

* Zufallsbild *Mit dem ersten Geld in Händen begann eine neue Episode in seinem Leben. Die dauernde Armut seit seiner Kindheit hatte in ihm einen Komplex zurückgelassen. Er wollte etwas sein, Geltung haben, vor allem bei den Mädchen. Er kaufte sich feine Kleider und gab damit an. Er merkte, daß er damit bei den Mädchen »Eindruck schindete«. Das wurde ihm und den Mädchen zum Verhängnis. Er verführte viele Schulmädchen und war damit in großer Gefahr, weil die Verführung von Jugendlichen in Südafrika strenger bestraft wird als in dem laxen Europa und in Amerika.

Es blieb nicht bei dem sexuell verwilderten Leben. Andere Gebundenheiten und Süchte stellten sich ein: Alkohol, Rauchen, Rauschgift.

Er suchte damit einen Ersatz für die fehlende »Nestwärme«, die er in seiner Kindheit entbehren mußte. Unsere Psychologen und Pädagogen haben es uns lange genug eingepaukt, daß die fehlende Mutterliebe in den ersten Lebensjahren später furchtbare Auswirkungen haben kann. Die Armut und Freudlosigkeit seiner Jugend sollte durch einen Rauschzustand jeglicher Art überrundet und »ausgebügelt« werden.

Leben in der Angst

* Zufallsbild *Dieser Lebensstil schaffte große Gefahren nach innen und nach außen. Der überreichliche Alkoholgenuß produzierte Magengeschwüre. Das starke Rauchen - 60 Zigaretten am Tag - belastete die Lunge und den Geldbeutel. Die Ärzte, die er aufsuchen mußte, warnten ihn und versuchten ihn, von diesen Lastern abzubringen.

Das teure Rauschgift führte ihn vollends auf die schiefe Bahn. Er hatte sich durch Überfälle stets die notwendigen »Moneten« zu beschaffen. Das hieß, daß er sich bewaffnen mußte. Er trug eine Kette zum Zuschlagen, einen Schlagring und ein Messer.

Da man Rauschgift riechen kann, ging er stets der Polizei aus dem Weg. Wenn er sie kommen sah oder hörte, tauchte er im Gebüsch unter oder »verdrückte« sich in schmale Gassen.

Das Sprichwort sagt: »Der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht.« Da William trotz aller Warnungen nicht aufhörte, Schulmädchen zu verführen, war eines Tages das Maß voll. Die Mutter eines verführten Mädchens zeigte ihn an. Der Landlord, Eigentümer eines Häuserblocks, in dem William sein Zimmer hatte, hörte davon und beschloß, dem Missetäter einen saftigen Denkzettel zu geben. Er rief William in sein Zimmer, um ihn zu verhören und ihn anschließend der Polizei zu übergeben. Der Landlord war als rabiater Mann bekannt. William wußte das und steckte zu seiner Verteidigung einen Schlagring ein. * Zufallsbild *Seine Verwandten baten den Landlord, er möge die Sache der Polizei überlassen. Dieser brutale Mann hatte aber seine Freude daran, Mitmenschen zu quälen. Zunächst verhörte er William und fragte »Hast du dieses Mädchen verführt?« William leugnete, wurde aber dann dem Mädchen und seiner Mutter gegenübergestellt und überführt. Dann drängte ihn der rabiate Mann in die Garage, nahm eine Flasche und zerschlug sie auf dem Kopf des jungen Mannes. Er griff dann zur zweiten Flasche und tat das gleiche. William dachte: »Der bringt mich um.« Sein ganzes Gesicht war von den zerbrochenen Flaschen zerschnitten. Ehe der jähzornige Mann zur dritten Flasche greifen konnte, zog William den Schlagring aus der Tasche und schlug damit fünfmal zu. Der Landlord schrie blutüberströmt. William rannte weg. Der verletzte Landlord holte sein Jagdgewehr und fuhr William mit dem Wagen nach. Er schoß zweimal und traf den Flüchtenden in den Oberarm. William zeigte mir die Einschußstelle und den Austritt der Kugel.

Die Polizei, die inzwischen herbeigerufen worden war, nahm William fest. Der Landlord erstattete Anzeige wegen versuchten Totschlags. Er gab an, William hätte ihm mit dem Messer das Gesicht zerschnitten. Der zweite Anklagepunkt war die Verführung eines Schulmädchens. Der Richter sprach den Angeklagten vom ersten Anklagepunkt frei, weil durch Zeugenaussagen erhärtet wurde, daß der Landlord der Angreifer gewesen war. Für den zweiten Anklagepunkt erhielt William eine empfindliche Geldstrafe.

Kann Gott helfen?

* Zufallsbild *In Williams Leben ging es dem Tiefpunkt zu. Er war wieder einmal arbeitslos. In seinem Jammer konnte er nachts nicht schlafen. Er überlegte, ob er nicht freiwillig von dieser schrecklichen Bühne seines Lebens abtreten sollte. In dieser Zeit erinnerte er sich, daß er in der katholischen Mission beten gelernt hatte. Er wandte sich daher im Gebet an Gott. Da stand ihm aber sein eigentliches Leben vor Augen: Mädchen, Tanzen, Rauchen, Alkohol, Rauschgift. Er wußte, einen solchen Menschen kann Gott nicht erhören. Darum versuchte er mit allem zu brechen. Er hatte aber nicht die Kraft zu stoppen. Er betete aber trotzdem weiter und weinte über seinem verlorenen Leben.

Eines Nachts, als er wieder verzweifelt auf seinem Gesicht lag und betete, erlebte er einen Angriff der Finsternis. Er sah und spürte ein Ungeheuer, das ihn bedrängte. Er fragte sich, ob das der Geist des kürzlich verstorbenen Vaters sei. Er redete ihn an, erhielt aber keine Antwort. Dann betete er in seiner Angst ein Vaterunser. Er öffnete auch die Bibel, die ihm ein Freund gegeben hatte und las einige Psalmen. In diesem Augenblick hatte er sein erstes Gotteserlebnis. Er hörte eine Stimme, die sagte:

I have chosen you to be my servant
I have chosen a girl to be your wife
I give you a home


Ich habe dich erwählt, mein Diener zu sein
Ich habe dir ein Mädchen erwählt,das deine Frau sein wird
Ich gebe dir ein Heim.

 

William hatte Ende Januar 1976 diese Offenbarung Gottes. Mir kamen Bedenken, und darum fragte ich 1979 William: »War das wirklich von Gott, oder waren es nur deine eigenen Wünsche? Hat sich das alles erfüllt?« William gab zur Antwort: »Es muß von Gott gewesen sein; denn das Erste hat sich schon erfüllt. Ich verkündige heute das Evangelium. Ich bin Glied in der Mannschaft von Erlo Stegen. Darum bin ich sicher, daß sich auch die beiden anderen Verheissungen erfüllen werden.«

* Zufallsbild *Ich gab mich noch nicht zufrieden und fragte weiter: »Kennst du das Mädchen, um das es geht?« Er erwiderte: »Ja.« »Weiß das Mädchen, daß es deine Frau werden soll?« »Nein, ich sprach nicht mit ihr. Das überlasse ich dem Herrn. Er weiß die rechte Zeit. Der Vater des Mädchens ist gläubig, die Tochter noch nicht.«

Wer all die Ereignisse in Sizabantu kennt, wundert sich über nichts mehr. Es passieren hier die ungewöhnlichsten Dinge, die man sofort in Europa als Schwärmerei abtun würde. Ich rate aber dringend solchen Kritikern, doch einmal nach Sizabantu zu kommen und alles zu prüfen. Es ist schrecklich, daß Prediger, die nie auf Sizabantu waren, häßliche Urteile fällen. Andere Reichgottesarbeiter, die Sizabantu besuchten, haben ein anderes Urteil. So hat mir kürzlich Pfarrer Boeker geschrieben: »Ich fühle mich hier wie im Himmel.«

Nach diesem Berufungserlebnis sammelte William alle Utensilien seines Sündenlebens zusammen: die Waffen, Zigaretten, Alkoholflaschen und die gestohlenen Gegenstände und vernichtete alles. Er versprach Gott: »Herr, von heute an will ich dir leben.« Kurze Zeit später fand er auch Arbeit.

Nachfolge und Rückfall

* Zufallsbild *Nach dem Start ins neue Leben fand William Aufnahme bei Christen, die zur Pfingstgemeinde gehörten. Er fühlte sich bei ihnen aber nicht ganz wohl. Die Gottesdienste waren für ihn zu lärmend. Das Händeklatschen beim Singen, das Taktstampfen mit den Füßen, die vielen Zwischenrufe beim Beten, die kaum eine andächtige Konzentration zuließen, das Zungenreden und anderes störten ihn. Er hatte in der Gemeinde kein geistliches Wachstum. Wer aber im Glaubensleben nicht vorwärts geht, geht rückwärts. Dieser Abschnitt kann mißverstanden werden, als sollte den Gliedern der Pfingstgemeinden eines »ausgewischt« werden. Das ist nicht der Fall. Es gibt in allen christlichen Gruppen Extreme und biblisch Nüchterne. Es gibt auch in Pfingstgemeinden treue, bewährte, opferbereite Kinder Gottes, die ihre Kritiker weit in den Schatten stellen.

William fiel in das alte Leben zurück. Es wurde schlimmer mit ihm, als es zuvor war. Da er darüber auch seinen Arbeitsplatz verlor, verlegte er sich aufs Stehlen. Dieses Mal konnte ihn die Polizei rasch dingfest machen. Er kam vor Gericht und wurde zu drei Jahren und drei Monaten verurteilt. Der Richter setzte aber die Strafe zur Bewährung aus. William sah darin die gnädige Hand Gottes. Er hatte das Gefühl, als ob der Herr einen letzten Markstein und Mahnmal zur Besserung gesetzt hätte.

Durchbruch

* Zufallsbild *Die gnädige Durchhilfe vor dem Gericht war die zweite Etappe im Leben Williams. Er ging heim und warf alle Zigaretten weg. Er hatte das gleiche Gefühl wie damals, als er von einem Ungeheuer angegriffen wurde. In seiner Anfechtung suchte er Christen auf. Es war ihm klar, daß er allein nicht durchkommen würde. Der gläubige Christ, dessen Haus William aufsuchte, fragte nach seinem Begehr. Der angefochtene junge Mann war aber so bewegt, daß er nicht antworten konnte. Da betete dieser treue Familienvater ernstlich mit ihm. In dieser Stunde erlebte er seine zweite Befreiung. Große Lasten fielen von ihm ab. Seine von Sünden gepreßte und nun befreite Seele erlebte einen geistlichen Vulkanausbruch. Er weinte unablässig. Die Christen fragten ihn: »Was hast du? Warum kannst du dich nicht beruhigen?« William war aber nicht in der Lage zu antworten. Er konnte nur an Jesus denken. Zuletzt ließen ihn die Christen allein im Zimmer. Sie dachten, er hätte seinen Verstand verloren.

Nach einigen Stunden konnte er sich endlich beruhigen. Der Herr schenkte ihm eine Vision. Er sah eine Wiese und darauf ein Schaf. Eine Stimme sagte ihm: »Du bist das Schaf. Niemand kann dich aus meiner Hand reißen.« William hatte das Gefühl, als sei er schon im Himmel.

Göttliche Reinigung

Die dritte Station dieser Umkehr und Rettung war die Seelsorge auf Sizabantu. Ein Freund hatte William von dieser Segensstätte erzählt. 1977 bekam er Gelegenheit, dorthin zu kommen.

Unter der Verkündigung wurde ihm bewußt, daß sein Leben nicht in Ordnung war. Es wurde ihm vieles aufgedeckt, was er schon längst vergessen hatte. Zu dieser Zeit erkrankte sein rechtes Auge. Auch eine Hautkrankheit stellte sich ein. Ein Mitarbeiter Erlos, hatte William in der Seelsorge. Es ging bei ihm auf und ab. William kam über seinen alten Sünden nicht zur Ruhe. Sein Seelsorger riet ihm: »Wenn du die Vergebung im Glauben nicht fassen kannst, dann bekenne alles.« In Jakobus 5, 16 heißt es: »Bekenne einer dem anderen seine Sünden.« William hielt nichts von der Beichte. Er dachte dabei ein wenig an die katholische Beichtpraxis. Er antwortete dem Mitarbeiter: »Ich will beichten, wenn Gott mich heilt.« Als er überlegte, was er beichten sollte, fiel ihm nichts ein. So raffiniert ist der Teufel. Zuerst hielt er William alle seine Sünden vor, um ihn zu plagen. Als sein Opfer aber beichten wollte, nahm er ihm jede Erinnerung weg.

In seiner Not und Anfechtung schlug William die Bibel auf und stieß auf die zehn Gebote. Dann kam ihm auch die Stelle von den Früchten des Fleisches (Galater 5, 19) unter die Augen. Jetzt fielen ihm einige Sünden ein. Insgesamt beichtete er fünfmal und drang doch nicht zum Frieden durch. Er betete nachts: »Herr, ich habe alles gebeichtet« â€â€ so meinte er wenigstens â€â€ »und werde doch nicht geheilt. Woran liegt es?« Der Herr antwortete ihm durch Eingebung des Heiligen Geistes: »Du hast bisher pauschal deine Sünden genannt. Packe eines nach dem anderen aus. Bekenne alles, was und wie du es getan hast.« William entgegnete: »Herr, das ist unmöglich, wie kann ich einem Menschen all das offenbaren, was Schreckliches in meinem Sündenleben geschehen ist? Wenn du mich aber heilst, will ich nach deiner Anweisung handeln.« Wir wollen kurz dazwischenschalten: Wie geduldig ist der Herr, daß er sich von einem Sünder noch Bedingungen stellen läßt!

William fing dann an, alle Einzelheiten seines Sündenlebens schriftlich festzuhalten. Drei Wochen benötigte er dazu. Dann übergab er alles seinem Seelsorger. Jetzt war die Wand zwischen ihm und Gott entfernt, denn unsere Sünden trennen uns von Gott. Ihre Beseitigung bedeutet Leben und Frieden. William drang durch im Glauben. Der Heilige Geist festigte in ihm die Gewißheit des Heils und des ewigen Lebens. Seine beiden leiblichen Erkrankungen klangen ab. Er wurde ohne Arzt geheilt.

Der Herr aber hatte noch eine Lektion für ihn. Er sagte ihm: »Gehe hin und bringe deine Sache mit den Menschen in Ordnung, die du geschädigt hast.« William gehorchte. Er ging zum Landlord und bat um Verzeihung. Er gab Gestohlenes zurück. Er suchte den Richter auf und eröffnete ihm, was er außer den in seinen Anklagepunkten genannten Dingen noch getan hatte. Auch vor dem Staatsanwalt bekannte er seine Untaten. Der peinlichste Punkt war ihm, zu der Frau zu gehen, deren Tochter er einmal verführt hatte. Auch andere Frauen suchte er auf.

An dieser Stelle unterbrach ich Erlo, der bei dieser Aussprache zwischen William und mir dabei war. Ich fragte Erlo: »Ging William zu allen Müttern, deren Töchter er verführt hatte?« Erlo antwortete: »Nein, nur zu solchen, die es bereits wußten. Man kann ja nicht die Mädchen vor ihren Müttern bloßstellen.«

Das offene Bekenntnis von William brachte Frucht. Manche wurden an ihr eigenes Sündenleben erinnert und suchten danach den Herrn, um ihr Leben vor ihm zu ordnen. Wie schon berichtet, ist William seit 1978 Mitarbeiter von Erlo. Sein Leben und Dienst ist nun ein Zeugnis für andere. Er wartet noch auf die Erfüllung der zweiten und dritten persönlichen Verheißung, die ihm der Herr gegeben hat.

Das Wunderkind

Es gibt eine Art, über Wunder zu reden, die nicht dem nüchternen Geist der Bibel entspricht, sondern Ausdruck einer aufgepeitschten Psyche ist. Wenn hier in diesem Kapitel von einem Wunderkind geredet wird, so geschieht das deshalb, weil ein kleines Kind aus Johannesburg auf Sizabantu so genannt wird. Ich selbst kenne das Kind, seine Geschwister und die Eltern. * Zufallsbild *Ich habe sie in Johannesburg besucht und später noch einmal auf Sizabantu ausführlich die Geschichte des vierten Kindes gehört und notiert. Die Eltern gaben mir das Veröffentlichungsrecht.

Zeuge für den Bericht ist Erlo Stegen, der Seelsorger und Berater der Eltern Paul und Lucille Joubert.

Der Hintergrund des Geschehens ist schnell skizziert. Die Blutgruppen der Eltern passen nicht zusammen. Die Mutter ist Rhesus negativ (rh), der Vater Rhesus positiv (Rh). Die Rh-negativen Menschen bilden leicht Antikörper. Durch die Unverträglichkeit der Blutgruppen zwischen Mutter und Kind entsteht eine Hämolysekrankheit der Neugeborenen, der Morbus haemolyticus neonatorum. Es gibt drei Schweregrade dieser Krankheit: Anaemia neonatorum - Icterus gravis neonatorum - Hydrops universalis fetus. Diese Krankheiten hier zu besprechen, ist nicht Sinn des Berichtes. Als Therapie wird ein Blutaustausch beim Neugeborenen und seit einigen Jahren auch schon beim Fetus durchgeführt. Frau Lucille Joubert ist Rhesus negativ. Ihr erstes Kind starb, bevor es geboren war. Die folgenden drei Kinder sind alle entwicklungsgestört, obwohl bei allen ein Blutaustausch vorgenommen worden ist. Als sie wieder in Hoffnung war, erklärte der Arzt: »Sofort die Schwangerschaft unterbrechen!« Frau Joubert, die inzwischen Christin geworden war, antwortete: »Ich lasse nicht unterbrechen. Ich glaube an Gott. Er kann Wunder tun.«

* Zufallsbild *Der Hausarzt riet der Mutter: »Gehen Sie zur Universitätsklinik, und lassen Sie sich dort untersuchen.« Lucille tat es und kam zu einem Professor, der Christ ist. Dieser Gynäkologe erklärte nach der Untersuchung: »Wir müssen realistisch sein. Gehen Sie kein weiteres Risiko ein, lassen Sie unterbrechen.« Lucille war mit diesem Rat nicht zufrieden. Sie informierte zwei gläubige Ärzte und bat um ihre Meinung. Sie hielten die Unterbrechung ebenfalls für angezeigt. Die Mutter suchte nunmehr die Klinik auf, in der die Schwangerschaftsunterbrechungen gemacht werden und bat um Auskunft. Die Angestellte des Sozialamtes rief energisch aus: »Seid ihr denn verrückt? Der Fall ist doch ganz klar. Hier muß unterbrochen werden.«

Alle medizinischen Stellen standen gegen den Glauben der Mutter. Darum rief diese Erlo an und bat um Fürbitte. Die Mannschaft in Sizabantu übernahm dieses Gebetsanliegen in die Fürbitte. Die Mutter spürte in dieser Zeit besonders die Gegenwart Gottes in ihrem Alltagsleben. Verschiedene Bibelworte bestärkten sie in ihrer Haltung. Klagelieder 3, 24 ermutigten sie: »Der Herr ist mein Teil, darum will ich auf ihn hoffen.« Nahum 1, 7 verfolgte sie Tage und Wochen hindurch: »Der Herr kennt die, so auf ihn trauen.«

König David wurde ihr zum Seelsorger mit seinem Rat in Psalm 55, 23: »Wirf dein Anliegen auf den Herrn; der wird dich versorgen und wird den Gerechten nicht ewiglich in Unruhe lassen.« Zu einem besonderen Erlebnis wurde der bekümmerten Mutter die Begegnung mit einer gläubigen Frau im Gottesdienst. Dieses Gemeindeglied wußte nicht, was vor sich gegangen war. Die Christin erklärte ihr: »Ich fühle mich innerlich gedrungen, Sie auf Hebräer 10, 35-36 hinzuweisen. Den Grund für diesen Auftrag kenne ich nicht. Ich will ihn aber ausführen. Es heißt dort: »Werfet euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat. Geduld aber ist euch not, daß ihr den Willen Gottes tut und die Verheißung empfanget!« Lucille war damit fest entschlossen, im Glauben fortzufahren und gegen den Rat der Ärzte zu handeln.

* Zufallsbild *Eine solche Entscheidung kann mißverstanden werden. Wir sollen als Christen die medizinische Wissenschaft respektieren. Es gibt aber auch Fälle, wo Gott Gläubige einen besonderen Höhenweg des Glaubens führen will. So geschah es bei den Eltern des »Wunderkindes«.

Frau Joubert wurde der innere Auftrag zuteil: »Gehe und bezeuge den Ärzten, daß du Gott vertraust.« Sie war willig zu gehorchen. Bevor sie die Ärzte aufsuchte, wurde ihr das Wort Jesaja 46, 4 geschenkt: »Ich will euch tragen bis ins Alter. Ich will es tun. Ich will heben, tragen und erretten.« Die Ärzte waren über ihren Entschluß erschrocken. Einer gebrauchte sogar den Ausdruck »crazy« = sie ist verrückt. Der leitende Professor der Klinik für Schwangerschaftsunterbrechungen machte kurzen Prozeß: »Sie kommen morgen zur Unterbrechung. Ich habe die Befunde des Gynäkologen und des Genetikers und der beiden Hausärzte vorliegen. Da gibt es nichts mehr zu diskutieren.«

Am Abend schrie Frau Joubert zum Herrn. Sie empfand die Nähe des Herrn und fühlte seinen Frieden in ihrem Herzen. Dann hörte sie einen christlichen Sender. Der Prediger sagte in seiner Botschaft: »Wenn alle sagen, gehe den leichteren Weg, und Gott verlangt den schweren Weg, dann hat Gott recht. Die drei Männer im Feuerofen waren den schweren Weg gegangen und erlebten die Herrlichkeit Gottes.« Der Redner gebrauchte als Schlußwort: »Harre des Herrn! Sei getrost und unverzagt und harre des Herrn!« (Ps. 27, 14)

* Zufallsbild *Der nächste Tag brachte eine große Wende. Der Gynäkologe, der ihre drei Kinder zur Welt gebracht hatte, sagte zu ihr: »Das ganze Ärzte-Team hat Ihren Fall diskutiert. Wir sind bereit, Ihren Fall zurückzustellen, weil Sie als Mutter ein Wunder erwarten.« Dann fügte er einen erstaunlichen Satz hinzu: »Ich kann nicht mit Gott reden, aber wenn Sie das können, dann will ich nachgeben.«

Alle Schwierigkeiten waren noch nicht beendet. Nur der erste Termin war an diesem Tag hinausgeschoben worden.

Frau Joubert erfuhr erst später, warum der Genetiker (Erbforscher, Spezialist der Erblehre) mit der Zurückstellung der Schwangerschaftsunterbrechung einverstanden gewesen war. Dieser Fachmann war der Meinung, daß das Kind noch im Mutterleibe sterben würde. Er war aber doch erstaunt, daß beim nächsten Test der Antikörperchen die Zahl konstant geblieben war. Beim dritten Test gab es dann Alarm. Die Zahl der Antikörperchen war sehr gestiegen. Der Gynäkologe geriet darüber in Zweifel, ob seine Entscheidung zum Aufschub richtig gewesen war. Frau Joubert wurde angerufen, sie solle sofort zur Entbindung in die Klinik kommen. Sie fühlte aber, daß es noch zu früh sei. Sie war ja erst im achten Monat. Wieder rief sie Erlo an und bat um seinen Rat. Erlo antwortete ihr: »Gottes Zeit ist vollkommen.«

Bei den Ärzten gab es wieder ernsthafte Diskussionen. Der Anästhetiker machte seinem Unmut Luft und grollte: »Sind denn die alle verrückt? Da ist doch keine Hoffnung auf ein normales, gesundes Kind.« Der christliche Hausarzt, der bei der Geburt zugegen war, betete, bevor die Geburt eingeleitet wurde. Auch Dr. Shapiro, der das Serum gegen die Bildung der Antikörperchen entwickelt hatte, wurde zu Rate gezogen. Shapiro, dieser hochdekorierte Arzt, meinte, das Kind würde kaum leben können, es hätte zu viele Leukozyten.

* Zufallsbild *Das Kind kam zur Welt und wurde sofort in den Brutkasten gelegt. Am vierten Tag kam eine ernste Krisis. Eine schwere Lebererkrankung hatte sich eingestellt. Es handelte sich hier um den schon erwähnten Icterus gravis neonatorum. Im Gefolge dieser Verschlimmerung fing die Haut zu bluten an. Zuletzt kam aus allen Poren Blut. Man informierte die Eltern über den zu erwartenden Tod des Kindes. Für die Eltern, besonders für die Mutter, folgte eine Nacht des Gebetes. Der Herr tröstete sie, stärkte ihren Glauben und gab ihr neue Hoffnung.

Am anderen Morgen kam der Kinderarzt zu der Wöchnerin ins Zimmer und meldete eine erstaunliche Besserung. Das Kind sehe besser und klarer aus als die drei ersten Kinder. Der Gynäkologe, der schon einmal ein beachtliches Wort der Mutter gesagt hatte, ließ sich auch blicken und erklärte: »I do not understand this faithbusiness but something is true in it. I accept it.« = Ich verstehe nichts von diesem Geschäft des Glaubens. Aber es ist etwas Wahres daran. Ich akzeptiere es. Dieser Arzt ist kein Christ. Er ist ein Jude, aber nicht ferne vom Reiche Gottes.

Die Mutter berichtete Erlo von der neuen Wendung. Erlo antwortete ihr: »Gott hat zu den Ärzten in einer Sprache gesprochen, die sie verstehen.«

* Zufallsbild *In der Klinik machte die Geschichte des Wunderkindes die Runde unter den Ärzten und Schwestern. Deborah, so heißt es, lag zwei Wochen im Brutkasten. Dann durfte die Mutter ihre kleine Tochter heimnehmen. Bevor sie die Klinik verließ, hatte sie noch einmal ein Gespräch mit dem Gynäkologen. Er sagte: »Noch niemals in meiner Praxis hat ein Kind mir soviel Mühe gemacht und so viele Probleme gebracht wie dieses Kind - und zugleich soviel Erfolg beschert.« Die Mutter antwortete: »Das alles geschah, weil Gott mit dem Kind war.« Der Arzt erwiderte: »Ich glaube das.« Die Mutter fügte hinzu: »Gott hat die Primitiven benützt, um die Weisen zuschanden zu machen.« Der Arzt war über diese Antwort belustigt und informierte seine Kollegen darüber.

Deborah entwickelte sich prächtig und ist in ihren geistigen und körperlichen Funktionen völlig normal. In der Tat, hier hat Gott ein Wunder gesetzt.

Aus dem Buch "Jesu Name ist wunderbar"

Mabanga, der Sohn des Zauberers

Mabanga ist der Sohn eines undefinedZauberers. Ich lernte ihn auf undefinedKwasizabantu kennen und hörte dort seine Geschichte. Nach heidnischer Sitte ließ der Vater seinen Sohn nicht zur Schule gehen. Er lernte also weder lesen noch schreiben. Es entspricht wiederum heidnischer Gewohnheit, daß das Geburtsdatum der Neugeborenen nicht aufgezeichnet und nicht festgehalten wird. * Zufallsbild *Mabanga weiß nicht, wie alt er ist. Er konnte nur angeben, daß er während des Hitler-Krieges geboren wurde. Zur Zeit der Niederschrift dieses Berichtes muß er demnach mindestens 33 Jahre alt sein. Es gibt nach allem auch keine Geburtstagsfeiern im Leben dieses Mannes.

Der Vater brachte dem Sohn die Zauberkunst bei. Mabanga lernte die verschiedenen Kräuter und Wurzeln kennen, die zur Ausrüstung eines Zauberers gehören. Der Sohn erfuhr auch die Bedeutung der Pflanzen und erhielt vom Vater die Anleitung, sie den Kranken auszuteilen. Bei Besuchen nach auswärts trug er dem Vater den Zauberkoffer und wurde über allen Hokuspokus informiert. Er fing bereits an, Kranke selbständig nach den Methoden des Vaters zu behandeln.

Da gab es den ersten Schatten über dem Leben Mabangas. Er wurde krank. Seine Beine sahen aus, als hätte er Gangrän. Eine Seite des Körpers war teilweise gelähmt. Die Zauberkunst seines Vaters versagte. So wurden von weither starke Zauberer gerufen. Selbst aus Rhodesien wurde ein berühmter Meister dieses Fachs geholt. Niemand konnte dem jungen Mann helfen. Die Schmerzen wurden so stark, daß der Kranke manchmal "durchdrehte".

Wahrscheinlich waren diese schlimmen Schmerzen die göttliche Voraussetzung für das, was nun folgte.

Das Zelt von Erlo stand in Nqutu. Die Mitarbeiter luden die Menschen der benachbarten Dörfer zu den Vorträgen ein. Mabanga wurde auch eingeladen, hatte aber absolut keine Lust dazu, die Zeltversammlungen zu besuchen. Die Schmerzen quälten ihn aber so sehr, daß er sich zum Zelt schleppte. Als er dort eintraf, war der Gottesdienst im Gange. Erlo sprach gerade über Jesaja 59, 1-2:

* Zufallsbild *"Siehe, des Herrn Hand ist nicht zu kurz geworden, daß er nicht helfen könne, und seine Ohren sind nicht hart geworden, daß er nicht höre, sondern eure Untugenden scheiden euch und euren Gott voneinander, und eure Sünden verbergen das Angesicht vor euch, daß ihr nicht gehört werdet." Mabanga hatte den Eindruck, daß der Prediger ihn meinte, so genau schilderte er seine Situation und sein Leben. Nach dem Gottesdienst konnte Mabanga nicht aufstehen. Er weinte bitterlich. Ein Mitarbeiter, Martin Stegen, trat auf ihn zu und fragte ihn: "Warum weinst du?"

Mabanga erwiderte: "Ich bin ein großer Sünder." Zugleich fing er an, seine Sünden zu beichten. Nach der Beichte hatte er das Gefühl, daß es in seinem Verstand licht wurde, und daß die Krankheit von ihm wich. Auch die Lähmung war gewichen. Er konnte jetzt aufstehen. Genau wie Joseph hatte er das Gefühl, er würde fliegen. Mit großer Freude eilte er nach Hause. Dort sollte ihn nichts Gutes erwarten. undefinedDämonisch belastete Menschen fühlen sofort geistliche Strömungen in ihrer Umgebung. Wir finden das bei allen starken undefinedMedien, daß sie es sofort spü­ren, wenn ein geistlicher Mensch in ihre Nähe kommt.

Daheim zog sich Mabanga sofort in sein Zimmer zurück und betete. Der Vater spürte das, eilte herbei und klopfte an seine Türe. Er schrie seinen Sohn an: "Junge, was tust du? Du darfst hier nicht beten, du vertreibst mir ja die Geister." Als Mabanga sich schlafen legte, hörte er eine Stimme: "Bete!" Sofort rannte der Vater herbei und brüllte: "Bist du verrückt, daß du schon wieder betest." Dann holte er mit der Nilpferdpeitsche aus und schlug seinen Sohn. Mabanga wehrte sich nicht. Er ließ alles über sich ergehen. Der Herr aber tröstete ihn. Mabanga hörte seine Stimme, die sagte: "Mein Sohn, sorge dich nicht wegen der Wunden und Striemen, die du hast. Ich habe Großes für dich bereitet." Der mißhandelte junge Mann begab sich dann ins Freie, um dort ungestört beten zu können.

* Zufallsbild *Nach einiger Zeit eilte ihm sein Bruder nach und rief ihn: "Der Vater verlangt nach dir, komm sofort ins Haus." Der alte Zauberer hatte eine Ziege geschlachtet und wollte sie den Geistern opfern, um sie wegen des abtrünnigen Sohnes zu versöhnen. Er verlangte auch von seinem Sohn, von dem Opferfleisch zu essen. Eine Stimme warnte aber Mabanga und sagte: "Iß nicht davon. Du verunreinigst dich." Er bedankte sich daher bei seinem Vater und erklärte: "Ich kann das nicht essen." Dann wurden Vater und Bruder wütend, zerrten ihn in ein Zimmer und verprügelten ihn unbarmherzig. Der ganze Körper war zuletzt voll blutiger Striemen.

Der Herr Jesus hat den jungen Christen reich belohnt für dieses Martyrium. In der folgenden Nacht hatte Mabanga einen Traum. Eine Bibel kam vom Himmel herab. Dazu hörte er eine Stimme: "Nimm und lies!" Mabanga antwortete im Traum: "Ich kann nicht lesen." Er nahm aber doch die Bibel und konnte sie lesen. Die Stimme forderte ihn auf: "Lies Prediger 8, 1. Er las:

"Wer ist wie der Weise, und wer kann die Dinge auslegen?" Mabanga machte die Bibel zu. Sie ging zum Himmel zurück. Dieser Vorgang wiederholte sich dreimal. Als die Bibel zum dritten Mal kam, sagte die Stimme: "Lies Jeremia 1,4-6." Mabanga, der die Bibel noch nicht kannte, las:

* Zufallsbild *"Des Herrn Wort geschah zu mir und sprach: Ich kannte dich, ehe denn ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und stellte dich zum Propheten unter die Völker. Ich aber sprach: Ach Herr, Herr, ich tauge nicht zu predigen, denn ich bin zu jung."

Im Traum konnte Mabanga das alles lesen. Als er wach wurde, wollte er eine Bibel haben. Er suchte in seiner ganzen Umgebung und konnte keine Familie entdecken, die eine Bibel besaß. Dann fiel ihm ein, daß vielleicht sein Onkel eine Bibel haben könnte. Er suchte ihn auf und bat um eine Bibel. Der Onkel antwortete: "Erstens bist du zu jung für eine Bibel, und zweitens hast du ja nie lesen gelernt."

Im Herzen Mabangas brannte es wie Feuer. Er flehte seinen Onkel inständig an, ihm doch die Bibel zu überlassen. Als der Onkel endlich nachgab und ihm die Bibel gab, schlug sie sein Neffe auf und las sie wie ein Mann, der jahrelang die Bibel gelesen hat. Der Onkel kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Von diesem Tag an verkündigte Mabanga das Evangelium. Die Bibel war sein ständiger Begleiter.

* Zufallsbild *Zu Hause wollte der alte Zauberer dem Sohn die Bibel wegnehmen. Er sagte dem Sohn: "Wenn du dieses Buch liest, wirst du verrückt." Er wunderte sich aber, daß der Sohn an einem einzigen Tag lesen gelernt hatte. Mabanga brachte seinen kostbaren Schatz in Sicherheit. Er versteckte die Bibel außerhalb des Hauses, daß der Vater sie nicht finden und vernichten konnte.

In dieser Zeit seiner feurigen Liebe zu Jesus sagte er: "Herr, ich will dir dienen. Zeige mir, was ich tun soll."

Da schenkte ihm der Herr eine Vision, in der er einen Mann sah. Dazu hörte er eine Stimme, die ihm sagte: "Geh zu diesem Mann. Er wird dir helfen und dich lehren." Mabanga erkannte, daß es der Mann war, der bei seiner Bekehrung im Zelt über Jes. 59 gepredigt hatte. Als Martin ihn besuchte, fragte Mabanga nach dem Wohnort dieses Evangelisten. Martin wollte wissen: "Willst du an diesen Ort?"

"Ja."

"Gut, dann bringe ich dich hin."

Damit kam Mabanga nach Kwasizabantu, wo ich ihn traf und seine Geschichte hörte.

* Zufallsbild *Mabanga kam auf Kwasizabantu sofort zum Einsatz. Bei diesen missionarischen Vorstößen geriet er einmal in eine Versammlung der Zeugen Jehovas. Mabanga kannte ja die Sekten noch nicht und meinte, daß jeder, der mit der Bibel umgeht, ein Christ sei. Die Zeugen Jehovas in dieser Versammlung leugneten die Auferstehung der Toten. Sie verneinten auch den Himmel, die Hölle und andere Schriftwahrheiten.

Mabanga hatte den Eindruck, daß er sprechen müßte. Er hörte wieder eine Stimme, die ihm sagte: "Lies Lukas 16, 19-31."

Mabanga las die Stelle vor und sagte, daß es einen Ort der Qual gibt, an den die Gottlosen nach ihrem Tod gebracht werden. Nach seiner Ansprache stand ein Mann auf und erklärte: "Du hast die Wahrheit gesagt. Ich verlasse Jehovas Zeugen."

Ein andermal geriet Mabanga in eine Gruppe der "Zwölf Apostel". Niemand dieser Gemeinde hatte eine Bibel, selbst der Leiter nicht. Als der Besucher mit der Bibel entdeckt wurde, erklärte der Leiter: "Du hast eine Bibel. Wir brauchen keine. Wir sind die Bibel selbst."

Mabanga fragte die Gruppe: "Seid ihr Jesus begegnet?"

"Nein, das ist der Gott der Weißen."

"Darf ich zu euch sprechen?"

"Wenn du willst, ja."

Mabanga betete und bat um ein Wort. Der Herr sagte ihm: "Nimm Joh. 3, 36." Es heißt dort:

* Zufallsbild *"Wer an den Sohn Gottes glaubt, der hat das ewige Leben. Wer dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm."

Mabanga machte seinen "Aposteln" klar, daß es ohne Jesus keine Rettung und kein ewiges Leben gibt. Diese Apostel lehnten aber seine Botschaft ab, nannten ihn einen Irrlehrer und jagten ihn weg. Das Besondere beim Dienst Mabangas ist, daß er nur über das Wort spricht, das der Herr ihn heißt. Ferner gibt ihm der Herr, was er darüber zu sagen hat. Darum fand er ohne Vorbildung die wunden Stellen der Zeugen Jehovas und der "Apostel" sofort heraus.

Wie der Herr Mabanga einsetzt und gebraucht, wird in dem Kapitel "Aussendung" berichtet.

Vorbereitet auf den Tod

Alfred Green, ein Mischling, kam 1975 auf undefinedSizabantu zum Glauben.

Mischlinge heißen in Südafrika coloured people, die Farbigen. Sie haben ein schweres Los. Meistens sind es Nachkommen von einem weißen Vater und einer schwarzen Frau.

* Zufallsbild *Weniger kommt die andere Kombination: schwarzer Vater, weiße Mutter, vor. Weil sie zwischen zwei völlig verschiedenen Rassen stehen, werden sie von keiner Seite anerkannt, sondern verachtet.

Häufig verfallen daher diese »Beiseitegeschobenen« dem Alkohol. So war es auch bei Alfred Green, bis zu dem Tag, da er im Erweckungsgebiet den Herrn Jesus als seinen Befreier fand. Was er vor seiner Bekehrung verdiente, floß zum größten Teil als flüssige Währung den Hals hinunter.

Die Familie mußte mit wenigem zufrieden sein. Nach seinem Christuserlebnis auf Sizabantu war er ein total erneuerter Mann. Mit dem Alkohol war es ein für allemal Schluß. Er wurde nie rückfällig. Das ist häufig so in Südafrika, daß die Bekehrungen von Schwarzen oder Coloured radikaler sind als in dem religiös oberflächlichen Europa.

Die Mehrheit der sogenannten Christen in Deutschland und in anderen evangelischen Kreisen werden sozial aktiv, machen in Ã-kumene oder verfallen superhumanen Gefühlsduseleien, räumen aber nicht Jesus das Kommandorecht über ihr Leben ein.

Alfred Green war einer von den Radikalen. »Das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden. « So heißt es in der Heiligen Schrift.

Und das wurde das Zeugnis des Wandels im Leben dieses Mischlings.

* Zufallsbild *Seine Freunde erkannten ihn nicht wieder. In der treuen Nachfolge Jesu wurde er zu einem geheiligten Bruder. Im Herzen Alfreds brannte ein Feuer, das er in seine Umgebung weitertrug.

Er nahm Kassetten von Erlos Vorträgen und ging damit zu seinen katholischen Verwandten. Er verschenkte nicht die Kassetten, weil er ahnte, daß sie nicht abgehört würden, sondern er blieb bei den Verwandten, bis sie den ganzen Vortrag gehört hatten.

Das Fundament seines neuen Lebens und seiner Arbeit war eine große Treue im Gebet. Er stand jede Nacht auf und verweilte Stunden in der Fürbitte und Anbetung.

Bei seiner Firma genoß er das volle Vertrauen seines Chefs. Sein Familienleben und Eheleben war so gut, daß seine Frau zu ihm sagte: »Wenn du stirbst, will ich auch sterben.« 

* Zufallsbild *In den letzten Wochen vor seinem Tode stand er jede Nacht zweimal zum Gebet auf. Wenn er morgens dann wieder ins Bett ging, erzählte er seiner Frau, was er mit dem Herrn erlebt hatte.

An einem Morgen sagte er seiner Frau: »Ich las 1. Petr. 1,16: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig. Auch bei Schmerzen dürfen wir nicht aus der Rolle fallen. Bete, daß du durch und durch geheiligt wirst.«

Es kam sein letzter Tag. Sein Schwager war gerade auf Besuch da. Bevor er das Haus verließ, bat er seinen Schwager: »Sorge du für meine Frau.« Dann warf er seine Hände in die Luft und rief: »Ich habe solch ein Heimweh nach Jesus. Wann werde ich dahin kommen, daß ich den Herrn sehe? Wann werde ich meinen Jesum schauen können?«

Er fuhr dann mit dem Firmenwagen nach Pietermaritzburg zur Arbeit. Unterwegs streikte der Motor. Alfred kam nicht weiter. Er eilte zu einer Telephonzelle und rief die Firma an. Der Chef wies ihn an: »Suche keine Reparaturwerkstatt auf. Ich schicke sofort einen Mechaniker los, der den Schaden beheben wird.« Alfred ging über die Straße, da wurde er von einem Auto erfaßt und getötet.

* Zufallsbild *Der Chef, ein ungläubiger Weißer, machte sich auf den Weg, um die Frau Alfreds zu verständigen. Er überlegte sich unterwegs, was er ihr nun sagen sollte.

Bei der schwerwiegenden Nachricht vergoß die Frau keine Träne. Sie erklärte freudestrahlend: »Ich wußte, daß der Herr ihn bald heimholen würde. Sein geheiligtes Leben mit Jesus wies auf ein baldiges Ende hin.«

Dem weißen Firmenchef war das unverständlich, und er fragte die Witwe: »Verstanden Sie sich nicht gut? Liebten Sie sich nicht?« - »Nein, Sie verstehen das falsch«, erwiderte sie, »ich habe in den letzten Tagen zu meinem Mann gesagt, daß ich ohne ihn nicht leben möchte, aber Jesus liebe ich mehr. Ich freue mich mit meinem Mann, daß er nun bei Jesus ist.«

Das verschlug dem Chef den Atem, und er weinte. Nun mußte die Witwe den weißen Boß trösten.

* Zufallsbild *Die Beerdigung war sehr groß. Hindus, Moslems und Christen waren da. Es war keine Trauerfeier, sondern mehr eine Hochzeit. Zu Lebzeiten hatte Alfred oft einen Wagen voll Menschen zu den Gottesdiensten nach Sizabantu gebracht. Nun war auch sein Tod wieder ein Anlaß, daß Menschen sich bekehrten und Jesus als ihren Herrn annahmen.

Joseph - Gangsterboß von Soweto

Joseph Mdaweni Sishange saß in undefinedKwasizabantu vor mir. Er ist ein lebendiger Bursche von 22 Jahren. Er erzählte mir seine Geschichte. Waldemar Engelbrecht, der sein Seelsorger ist, machte den Dolmetscher.

* Zufallsbild *Joseph war ein Gangsterboß von Soweto. Diese Stadt hat den gleichen Ruf wie Chicago in USA, ja das Verbrecherunwesen und das Banditentum blüht hier noch kräftiger als in der amerikanischen Metropole am Michigansee.

Unter seinen Kameraden hatte Joseph den Spitznamen Cheeseman (Käsemann). Überfälle, Raub, Diebstähle und Geld waren der Inhalt seines Lebens. Was er erbeutete, gab er mit vollen Händen aus. Er war so gewitzt, daß er gewöhnlich entkam, wenn die Polizei das Netz zuziehen wollte. Wenn einer der Bande erwischt wurde, durfte niemand die anderen verraten.

Einmal fuhr Cheeseman in einem gestohlenen Wagen, der Rauschgift geladen hatte. Einen Führerschein besaß er nicht. Wozu auch, wer Autos stiehlt, kann sie auch ohne Lizenz fahren. Bei einer Polizeikontrolle fehlte daher der Führerschein. Ehe sich"s die Polizisten versahen, floh die ganze Bande. Die Beamten schossen hinter ihnen her, trafen aber niemand. Da stolperte einer und stürzte. Das war eine Chance für die Polizei. Der Gangster konnte verhaftet werden. Dieser Bursche hielt den Ehrenkodex der Bande ein. Obwohl er 18 Monate abbrummen mußte, verriet er nicht, daß Cheeseman der Rädelsführer dieses Diebstahls gewesen war.

Da gab es die erste Unruhe in der Bande. Einer scherte aus. Es war Dumisani, der Christ wurde und dann versuchte, seine ehemaligen Kameraden zu Jesus zu führen. Er probierte es immer wieder, mit Cheeseman zu sprechen. Der Boß machte sich aber nur lustig über ihn. Er machte ihm den Vorschlag: "Dumisani, sage uns einen Bibelvers." Dann lachten und spotteten sie über ihn. Wenn Dumisani den Boß zum Gottesdienst einlud, dann wehrte dieser stets lachend ab. "Nächste Woche." Es blieb aber immer die nächste Woche.

Cheeseman hat oft die Freiheit mit dem Gefängnis vertauscht. Einmal bekam er für einen Raubüberfall zwei Jahre zudiktiert. Im Gefängnis versuchte er es in seiner Verzweiflung mit dem Gebet: "Du Gott, wenn ich aus diesem Gefängnis lebend herauskomme, will ich dir dienen." Nach einem Jahr wurde er wegen guter Führung entlassen. Sein Gelübde war wieder vergessen.

* Zufallsbild *Kurze Zeit später saß er wegen neun bewaffneter Raubüberfälle in Untersuchungshaft. Ausnahmsweise war er dieses Mal nicht mit von der Partie gewesen. Darum packte ihn die Verzweiflung besonders stark. Mit ihm in der Zelle saß ein anderer Bösewicht. Dieser versprach Cheeseman: "Mein Vater ist ein starker undefinedZauberer. Er kann dir Mittel geben, daß sie dich nicht mehr erwischen und du von allem Kummer frei wirst."

Die Untersuchungshaft fand ein rasches Ende, denn die geladenen Zeugen entlasteten Cheeseman. Er suchte den Vater seines Zellengenossen auf und ließ sich Medikamente geben, die ihn vor allem Unglück bewahren sollten. Es half natürlich nichts. Cheeseman beschwerte sich beim Zauberer. Dieser alte Gauner verkaufte ihm neue "todsichere" Mittel. Cheeseman mußte ein Kräuterbad nehmen und sich mit einer besonderen Paste das Gesicht einschmieren. Die innere Unruhe, die Cheeseman mit sich herumschleppte, wich aber nicht. Cheeseman wurde darüber zornig und beschloß, den Zauberdoktor umzubringen.

Bei diesem Höhepunkt der inneren Not und Unruhe kreuzte Dumisani wieder auf und lud ihn zum Gottesdienst ein. Cheeseman versprach mitzugehen.

Es kam aber wieder anders. In der folgenden Nacht stahl der Gangster zusammen mit einem Bandenmitglied eine wertvolle Uhr. Der Eigentümer aber überraschte sie. Cheeseman wurde mit einem Beil niedergeschlagen. Danach wurden beide Diebe in einen Wagen geworfen und zur Polizei gefahren. Im Gefängnis erinnerte sich Cheeseman an Dumisani und dachte, wenn ich nur diesem Kumpel gefolgt wäre. Im Gefängnis war ein Insasse, der eine Bibel besaß. Cheeseman borgte sie aus und las darin. Die Geschichte von den drei Männern im Feuerofen (Daniel 3) sprach ihn gewaltig an. * Zufallsbild *Cheeseman betete: "Gott, ich bin jetzt wieder in einem feurigen Ofen. Wenn du mich hier herausbringst, dann weiß ich, daß du wirklich existierst."

Der Tag mit der Gerichtsverhandlung kam. Beide Gangster wurden vorgeführt. Sein Komplize kam zuerst dran. Inzwischen betete Joseph: "Gott, Daniel war in der Löwengrube (Daniel 6). Ich muß nun gleich vor den Löwen (Richtern) stehen. Bitte verstopfe ihnen den Mund, wie du der Löwen Rachen verstopft hast." Diese erste Verhandlung am Montag wurde dann auf den Mittwoch vertagt. Joseph gab die Hoffnung nicht auf. Er verbrachte die beiden Tage unter viel Gebet. Am Mittwochmorgen betete er wieder, bevor er in den Gerichtssaal gebracht wurde. Die anderen Gefängnisinsassen spotteten über ihn und erklärten: "Das wird dir nicht helfen. Geh nur hin und hole dir dein Urteil." Joseph äußerte seinem Komplizen gegenüber: "Heute wirst du sehen, wer sein Vertrauen auf den Herrn setzt." Dieser wehrte ab und erwiderte: "Lasse mich in Ruhe mit Gott. Ich habe einen starken Zauber von einem Witchdoctor, der wird mir helfen."

Die Verhandlung verlief ungewöhnlich. Joseph kniete im Gerichtssaal nieder und betete: "Herr, du wirst mich aus dem Feuerofen herausholen." Der andere Angeklagte erklärte ihm spöttisch: "Das wird dir nicht helfen." Der Komplize kam als Angeklagter Nr. 1 zuerst dran und wurde verurteilt. Zu Joseph sagte der Richter: "Du bist frei, du kannst nach Hause gehen." Die Mutter Josephs, die der Verhandlung beiwohnte, lachte und nickte ihrem Sohn zu.

Der Polizist, der ihn hinausführte, sagte zu Joseph: "Du mußt einen starken Zauber in der Tasche haben, daß du hier ungeschoren herauskommst." Joseph widersprach: "Nein, es war kein Zaubermittel. Es war Jesus." Der Polizist war überrascht und sagte: "So ein Bursche redet von Jesus. Erzähle mir, wo du Jesus gefunden hast."

"Im Gefängnis", gab Joseph zur Antwort.

"An so einem üblen Ort findet man doch nicht Jesus.

"Sieh mich doch an. Ich fand Jesus aber im Gefängnis, und er hat mich hier herausgebracht."

Sein Komplize bekam drei Jahre zudiktiert, nicht allein wegen der gestohlenen Uhr, sondern weil eine ganze Serie von Einbruchdiebstählen vorlag.

* Zufallsbild *Joseph konnte noch beim Weggehen seinem Kumpel zurufen: "Habe ich dir nicht gesagt, daß man Jesus vertrauen muß?"

Am Tor des Gerichtsgebäudes stand Josephs Mutter, die für ihn zu einer Gefahr hätte werden können. Sie sagte zu ihrem Sohn: "Ich habe eine Menge Geld dem Zauberdoktor bezahlt, damit du freikommst. Nun hat der Zauber gewirkt."

"Nein, Mutter, nicht der Zauberdoktor hat mir geholfen."

"Ach, du redest jetzt soviel, weil du aus dem Gefängnis heraus bist. Dann sage mir doch, wer dich aus diesen Schwierigkeiten herausgeholt hat."

"Gott hat es getan."

"Mein Sohn, was redest du hier?"

Joseph nahm sich keine Zeit mehr, mit seiner Mutter zu sprechen. Es drängte ihn, sofort zu Dumisani zu gehen, um ihm zu sagen, daß er jetzt auch ein Christ sei. Am Nachmittag kam er zu Dumisanis Haus. Es waren nur seine Mutter und einige Besucher da. Er hörte, daß Dumisani abwesend sei. Joseph gab den Grund seines Besuches an. Man glaubte ihm aber nicht und verspottete ihn: "Du bist doch ein Gefängnisvogel. Du hast bestimmt andere Dinge im Sinn."

Joseph kam eine gute Stunde später noch einmal und traf jetzt Dumisani an. Die Freude über die gute Neuigkeit war groß. Dumisani nannte seinem Freund ein Bibelwort, das Joseph sofort las. Die Menschen im Haus staunten nicht wenig, daß der ehemalige Galgenvogel die Bibel las. Sie konnten das nicht fassen.

* Zufallsbild *Am folgenden Sonntag wünschte Joseph mit Dumisani zum Gottesdienst zu gehen. Da versuchte ihn der Teufel und raunte ihm zu: "Was werden die Leute sagen, wenn sie dich zur Kirche gehen sehen." Joseph parierte diesen Angriff wundervoll. Er erwiderte: "Es waren nicht die Leute, die mich aus dem Gefängnis herausgebracht haben, sondern Gott."

Dumisani kam, um Joseph abzuholen. Joseph wollte abermals entwischen und sagte:

"Ich habe kein Fahrgeld für den Bus."

"Kümmere dich nicht darum. Ich habe für uns beide."

Unterwegs wollte wieder Menschenfurcht Joseph packen. Er dachte, was werden die Leute denken, wenn sie sehen, daß ich einen Mann begleite, der Bibel und Gesangbuch unter dem Arm trägt. * Zufallsbild *Schließlich kamen sie doch zur Kirche. Joseph, der soviel Raubüberfälle in seinem Leben durchgeführt hatte, war ängstlich, eine Kirche zu betreten. Die Furcht wich aber rasch einem großen Erstaunen, als er von allen sehr freundlich mit Handschlag begrüßt wurde. Auch der Mfundisi selbst, Waldemar Engelbrecht, kam herbei und begrüßte ihn sehr herzlich. Es war für ihn völlig ungewohnt, daß ein Weißer zu ihm, dem Zulu, so freundlich redete.

An diesem Sonntag wurde das heilige Mahl gereicht. Der Pastor sagte zuvor: "Wenn jemand sein Leben noch nicht in Ordnung gebracht hat und an bewußter Sünde festhält, der soll bitte an dem heiligen Mahl nicht teilnehmen." Joseph dachte in seinem Herzen: "Wenn der Pastor wüßte, wie viele Sünden ich auf dem Gewissen habe, er würde mir nicht mehr die Hand geben."

Joseph nahm am Mahl nicht teil. Er blieb aber nach dem Gottesdienst zurück. Er wußte nicht, daß es in dieser Gemeinde üblich ist, zur Seelsorge zurückzubleiben, wenn man eine Aussprache wünschte oder beichten wollte.

* Zufallsbild *Als die Menschen sich entfernt hatten, trat er auf den Pastor zu und bekannte alles, was er getrieben hatte. Dabei rannen ihm die Tränen die Wangen herunter. Waldemar sagte ihm: "Es ist gut, daß du alles bekannt hast. Gott nimmt die Sünder an. Du brauchst jetzt nicht mehr weinen." Dann fügte er hinzu: "Wenn du heimkommst, und es fallen dir noch mehr unrechte Dinge ein, dann komme wieder und räume alles aus. So Gott will, werden wir uns nächsten Sonntag wiedersehen."

Auf dem Heimweg hatte Joseph das Gefühl, als ob er fliegen würde, so leicht war es ihm um das Herz.

In den nächsten Tagen beachtete er die seelsorgerlichen Ratschläge des Pastors, alles mit Gebet und mit dem Herrn zu tun. Daheim führte er sofort das Tischgebet ein. Seine Mutter staunte und dachte: Dieser Nichtsnutz fängt das Beten an. Joseph erriet ihre Gedanken und sagte: "Mutter, wenn du mir Nahrung bringst, und du betest nicht zuvor, dann will ich nichts essen." Nur gezwungenerweise gab die Mutter nach und betete ein Tischgebet. Joseph war darüber hocherfreut.

Am nächsten Morgen ging der ehemalige Gangsterboß zu seinen Komplizen. Er konnte seine Freude, Jesus gefunden zu haben, nicht verbergen, und sagte den Genossen seiner früheren Verbrechen:

"Mein Gott ist groß."

* Zufallsbild *Diese Banditen fragten ihn: "Bist du dabei, deinen Verstand zu verlieren? Es muß wohl so sein, sonst könntest du nicht so reden."

In der Nähe von Josephs Heim wohnt ein Christ, den Joseph früher haßte. Als dieser Christ Joseph von der Kirche kommen sah, rief er ihn herein und sagte: "Ich will dich sehen." Dann schüttelte ihm dieser Jünger Jesu die Hand und pries Gott, der solche Veränderung mit Joseph zustandegebracht hat. Dann setzte er ihm ein gutes Mahl vor und schenkte ihm zuletzt eine Bibel.

Der ehemalige Gangsterboß hörte nicht auf, seine ehemaligen Komplizen aufzusuchen und ihnen die Frohe Botschaft zu bezeugen. Er brachte auch stets alles in Ordnung, was ihm der Herr aus seiner Vergangenheit zeigte.

Am nächsten Sonntag wartete er nicht, bis Dumisani ihn zum Gottesdienst abholte. Er nahm seine Bibel und machte sich allein auf den Weg. Die Nachbarn und die Bewohner der gleichen Straße staunten und fragten: "Was soll das bedeuten? Das ist das Ende unserer Weisheit. Die Welt steht ja köpf." Sie fragten ihn:

"Wo gehst du hin?"

"Natürlich zum Gottesdienst."

"Und du wagst es, allein zu gehen?"

"Selbstverständlich, warum soll ich nicht allein gehen."

"Zu welcher Kirche gehst du, etwa zu den Weißen?"

"Ja, mein Pastor ist ein Weißer."

* Zufallsbild *Im Gottesdienst wurde Joseph wieder mit großer Herzlichkeit begrüßt. Hinterher zog er eine lange Liste heraus, auf der er die Woche über alle erkannten Sünden aufgeschrieben hatte. Er beichtete alles seinem Mfundisi (Mfundisi = Pastor), der sich über seine geistlichen Fortschritte sehr freute.

Auf dem Heimweg im Zug gab er sein Zeugnis, und ehe er sich"s versah, predigte er den Leuten im Zug. Er sagte unter anderem: "Als Gangsterboß hielt ich mich für sehr klug. In der Tat war ich sehr gerissen und habe oft der Polizei ein Schnippchen geschlagen. Dabei war ich ein großer Narr, aber jetzt mit Jesus fange ich an, weise zu werden."

Daheim angekommen, suchte er alles zusammen, was er bei seinen Raubzügen erbeutet hatte, und verbrannte es.

Seine Mutter kam hinzu und meinte: "Warum verbrennst du das alles? Du kannst es doch deinem Bruder geben."

"Nein, was ich durch Sünde und Verbrechen erworben habe, wird entweder dem Eigentümer zurückgegeben, oder, wenn ich den nicht mehr ausfindig machen kann, verbrenne ich es."

Der Friede in Josephs Herzen hielt an. Seine Freude war so groß, daß er oft kein Hungergefühl und keine Müdigkeit empfand.

Oft suchte er seine ehemaligen Kameraden auf und bezeugte ihnen Jesus. Allmählich merkten diese rauhen Burschen, daß Joseph die Wahrheit sagte. Er rauchte nicht mehr, hörte radikal mit Mädchengeschichten auf und trank keinen Alkohol mehr. Die Menschen fingen an, ihn liebzuhaben. Sie fragten aber erstaunt:

"Warum das alles? Du bist doch ein menschliches Wesen mit menschlichen Bedürfnissen?"

"Ihr könnt es mir ja nachmachen und auch zu Jesus kommen, dann werdet ihr das Geheimnis des neuen Lebens erkennen."

Eines Tages kamen vier seiner ehemaligen Kameraden, um mit ihm zu diskutieren. Sie fragten ihn:

"Cheeseman, trinkst du wirklich nicht mehr?"

"Nein, ich brauche es nicht mehr."

"Warum nicht? Jesus hat doch auch Wasser in Wein verwandelt."

* Zufallsbild *"Ja, es stimmt. Jesus kam zur Hochzeit in Kana und machte Wein. Aber er betete zuvor. Auch die Hochzeitsgesellschaft betete, bevor sie Essen und Trinken zu sich nahm. In der Gegenwart Jesu hat sich auch niemand betrunken. Ich mache euch einen guten Vorschlag. Wenn ihr zur shebeen (Bierbrauerin) geht, und ihr wollt euer Bier trinken, dann stehe einer von euch auf und mache das Radio leiser. Der zweite soll dann die Anwesenden bitten, für einen Augenblick still zu sein, weil ihr beten wollt. Der dritte soll dann aufstehen und ein Gebet sprechen. Danach könnt ihr euer Bier trinken."

Nach diesem Vorschlag fingen die vier Besucher zu spotten an und sagten: "Hallo, Pastor, du hast deinen Verstand verloren." Die ehemaligen Banditen nennen Joseph schon lange nicht mehr Cheeseman, sondern Pastor.

Nicht nur für die ehemaligen Komplizen war Joseph eine interessante "Figur" geworden. Auch Sektierer wollten den "Wundermann" sehen, der aus einem Verbrecher ein Jünger Jesu geworden war. So fanden sich eines Tages sogenannte Christen ein. Sie gehörten zu einer weitverbreiteten Sekte der "Zwölf Apostel", die nicht Jesus, sondern nur die Apostel gelten lassen. Joseph war bis dahin diese Sekte nicht bekannt, da er ja erst einige Wochen Christ war. Er wunderte sich nur, daß die Besucher sich Zigaretten ansteckten und auch keine Bibel bei sich hatten. Er meinte, ein Christ müsse stets "sein Schwert" bei sich haben. Er wußte nicht, wie er ein Gespräch beginnen sollte, und betete innerlich um die Weisung des Herrn. Plötzlich stand ihm vor der Seele, er solle die Besucher nach Jesus fragen. Dann wandte er sich an die Männer und fragte: "Lebt Jesus?" Joseph hatte damit den Kernpunkt dieser Irrlehrer getroffen. Sie antworteten:

"Nein, er hat gelebt."

Darauf Joseph: "Dann können wir genauso über Fußball oder über Jazz oder über das Wetter reden. Laßt uns beten, macht aber erst eure Zigaretten aus."

Die Männer widersprachen ihm. Da war für Joseph das Maß voll. Er schickte sie weg. Die Mutter riet den Besuchern: "Laßt ihn mit seinem Jesus allein und geht."

Joseph stand unter Geistesleitung, darum wurde er mit diesen Irrlehrern fertig, ohne je eine Information über sie erhalten zu haben.

Joseph hat sich in seinem Wesen so verändert, daß er sich in allen Dingen als Jünger Jesu erweist. Eine Erfüllung dessen, was Paulus in 2. Kor. 6, 4 schreibt: "In allen Dingen beweisen wir uns als die Diener Gottes."

Als Gangsterboß war Geld sein Element. Er verbrauchte alles für sich. Seiner Mutter gab er nichts. Nach seiner Bekehrung erhielt er von verschiedenen Leuten Geld. Er gab alles seiner Mutter mit den Worten: "Da, nimm das Zeug. Ich weiß nichts mehr damit anzufangen. Kaufe du für mich ein."

Zu Hause praktizierte er seiner Mutter gegenüber tätige Liebe. Er wusch ihr das Geschirr, er wischte den Boden auf. Er tat alles, was er ihr an den Augen ablesen konnte. Für die Mutter war das ein gewaltiger Beweis seiner totalen Änderung. Diese Nächstenliebe beweist Joseph auch anderen gegenüber.

Einmal war ein Kind in seinem Elternhaus auf Besuch. Alle bekamen zu essen. Das Kind bekam nichts. Joseph konnte das nicht sehen und gab seinen Teller dem Kind. Die Mutter wurde böse und erklärte:

"Wenn ich gewußt hätte, daß du satt bist, hätte ich dir nichts gegeben."

Joseph erwiderte: "Wenn Jesus jetzt käme und würde das Kind hungern sehen, was würde er tun?"

Ohne biblische Unterweisung war ihm klar, was er als Christ zu tun hatte.

So praktisch sein Christsein ist, so lebendig und anschaulich ist seine Verkündigung. Hier auf Kwasizabantu verlangten die Besucher und die Mitglieder des Teams immer wieder, seine Botschaften zu hören.

Was mich an ihm beeindruckte, war seine Demut. Er macht aus seiner Vergangenheit keine Sensation. Es ist mir ein Gebetsanliegen, daß es so bleibt. Wenn der Hochmut sich einschleicht, dann bahnt sich der geistliche Niedergang an.

Inzwischen bin ich Joseph zum drittenmal begegnet. Neue Wunder sind zu berichten. Ein weiterer Komplize aus seiner Bande hat sich bekehrt. Nun sind schon drei ehemalige Banditen aus der gleichen Bande Jünger Jesu geworden. Es kamen auch andere Jugendliche aus Soweto nach Kwasizabantu. Zur Zeit der Niederschrift dieses Berichtes waren elf junge Männer aus Soweto da, saßen in der ersten Reihe, und Joseph predigte ihnen das Evangelium. Keiner verließ Kwasizabantu so, wie er gekommen war. Einige von ihnen beichteten und übergaben ihr Leben Jesus.

Sylvia - Freiheit aus schwerster Gebundenheit

Im Sommer 1980 führte ich, wie alle Jahre, einen Gruppenflug nach Kwa Sizabantu durch. Es waren 90 Teilnehmer, darunter ein Mädchen mit Namen Sylvia.

In den ersten Tagen verhielt sie sich distanziert und teilnahmslos. Es schien, als ob sie sich auf Sizabantu nicht wohlfühlte.

* Zufallsbild *Einigen Besuchern dieser Missionsstation fiel das auf und sie fingen daher an, für Sylvia zu beten. Diese Fürbitte erhielt schon in der ersten Woche einen handfesten Anlaß.

Sylvia hatte sich eine Flasche Wodka gekauft und sich damit betrunken.

Ein seelsorgerliches Gespräch mit dem Leiter der Mission war unerläßlich.

Der Seelsorger wies sie darauf hin, daß sie nicht bleiben könne, wenn sich das wiederhole.

Natürlich zeigte er ihr auch den Weg zur echten Befreiung durch Christus.

Drei Wochen lang hörte Sylvia die Botschaften der Missionare. Manchmal blieb sie auch von den Andachten weg. Zwei Tage vor Abreise der letzten Gruppe griff dann Gottes Hand nach dieser Süchtigen.

Sylvia erlebte eine radikale Umkehr und ging dann zu den Teilnehmern, die im Begriff waren, abzureisen und bat sie wegen ihres skandalösen Verhaltens um Verzeihung.

Sie blieb dann noch mehrere Monate und konnte ihr Glaubensleben befestigen. Auf verschiedene Bitten hin schrieb sie ihre Lebensgeschichte auf, die geeignet ist, anderen Süchtigen und vergammelten Jugendlichen den Weg zu Jesus als Lösung ihrer Probleme zu zeigen.

Der Bericht Sylvias beginnt mit folgenden Sätzen:

* Zufallsbild *»Als uneheliches und unerwünschtes Kind wurde ich in diese Welt hineingeboren. Dreijährig kam ich in ein christliches Haus zu Pflegeeltern, die mich später adoptierten. Ich war der Mittelpunkt der Familie. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt hatte, wollte ich das unter allen Umständen durchsetzen.«

Mit 14 Jahren hatte sie schon ihren ersten Freund, der sie das Rauchen, Trinken und anderes lehrte. Sie wollte unter keinen Umständen ein langweiliges Leben führen.

Da sie frei, unabhängig und ohne elterliche Bevormundung sein wollte, zog sie es vor, in einem Internat untergebracht zu werden. Die Eltern hatten ihrem Drängen nachgegeben.

In dieser Zeit trank sie schon sehr viel Alkohol, war selten nüchtern und mißbrauchte die Tabletten, die ihr vom Arzt gegen ihre Nervosität verschrieben worden waren.

In den Stunden der Ernüchterung packte sie oft die Verzweiflung. Sie fragte sich: Ist das alles, was das Leben zu bieten hat? Ist es nicht besser, Schluß zu machen, um dem ganzen Jammer zu entgehen? Was kommt aber danach?

Trotz der Angst und Ungewißheit ihres Schicksals nach dem Tode reizte eine innere Macht sie dazu, Hand an sich selbst zu legen. Diese finsteren Einflüsterungen kamen aber nicht zum Ziel.

* Zufallsbild *Nach beendeter Schul- und Internatszeit wollte sie nicht mehr nach Hause zurückkehren. Sie entschloß sich, den Jahreskurs als Krankenpflegehelferin zu absolvieren.

Unter den Klassenkameraden fand sie Gleichgesinnte. Sie betranken sich zusammen, rauchten Haschisch und frönten der Tablettensucht.

Ganze Nächte verbrachte sie bei diesem ausschweifenden Leben. Es fehlte nicht an vielen Männerbekanntschaften, obwohl Frauen sie eigentlich mehr anzogen.

Schulisch schaffte sie gerade noch den Abschluß. Sie wechselte dann über zu einem anderen Krankenhaus, um dort die dreijährige Schwesternausbildung zu machen.

Ihre neue Freundin hatte die gleichen Drogenprobleme. Im Grunde genommen war die Drogensucht keine Belastung für Sylvia, denn sie fing an, diesen Lebensstil zu genießen.

So begann sie, im Krankenhaus Medikamente zu stehlen und ging auch zum Spritzen über. Sie besorgte sich einen »Trip«, und gleich der erste hatte eine verheerende Wirkung.

Er hatte einen sogenannten »Horrortrip« zur Folge, bei dem der Süchtige in Depressionen oder sogar in Todesangst fällt.

Durch diesen Zustand fiel Sylvia im Krankenhaus auf. Wegen Übernervosität mußte sie schließlich ihre Ausbildung abbrechen. Sie durfte aber als Hilfskraft im Krankenhaus weiterarbeiten.

* Zufallsbild *Nicht lange danach wurden ihre Diebstähle entdeckt. Das Krankenhaus verlangte von ihr die Behandlung in einer Fachklinik für Suchtkranke. Im Fall der Weigerung käme eine Entlassung in Frage.

Sylvia entschied sich für die Entlassung. Kurze Zeit darauf landete sie aber doch in einer solchen Klinik. Hier ging es im gleichen Stil weiter. Durch eine Überdosis »Speed«, zusammen mit starken Beruhigungsmitteln geriet sie in einen Dämmerzustand. Daraufhin wurde sie in die psychiatrische Abteilung verlegt.

Das Zusammensein mit Schwerbelasteten, Geisteskranken und dämonisierten Menschen löste schlimme Erlebnisse aus.

Wegen Suizidgefahr wurde sie dauernd bewacht. Sie sah häufig eine Gestalt, die sie zum Fenster locken wollte, damit sie sich da hinunterstürze.

Für die Ärzte war dieser Zustand unerklärbar. Sie versuchten es noch mit zwei anderen Therapieformen. Es war wieder ein Fehlschlag, da Sylvia mit der Einnahme von Drogen nicht aufhören wollte.

Sie hatte nur eine Sorge, daß sie entmündigt werden würde.

Wegen den Diebstählen und erneuten Drogenmißbrauchs kam sie schließlich vor Gericht. Das Urteil lautete auf sieben Monate Jugendstrafe, die auf zwei Jahre ausgesetzt wurden. Sie wurde aber wieder für eine Entziehungskur in eine Anstalt für Suchtabhängige eingeliefert.

Für die Mutter war das enthemmte und zügellose Leben der Tochter eine große seelische Belastung. Sie gestattete es Sylvia nicht mehr, nach Hause zu kommen, als die Therapie in der Fachklinik beendet war. Sylvia war ohnehin bei allen Entziehungskuren nicht frei geworden.

* Zufallsbild *In der Folgezeit zog sie als Landstreicherin umher und suchte sich jede Nacht ein Plätzchen, wo sie sich niederlegen konnte. Es wurde immer schlimmer mit ihr.

In ihrer Not fing sie an, Hilfe zu suchen. Sie schrie zu Gott, wenn sie keinen anderen Ausweg mehr sah. Als Kind hatte sie oft mit ihrer Mutter gebetet. Später tat sie es nur, wenn sie von einer schwierigen Situation bedrängt war. Sie ging dann auch in den Gottesdienst ihrer Heimatgemeinde. Doch von den Drogen wollte sie nicht lassen.

Eines Tages hörte Sylvia von Kwasizabantu. Ihre Mutter rief bei mir an und fragte, ob die Tochter auch länger als einen Monat in Südafrika bleiben könne, um dort ihre Ausbildung weiterzuführen.

Ich gab die erforderliche Auskunft, daß ein Visum ein Jahr gelte. Man könne es aber auch in Südafrika verlängern lassen. Die Tochter erhielt das Angebot, einen Urlaub in Kwasizabantu zu verbringen.

Sie nahm den Vorschlag an, da ihr gesundheitlicher Zustand immer schlechter geworden war. Dann kam sie mit meiner Gruppe auf der Missionsstation an. Lassen wir sie nun selber erzählen:

* Zufallsbild *»Auf Sizabantu angekommen, erlebte ich etwas mir vollkommen Fremdes. Diese Menschen lebten ein Leben miteinander, wie ich es nie zuvor gesehen hatte.

Liebe, Friede, Geduld und Sanftmut gingen von ihnen aus, und man fühlte sich hingezogen. Ich erkannte, daß solch ein Leben völlige Selbstaufgabe bedeutete, und das konnte ich nicht.

Nochmals versuchte ich dieser Erkenntnis der wahren Realität durch Drogen zu entfliehen und wollte meinem Leben ein Ende machen.

In diesem Zustand hatte ich eines Tages das Verlangen, diesen Menschen zu zeigen, wie hart und gefühllos ich sei. Ich fing einen Frosch, rief eine Mitarbeiterin der Mission und führte sie zum Kaminfeuer. Ich warf den Frosch hinein. Doch das Tierchen sprang sofort wieder heraus. Ich fing den Frosch wieder und warf ihn wieder in das Feuer. Nochmals sprang er heraus. Ich wiederholte dieses gräßliche Schauspiel, bis der Frosch endlich tot war.

* Zufallsbild *Tot! - Nun war ich am Ende. Ich nahm den Frosch aus dem Feuer und hielt ihn in meiner Hand. Die Tränen liefen mir die Wangen hinunter. Ich hielt ihn, so fest ich konnte und wollte ihn nicht mehr loslassen. Man nahm ihn mir dann weg. Erst viel später, als ich mein Leben dem Herrn übergeben hatte, gebrauchte Gott diesen Vorfall, um zu mir zu sprechen.

Das Feuer Gottes hatte mich ergriffen, doch ich versuchte davonzuspringen. Es gelang aber nicht. Gottes Hand erfaßte mich erneut und warf mich in die Glut zurück.

Ich mußte sterben und meine Hilflosigkeit erkennen, damit Gott mit mir neu beginnen konnte. Seit meinem Froscherlebnis verbrachte ich viel Zeit in der Gesellschaft dieser Mitarbeiterin, die das mit angesehen hatte.

Wir unterhielten uns ausgiebig über Gott, obwohl ich mich immer noch dagegen wehrte, mein Leben ganz in seine Hand zu legen. Eines Abends im Bett dachte ich über alles nach und sagte: »Herr, wenn es dich wirklich geben sollte, dann beweise es mir.«

Plötzlich ging mir durch den Kopf: 2. Korinther 1, Verse 8-11. Ich wußte nichts damit anzufangen, bis mir auf einmal der Gedanke kam: vielleicht gibt es so etwas in der Bibel.

* Zufallsbild *Ich suchte meine Taschenlampe, denn es war schon dunkel im Zimmer, und holte aus meinem Gepäck die Bibel, die ich bis jetzt noch nicht ausgepackt hatte.

Ich schlug sie auf und sah das Alte Testament durch, ob es so etwas wie Korinther gäbe. Da ich dieses Buch nicht fand, wollte ich die Bibel wieder weglegen.

In meiner Erinnerung tauchte dann auf, daß es ja auch ein Neues Testament gibt. Wieder suchte ich und fand schließlich die beiden Korintherbriefe. Ich las mehrmals die Verse 2. Kor. 1, 8-11 und dachte: das paßt ja genau auf mich.

Sollte diese Eingebung von Gott gekommen sein? Am nächsten Tag teilte ich dies meiner neuen Freundin mit und sagte ihr: »Nur einmal möchte ich den Frieden empfinden, den du hast.« Sie antwortete: »Der Herr will dir das auch schenken.«

Eine innere Stimme bedrängte mich aber: »Du kannst diesen Weg nicht gehen, du gehörst dem Teufel.«

Da war noch eine Bindung in meinem Leben, von der ich annahm, daß sie mich hindere, für Gott zu leben, auch wenn ich es wollte.«

Soweit der direkte Bericht von Sylvia.

* Zufallsbild *Es gab noch manchen Kampf. Der Erzfeind und Seelenmörder wollte sie nicht freigeben.

Ihr unbändiger Freiheitswille und Drang, ihr Leben selbst zu gestalten, war noch nicht auf den Altar Gottes gelegt.

Einmal fragte die Freundin sie: »Wohin gehst du, wenn deine Zeit auf Erden zu Ende ist?« Diese Frage erschreckte Sylvia. Sie wurde die Unruhe nicht mehr los. Ein Kampf wurde in ihrem Inneren entfesselt. Sie wollte Gott gehören, doch eine finstere Macht hielt sie gefangen.

Verzweiflung packte sie. Sie war in einem erbärmlichen Zustand. Die Freundin bat sie, sich doch einmal bei einem Seelsorger auf Sizabantu auszusprechen.

Sie wehrte sich dagegen, weil sie sich nicht aufgeben wollte. Erst, als sie sich stark genug fühlte, sich behaupten zu können, gab sie nach. Sie suchte das Spitalgebäude auf, an dessen Stirnseite sich einige Sprechzimmer befinden. Als Sylvia das Gebäude betrat, hörte sie in ihrem Inneren das Singen eines himmlischen Chores. Sie zitterte am ganzen Körper.

Sie ging wieder zurück und versuchte ein zweites Mal das Spital zu betreten. Das gleiche Erlebnis wiederholte sich. Ihr ganzer Körper schmerzte, und sie hatte das Gefühl, als ob sie ohnmächtig werden würde.

Erst beim dritten Versuch hatte sie die Kraft, zum Sprechzimmer zu gehen. Der himmlische Chor sang über die Heiligkeit Gottes. Die Menschen in ihrer Nähe hörten den Gesang nicht.

* Zufallsbild *In dem kleinen Zimmer fiel Sylvias Blick auf ein kleines Schildchen »Jesus lebt«. Jetzt brach sie zusammen und weinte.

Zum ersten Mal erkannte sie in der Tiefe ihr sündiges Wesen. Was Gott ihr in dieser Stunde zeigte, beichtete sie vor Friedl Stegen, Erlos Bruder und Mitarbeiter.

Sylvia, die gemeint hatte, sie könne in zwei Minuten einer peinlichen Unterredung den Rücken kehren und entfliehen, stellte sich Gott und legte ihr Leben in seine Hand.

Gewißheit der Vergebung ihrer Schuld und Friede mit Gott erfüllt seither ihr Leben.

Diese Niederschrift erfolgt fast ein Jahr nach Sylvias Bekehrung. Wo es möglich war, brachte sie auch vor Menschen gewisse Dinge in Ordnung.

Die schweren Lasten ihres früheren Lebens sind gefallen. Die Ketten der Finsternis sind durch Gottes Tat zerbrochen. Was in den Kliniken die Internisten und Psychiater nicht fertiggebracht hatten, das hat auf Sizabantu der Herr getan.

»Anheizen, anheizen, anheizen« hat ein Kritiker dreimal über den Leiter von Sizabantu ausgesagt. Wird ein drogensüchtiges, alkoholgebundenes, lasterhaftes Mädchen durch »anheizen« frei?

Nein, hier erfüllt sich Joh. 8,36: »So euch nun der Sohn Gottes frei macht, so seid ihr recht frei.«

Sylvias Gebet ist, daß der Herr, der das gute Werk in ihr angefangen hat, es bis zum Tag Jesu Christi durchführen und vollenden möge. Sie bittet um die Fürbitte der Gläubigen, die hier ihre Geschichte lesen. Sie sagte mir: »Ich habe früher extrem der Sünde gedient, nun will ich mit gleicher Entschlossenheit dem Herrn Jesus nachfolgen.« Der Herr helfe ihr dazu.

Sven - ein reines Leben

Sven ist Manfreds Sohn und Neffe von Erlo Stegen.

In den vergangenen Jahren war ich mehrmals auf der Farm Manfreds und lernte auch den Jungen kennen.

* Zufallsbild *Manfred war im März 81 Gast in meinem Haus in Aglasterhausen.

Meine Berichterstattung gründet sich auf eine schriftliche Abfassung der Ereignisse bei dem Tod von Sven.

Ferner haben wir einen Brief seiner Mutter erhalten und zuletzt eine diesbezügliche Bandaufnahme Erlos.

Es handelt sich also um drei Quellen, die eine exakte Wiedergabe garantieren.

Hören wir zuerst den Bericht des Vaters mit seinen eigenen Worten: »Schon als kleiner Junge hatte Sven den Herrn Jesus in sein Herz aufgenommen. Es war sein ehrlicher Wunsch, in den Fußstapfen seines Heilandes zu folgen. Viele kleine und große Erlebnisse mit Sven ließen uns sein aufrichtiges Bestreben erkennen. Und doch war er ein echter Junge, voll übersprudelnder Energie und Ausgelassenheit und ständig in Bewegung. Die Zulus hatten ihm den Spitznamen »Bizi« = immer beschäftigt gegeben.

Seine Jugendjahre gingen nicht ohne Prügel vorüber. Doch war er sich immer bewußt, daß er sie verdient hatte und war dankbar dafür. Erst einige Monate vor seinem Tode war er einmal zu seiner Mutter gekommen und hatte gefragt: »Mama, merkst du nichts ?« »Was, mein Junge ?« »Ist dir nicht aufgefallen, daß ich anders bin als zuvor? Es war gut, daß mich Papa mal wieder den Stock spüren ließ. Ich hatte es nötig, und seitdem fühle ich mich leichter und besser.«

Sven war ein ehrlicher Junge. Es fiel ihm nicht schwer, sein Herz zu öffnen, denn der Herr war ihm lieb und teuer.

Wir dachten oft, er ist wie ein junges Pferd, das man am Zügel halten muß, damit es nicht den Parcours verläßt. Zwei Wochen, bevor der Herr Sven zu sich heimholte, verbrachten wir mit unseren Kindern einige Tage bei meinem Bruder Heino auf seiner Farm bei Mtunzini.

Am Sonntag kam Sven zu mir und sagte: »Papa, Gott hat heute nacht mit mir geredet.« Er zitterte am ganzen Leib und mir schoß es durch den Kopf: Etwas Tiefgreifendes ist in Svens Leben geschehen. Oft war in der Vergangenheit Sven zu mir gekommen, um mir zu erzählen, was Gott ihm durch einen Traum oder durch sein Wort offenbart hatte. Deshalb fragte ich ihn jetzt: »Hast du etwas in der Bibel gelesen oder geträumt?« - »Nein, Papa, ich war hell wach, und alle andern schliefen, als ich Gottes Stimme hörte:

Sven, mit dieser Unreinheit in deinem Herzen fährst du zur Hölle!«

* Zufallsbild *Sven fuhr fort und erzählte mir alles, was dann geschehen war. Nachdem der Herr zu ihm geredet hatte, suchte er im Dunkeln eine Taschenlampe, Papier und einen Kuli. Er begann, alles niederzuschreiben, was in seinem Herzen war, und was ihn von Gott auf ewig trennen würde. Während er schrieb, kam ihm immer mehr in den Sinn. Er hielt alles fest, um ja nichts zu vergessen.

Mir war klar, hier stand ein Junge vor mir, der eine Begegnung mit dem lebendigen Gott gehabt hatte. Ich konnte nichts anderes tun, als nach seiner Beichte mit meinem Jungen zu beten und den Herrn Jesus um seine Reinigung zu bitten.

Unser Gebet war kaum beendet, da warf sich Sven an meine Brust, umarmte mich und sprach: »Papa, ich bin so glücklich. Die ganze Last ist weg. Jetzt ist mein Herz rein gewaschen. So kann ich in den Himmel.«

Im Anschluß an dieses Beichtgespräch bat Sven seinen Vater: »Nimm mich doch aus dieser Schule, damit ich die schlechten Redensarten der Kameraden nicht mehr hören muß.« Der Vater antwortete: »Diesen Wunsch kann ich dir nicht erfüllen. An einer anderen Schule wird die Atmosphäre auch nicht anders sein. Du mußt da, wo du bist, dich als Jünger Jesu bewähren und deinen Kameraden ein Zeugnis sein.«

Sven war zufrieden und damit einverstanden. Glücklich verließ er seinen Vater. Der Vater schrieb in seinem Bericht: »Ich hatte wieder einmal erkennen dürfen, daß wir einen heiligen Gott haben, der nicht nur die Sünde haßt, sondern uns von allem reinigen will, was uns von ihm trennt. Es gibt unreine, schmutzige Dinge, denen wir nur durchs Anhören erlauben, in unser Herz einzudringen, und die uns dann daran hindern, daß wir Gott nicht schauen, wenn wir uns nicht davon reinigen lassen.«

Der junge Zeuge

* Zufallsbild *Seit seinem Gotteserlebnis war Sven völlig verändert, obwohl er auch schon vorher den Heiland lieb hatte.

In der Schule ging er zu jedem einzelnen Kameraden und bat um Vergebung, weil er kein gutes Vorbild gewesen war. Das gleiche tat er bei den Lehrern. Einer von ihnen sagte: »Was ist nur mit dem Stegen-Jungen los? Er geht von einem Lehrer zum anderen und bittet um Verzeihung.« Schüler und Lehrer merkten den Unterschied zwischen dem vorherigen Verhalten und jetzt.

Sven suchte auch Verwandte, Nachbarn und Freunde zu Hause auf und erklärte: »Jesus hat mich gereinigt. Nun bin ich bereit zu sterben. Ich komme in den Himmel.«

Bei diesen Rundgängen traf der junge Bote Jesu zwei Zulumädchen, die er sofort ansprach und fragte: »Habt ihr schon euer Leben mit Gott in Ordnung gebracht?« Die Mädchen lachten und erklärten: »Wir gehen doch in die Kirche «, dabei stellte sich das eine Mädchen als Zionistin vor. Sven erwiderte: »Ich frage ja nicht nach eurer Kirche, sondern ob ihr schon euer Leben vor Gott in Ordnung gebracht habt. Ich will euch nicht von eurer Kirche abhalten, sondern nur haben, daß euer Leben vor Gott bereinigt wird.« Dabei liefen ihm die Tränen die Wangen herab.

Um ihn zu beruhigen, sagten die beiden: »Am kommenden Sonntag besuchen wir euren Gottesdienst.«

Später nach Svens Tod, baten sie Manfreds Eltern um Verzeihung, weil sie über Sven gelacht hatten. Eine wunderbare Frucht war, daß beide Mädchen im Zusammenhang mit Svens Zeugnis sich bekehrten und gläubig wurden.

Leser in Europa werden das nicht verstehen, daß Menschen, die zu den Zionisten gehörten, sich davon lossagen müssen. Die Zionisten in Südafrika haben nichts mit Israel zu tun. Es handelt sich um eine Sekte, die Biblisches mit heidnischer Zauberei vermengt.

* Zufallsbild *Auf Sizabantu haben sich schon einige Zionisten bekehrt und Jesus als ihren Herrn angenommen.

Dieser Bekennermut Svens erregte natürlich Aufsehen. Die Zulus und die Weißen sprachen darüber. Sven redete auch mit den schwarzen Arbeitern seines Vaters und wies sie auf Jesus hin. Unter ihnen war auch der Lastwagenfahrer, ein energischer Mann, der kurz danach den Tod Svens verschuldete.

Für die Eltern war die Zeit nach dem Gotteserlebnis Svens voller Segnungen. Der Sohn kam jeden Abend zu seinem Vater oder zur Mutter, um mit ihnen zusammen zu beten und die Bibel zu lesen.

Er berichtete bei diesen Gebetsgemeinschaften, was ihm der Herr neu offenbart hatte. Er brachte alles ans Licht, von dem er annahm, daß es dem Heiland mißfallen könne. Er erklärte dabei: »Es darf nichts zwischen Jesus und mich treten, damit ich allezeit bereit bin, in die Ewigkeit zu gehen.«

Sein Vater schrieb in seinem Bericht: »Kleine Dinge, die uns entgangen waren, bemerkte er, und wir konnten nur mit dankbarem und demütigem Herzen vor dem Herrn niederknien und ihn preisen und loben für das Wirken im Leben unseres Erstgeborenen.«

Nach Svens Tod fanden die Eltern auch ein Tagebuch, von dessen Existenz sie vorher nichts gewußt hatten. Die Eintragungen zeigen, welch inniges Verhältnis Sven zu Jesus hatte.

Im Gehorsam

* Zufallsbild *Zwei Wochen nach dem Gotteserlebnis Svens erfolgte dann das zweite Eingreifen des Herrn in das junge Leben. Wir lassen nun Manfred, den Vater Svens, selbst berichten:

»An einem Samstagmorgen begaben wir uns, meine Frau Evelyn und meine Kinder Sven, Lynne und Jimmy, auf den Weg, um einige unserer Arbeiter von Kwa Sizabantu abzuholen. Sie hatten die Woche über bei den Bauten mitgeholfen.

Auf der Hinfahrt suchten wir noch Mowbray, eine Farm von uns, auf, um den Wagen auszutauschen. Sven, der älteste Sohn, fragte mich, ob er auf der Farm bleiben könne. Er wollte ein wenig mit dem Motorrad des Verwalters herumfahren. Auf dem Heimweg sollten wir ihn wieder abholen. Alle drei Kinder entschlossen sich, diesen Tag auf der Farm zu verbringen.

Ich schärfte Sven ein, nur auf den Wegen des Zuckerrohrfeldes zu fahren und nicht auf der Hauptstraße zum Laden hin.

Unsere glücklichen Kinder winkten uns fröhlich nach, als wir unsere Fahrt fortsetzten. Auf unserer Weiterreise unterhielten wir uns über all die vielen Segnungen, die meine ganze Familie in den letzten Jahren aus des Herrn Hand empfangen durfte. Wir zählten sie einzeln auf.

Der Weg nach Sizabantu war zu kurz. Um die herrliche Zeit der Erinnerung zu verlängern, fuhren wir über Stock und Stein einen Umweg durch Gottes wundervolle Natur.«

* Zufallsbild *Während die Eltern nach Sizabantu fuhren, spielte sich auf der Farm Mowbray Entscheidendes ab. Darüber gibt uns die Bandaufnahme von Erlos Vortrag Auskunft.

Sven bat den einen Verwalter, ihm doch ein wenig das Motorrad zu leihen. Er bekam es für eine halbe Stunde. Jimmy, der neunjährige Bruder setzte sich auf den Sozius, und sie fuhren in die Farm hinein.

Schon nach kurzer Fahrt hielt Sven an und sagte seinem Bruder: »Hast du auch gebetet, ehe wir losfuhren? Tue nichts in deinem Leben, bevor du gebetet hast. Gehe mit Jesus durchs Leben.«

Schon vorher, als er noch mit beiden Geschwistern zusammen gewesen war, hatte Sven bezeugt: »Der Herr Jesus hat mein Herz gereinigt. Ich bin bereit zu sterben, denn ich darf zu Jesus gehen.«

Nach der Ermahnung seines Bruders setzte Sven seine Fahrt allein fort. Er suchte noch einige Arbeiter auf, die er auch um Verzeihung bat.

Danach erfolgte ein tödlicher Zusammenstoß mit dem Lastwagen. Südafrika hat andere Verkehrsregeln als wir Europäer. Darum muß ich eine Erläuterung geben. 14jährige dürfen bei uns in Deutschland keine Motorräder fahren, sondern nur leichte Mopeds. Bei den Zuckerrohrfarmen Südafrikas herrscht ein Einbahnverkehr, damit die Laster auf den schmalen Feldwegen nicht zusammenstoßen. Sven hatte sich an diese Regel gehalten, aber nicht der Lastwagenfahrer. Er war noch nicht lange eingestellt und war in der verkehrten Richtung gefahren. Er war, menschlich gesprochen, Schuld an diesem Unfall.

* Zufallsbild *Es war aber Gottes Planung gewesen. Dieser Fahrer hat bitterlich geweint. Der Verwalter von Mowbray hatte den Tod Svens telephonisch nach Sizabantu berichtet. So wußte Erlo diese Hiobsbotschaft früher als die Eltern Svens. Das war wohl auch eine gnädige Führung des Herrn.

Hören wir den Bericht Manfreds weiter: »Bei unserer Ankunft auf Sizabantu begegneten wir unserem Bruder Erlo.

Er begrüßte uns mit einer eindringlichen Frage: »Habt ihr alles in eurem Leben auf den Altar Gottes gelegt ?« Wir waren erstaunt und erwiderten: »Ja, mit des Herrn Gnade liegt alles auf dem Altar Gottes.« Dann informierte uns der Bruder: »Der Herr hat Sven zu sich genommen. Kommt mit mir. Wir fahren nach Mowbray.«

Auf der Fahrt zurück zur Farm riefen wir uns all die wunderbaren Erlebnisse der letzten zwei Wochen in unser Gedächtnis zurück. Wir konnten ergeben und mit dankerfülltem Herzen die große Liebe eines treuen Gottes anerkennen, der alles so gnädig vorbereitet und gelenkt hatte. Wir konnten nicht anders, als dem Herrn danken: »Wir preisen dich Herr, daß du kein anderes unserer Kinder abgerufen hast, sondern Sven, denn er war bereit.«

* Zufallsbild *Bei dieser Fahrt zum Unfallort fragte ich mich, ob Sven im Gehorsam oder im Ungehorsam von uns gegangen ist. War er meiner Anweisung gefolgt, nur auf eigenen Farmwegen zu fahren, oder fuhr er auf die Hauptstraße. Wie dankbar war ich, als ich erfahren durfte, daß Sven auf einem der Feldwege mit einem unserer Lastwagen zusammengestoßen war und somit seinem Gott im Gehorsam begegnen durfte.«

 

Die Siegesfeier

»Es war keine Beerdigung, sondern eine Siegesfeier «, so hat sich ein Glied der Mannschaft Erlos geäußert.

Eine sehr große Menschenmenge war versammelt, Weiße und Schwarze, Heiden und Christen. Viele schluchzten. Nur die Eltern Svens weinten nicht, sondern dankten dem Herrn für die Zubereitung Svens für diesen Abschied.

Manfred, der Vater, predigte das Evangelium. Hier muß eine kleine Geschichte eingeflochten werden. Einige Wochen vor dem Unfall kam eine schwarze Christin zu Manfred und sagte: »Der Herr hat mir etwas gezeigt. Hier auf der Farm sind so viele, die Jesus nicht als ihren Herrn angenommen haben. Du mußt sie nun endgültig vor die Entscheidung stellen, welchen Weg sie gehen wollen.«

* Zufallsbild *Manfred bedankte sich bei der Frau und sagte: »Es ist gut, daß du mir das gesagt hast. Ich will darüber beten, ob es des Herrn Wille ist und wann der Zeitpunkt dafür gegeben ist.«

 Jetzt bei der Beerdigung hörte Manfred in seinem Herzen: »Erinnerst du dich an die Christin und ihre Mahnung? Jetzt ist die Zeit da, danach zu handeln. Jetzt stelle die Menschen vor die Entscheidung. Ihre Herzen sind nun bereitet.«

Manfred bezeugte das Wirken des Herrn an seinem Sohn, verkündigte die Heilsbotschaft und rief zur Entscheidung für Jesus auf.« Er merkte dabei, daß die Herzen der harten Heiden butterweich waren.

Hinterher gab es viele seelsorgerliche Aussprachen mit Menschen, die ihr Gewissen entlasten und ihr Leben bereinigen wollten. Diese Siegesfeier am Grab des Vierzehnjährigen war der Ausgangspunkt einer großen Bewegung unter den Schwarzen und Weißen. Seither kommen viele Menschen aus großer Entfernung zu den Gottesdiensten, die Manfred hält.

Am durchschlagendsten war aber die Auswirkung von Svens Leben auf der eigenen Farm des Vaters.

Bevor die Arbeiter ihre Tagesarbeit beginnen, knien sie nieder und beten. Ein Freund von Sizabantu fuhr eines Tages an der Farm vorbei, die nahe an einer Hauptstraße liegt.

* Zufallsbild *Er berichtete dann Erlo: »Ich habe nun selbst gesehen, was du uns erzählt hast. Ich kam morgens vorbei und sah die Arbeiter niederknien zum Gebet. Ich konnte nicht anders, als das gleiche zu tun und ebenfalls niederzuknien.« Der Sieg Jesu, der damals in dem nächtlichen Erlebnis des Jungen einsetzte, wirkte sich noch in anderer Weise aus.

Im August 1980 war ich auf Sizabantu. Man informierte mich über eine schwere Dürrekatastrophe, die schlimmste seit 1873. Die Zulus, die ihr Geld nicht auf die Bank bringen, sondern dafür Ziegen, Schafe und Kühe kaufen, waren in großer Not. Die Weidegebiete waren kahl. Kein Grashalm war mehr sichtbar. Das Vieh wurde abgeschlachtet. Wer noch verkaufen konnte, gab die Tiere zu Schleuderpreisen ab.

Man sagte mir, daß die Preise der Kühe von 200 Rand heruntergingen auf 30 Rand, dann auf 10 Rand. Zuletzt gaben manche in ihrer Verzweiflung die Kühe für 7 und 5 Rand her. Der Rand stand damals auf 2,30; fünf Rand sind also 11,50 DM. Vormals reiche Zulus, die 100 Kühe besaßen, standen vor dem Nichts. Sie hatten nicht eine einzige Kuh behalten können.

Die Dürre machte nicht halt vor der Farm Manfreds. Da kamen die schwarzen Arbeiter überein, um Regen zu beten. Ohne ihren Boß zu informieren, vereinigten sie sich an einem Sonntag von 9 bis 12 Uhr zum Gebet.

Das war einige Wochen nach der Beerdigung von Sven. Am Schluß der Gebetsstunde sagte ein Zulu, der Christ ist: »Nun haben wir gebetet. Wenn Gott uns nicht hört, dann müssen wir uns fragen, ob nicht in unserem Leben unvergebene Sünde ist, die Gottes Wirken hindert. Jeder solle sich prüfen und sein Leben in Ordnung bringen.«

Am Nachmittag zogen dann einige Wolken auf, es regnete ein wenig und hörte schnell wieder auf. Die Zulus faßten das so auf, daß Gott hören und mit Regen antworten will, aber daß doch Hindernisse im Leben der Beter da sind.

Es wurde dann vereinbart, daß alle Arbeiter die Woche über sich gründlich besinnen sollten, welche Hindernisse bei ihnen vorliegen, die zu beseitigen sind. Am nächsten Sonntag kamen sie wieder, Heiden und Christen, um 9 Uhr zum Gebet zusammen.

Drei Stunden verweilten sie auf der höchsten Anhöhe der Farm vor dem Angesicht Gottes. Dann erwarteten sie nach Buße und Beichte die Antwort Gottes, die dann auch kam.

Am Nachmittag regnete es in Strömen, so durchdringend, wie es seit Jahren nicht mehr der Fall gewesen war. Der Regen weichte so den Boden auf, daß das kleine Flugzeug von Sizabantu nicht starten konnte. Die Startbahn war total aufgeweicht.

Erlo hatte dann zum Flughafen nach Durban zu fahren, um rechtzeitig zur Vortragstour nach Europa zu kommen. Dieser Buß- und Regensonntag war der 7. September 1980. Einige Tage später begann Erlo mit seiner Vortragstour in der Stadtmission in Darmstadt, wo er uns dieses Ereignis berichtete. Erlo fügte hinzu: »In Europa betet man um eine Erweckung, und es kommt keine. Warum? Weil die Christen sich nicht reinigen lassen. Sie schaffen die Hindernisse eines ungereinigten Lebens nicht weg.«

 

Jabu - Wo finde ich Hilfe?

Die 21jährigen Jabu lebt nicht weit von undefinedKwasizabantu und hörte daher von der dortigen undefinedErweckung, die es aber nicht verstand, sondern falsch deutete.

* Zufallsbild *Als man ihm gesagt hatte, daß dort Zulus bei den Weißen beichten, äußerte es: "Die Weißen sind Geheimpolizisten, die die Sünden der Zulus aufschreiben und dann weitermelden. Außerdem sind das alles Diebe, die dort zu den Weißen gehen und ihre Sünden bekennen." Eines Tages sagte ihr eine Nachbarin: "Du solltest auch dorthin gehen und reinen Tisch machen." Jabu wies es weit von sich.

Schließlich siegte bei ihr die Neugierde. Sie sagte sich, ich will die Weißen testen. Ich beichte nur Geringes und will sehen, was sie damit machen. Sie tat es und konnte den Seelsorger damit täuschen, aber nicht den Herrn Jesus.

In der folgenden Nacht wurde sie sehr unruhig. Sie konnte nicht schlafen. Ihr Gewissen plagte sie.

Sie beschloß daher, am nächsten Tag zu einem Zauberer zu gehen. Er brachte ihr keine Hilfe, darum suchte sie einen noch stärkeren Zauberer auf. Wieder umsonst!

Nun wandte sie sich an die Pfingstler. Dort wurde über einem Glas Wasser gebetet, das sie danach trinken mußte. Ruhe fand sie dabei nicht.

Ihre seelische Not wuchs. So suchte sie schließlich die Zionisten auf. Diese gaben ihr rote Kerzen, in die sie drei Nägel bohrten. Sie erhielt die Anweisung, mit den Kerzen in den Wald zu gehen und zu beten. Im Wald sah sie Bullen. Sie deutete das als böse Geister. - Nebenbei bemerkt, wurde mir das Bullensehen auch im Erweckungsgebiet von Timor berichtet. Auch dort sah man diese Gesichte als böse Geister an. -

* Zufallsbild *Ihre innere Zerrissenheit führte sie nochmals zu den Zionisten. Sie erklärten ihr: "Du betest oberflächlich, du mußt ernstlich beten."

In der folgenden Nacht standen ihr alle ihre Sünden vor den Augen. In ihrer Verzweiflung war sie nun bereit, nach Kwasizabantu zu gehen.

In der Nacht, bevor sie ging, sah sie im Traum, daß die undefinedZaubermittel an ihr klebten, ferner das Wasser der Pfingstler und die Kerzen der Zionisten.

Am Morgen machte sie sich dann auf den Weg und kam nach Sizabantu. Sie beichtete bei Erlo, der ihr den Weg zu Jesus zeigte. Nachdem sie alles ausgeräumt hatte und im Glauben die Vergebung durch Jesus angenommen hatte, zog endlich Friede in ihr Herz ein. Die Geisterbullen kamen seither nicht mehr.

Die Starken zum Raube

Diese Niederschrift erfolgt in der Passionszeit 1982 während meines zehnten Aufenthaltes auf Sizabantu.

Nach dem Frühstück las ich mit einer Gebetsgruppe aus Jesaja 53. Im Vers 12 heißt es, daß der Messias die "Starken zum Raube" haben soll.

* Zufallsbild *Die Geschichte eines solchen "Starken in der Sünde" wird mit Genehmigung hier wiedergegeben.

Es ist eine schreckliche Kurzbiographie des David Anthony Kyd aus Durban. Ich war mehrmals mit ihm auf Kwasizabantu zusammen.

Erlo Stegen dolmetschte seinen Bericht. David kommt aus einer streng katholischen Familie. Er hat 14 Geschwister, darunter neun Schwestern und fünf Brüder. Schon als Junge übertraf er alle seine Geschwister an Bosheit und Tücke.

Mit acht Jahren fing er das Rauchen an. Die Geldmittel beschaffte er sich durch kleptomanisches Stehlen. Nichts war vor seinen langen Fingern sicher. Wenn morgens um 4.30 Uhr das Milchauto die Flaschen vor die Haustüren gestellt hatte, sammelte David einen großen Teil davon wieder ein. Bis die Mutter aufwachte, war der Kühlschrank vollgepackt mit Milchflaschen. 16 Menschen waren dadurch überreich mit Milch versorgt.

Davids Hang zum Stehlen kannte keine Grenzen. Er freute sich, wenn der Vater betrunken heimkam. Das machte es ihm leicht, ihn zu bestehlen. Er raubte die Handtaschen der Besucher aus, brach Autos auf und Tearooms. Bei Parties stahl er die bereitgestellten Getränke und verkaufte sie dann an die Kioske.

Ein besonders schlimmes Kapitel war seine Freude an Perversitäten. Er belauschte die verliebten Pärchen am Strand im Gebüsch und führte dann die gleichen sexuellen Spiele mit Geschwistern und Schulkameradinnen durch. Im Alter von 16 hatte er bereits viele Freundinnen.

* Zufallsbild *Er ließ kein Gebiet der Vergnügungen und Sünde aus: Glückspiel, Kartenspiel, Bars, nächtliche Rummelplätze und anderes.

Mit 18 Jahren kam das Rauschgift dazu. Obwohl er zu dieser Zeit bereits verheiratet war, hielt er sich nebenher noch zwei und manchmal drei Freundinnen. In seinem Beruf verdiente David sehr gut. Er hatte als Schweißer beim Schiffsbau die schweren Stahlplatten zusammenzufügen.

Das große Einkommen drängte die Sucht zum Stehlen zurück. Er konnte sogar seiner Familie ein Haus bauen. Er organisierte aber alles so geschickt, daß er auf seinen Fahrten zwischen Wohnsitz und Arbeitsplatz stets seine Freundinnen besuchen konnte.

Da setzte ihm Gott das erste Stoppschild. Bei einer Fahrt nach Durban hatte er einen schweren Autounfall. Der Wagen war Schrott. Er hatte einen komplizierten Oberschenkelbruch und lag vier Monate im Spital, davon 3½ Monate mit einer Nagelung des Beines. Seither ist das eine Bein 5 cm kürzer als das andere.

Dieser schwere Unfall brachte keine Sinnesänderung. Unter den Augen der Schwestern trank er Alkohol und rauchte Dagga, ein Rauschgift ähnlich wie Marihuana.

* Zufallsbild *Eines Tages traf seine Frau bei ihrem Besuch eine Freundin im Krankenzimmer des Mannes an. Es gab einen hitzigen Streit zwischen den beiden Frauen. Die Geliebte erklärte der Ehefrau: "Ich habe soviel Recht an Ihrem Mann wie Sie." Die wütende Ehefrau schrie dann: "Ich besuche dich von heute an nicht mehr." David tat das leid, er wollte sie nicht verlieren. Es war ihm immer darum zu tun, ein guter Vater und Ehemann zu sein.

Im Spital hatte er einen Zimmergenossen, der zu einer Baptistenkirche gehörte. Dieser Christ war eifrig werbend. Er versuchte immer, mit David ein Gespräch über die Bibel und Jesus zu führen. Einmal antwortete David: "Wenn dieser Jesus, von dem du redest, heute nach Südafrika oder in ein anderes Land käme, dann würde man ihn ins Gefängnis stecken."

Dieser Baptist ließ dann einen Pastor seiner Kirche verständigen, der sofort zu einem Besuch bereit war. Nach dieser Unterredung fing David an, in der Bibel zu lesen. Es ging ihm aber in erster Linie nur darum, seine Familie nicht zu verlieren. Im letzten Grund seines Herzens herrschte auch der Wunsch nach Frieden.

An guten Vorsätzen fehlte es ebenfalls nicht. So kam es, daß er sich der Baptistengemeinde anschloß und getauft wurde. Als intelligenter Mann mit einer gewissen Redegabe fiel es ihm auch nicht schwer, von seiner Bekehrung zu sprechen und biblische Kurzbotschaften zu geben. Dieses "fromme Intermezzo" war von kurzer Dauer. Seine guten Vorsätze wurden von dem übermächtigen Hang seiner ehemaligen Süchte und Sünden überrannt.

* Zufallsbild *Er fing wieder mit Rauschgift an. Bald hatte er auch wieder zwei Freundinnen. Er verschwand oft einige Tage aus seiner Familie, um seinen Vergnügungen nachzugehen. Sein Sündenleben spielte sich jetzt nicht mehr wie früher in aller Ã-ffentlichkeit, sondern im geheimen ab.

Volle Befriedigung hatte David bei diesem Leben nicht. Er sehnte sich nach Befreiung von allen Lasten und Lastern. So trieb es ihn wieder zur Kirche, zur Bibel und zum Gebet. Es gab also eine zweite "fromme Phase", die etwa drei Monate anhielt.

Wieder wurde er von seinem Hang zu Vergnügungen überrannt. Es gab dann noch einen dritten Anlauf zur Lebensänderung, der wieder mißlang. Als er wieder drei Freundinnen hatte, verließ ihn seine Frau mit den Kindern und ging zu ihren Eltern zurück.

Nun hatte David sein Haus für sich und sein Sündenleben allein. Er konnte tun und lassen, was er wollte. Nach der Abreise der Frau betäubte er sich zuerst einmal mit Alkohol. Er kam mit einem furchtbaren Rausch heim. Da entdeckte er auf dem Tisch eine Kassette von Sizabantu mit dem Zeugnis von Lydia. Darunter lag ein Zettel mit der Bitte, die Kassette zu kopieren. Er folgte dieser Bitte und hörte damit Lydias Bericht zu. Dabei wurde sein Herz berührt. Sein sündiges, lasterhaftes Leben zog an ihm vorüber. Schließlich weinte er und rief: "Herr, ich wollte dreimal dir folgen. Wenn du mich haben willst, dann mußt du selbst mich aus all dem Jammer herausholen."

* Zufallsbild *Davids Erfahrung war nun, daß man nur durch einen totalen Zusammenbruch zu Jesus kommen kann und nicht durch den Einfluß und das Zureden anderer. Am anderen Morgen suchte ihn der Mann auf, von dem die Kassette stammte. Dieser gläubige Bruder merkte an David die Veränderung. Er nahm ihn kurzerhand mit nach Kwasizabantu.

Hier an dieser Segensstätte hörten seine Begierden völlig auf. Vorher hatte er nur das Wissen, aber keine Kraft, Jesus zu folgen und keinen Sieg über die Sünde. Unter der Verkündigung wurde ihm klar, daß er sein ganzes Leben bereinigen und alles ans Licht bringen müsse. Er schrieb alles auf, was der Geist Gottes ihm zeigte und ging in die Seelsorge.

Nach fünf Tagen ging er als neugeborener Christ zurück nach Durban. Es brannte ein Feuer in ihm, das er nie zuvor erlebt hatte. Er wurde innerlich gedrungen, zu den Menschen zu gehen, denen er Unrecht getan hatte, oder mit denen er gesündigt hatte.

Zuerst bat er seine Frau, dann die Kinder um Verzeihung. Dann suchte er die Verwandten auf, ferner die Arbeitskameraden und tat das gleiche. Manche verspotteten und verlachten ihn. Andere hielten ihn für verrückt. Trotzdem legte er Zeugnis ab, bekannte sich zu Jesus und entschuldigte sich bei allen.

Schwierig war die Aussprache mit drei ehemaligen Freundinnen. Er ging auch zu den ehemaligen Schulkameradinnen, mit denen er unsaubere Spiele getrieben hatte. Sie waren inzwischen erwachsene Frauen geworden. Manche konnten sich nicht mehr erinnern. Eine Frau jagte ihn aus dem Haus.

* Zufallsbild *Je mehr er aber in Ordnung brachte, desto freier wurde er. Von nun an konnte er jedem frei und offen ins Gesicht schauen. Viele wandten sich von ihm ab, weil sie an ihre eigenen Sünden erinnert worden waren.

Seine Frau war inzwischen zurückgekehrt. Es dauerte nicht lange, da kamen Frau und Kinder ebenfalls zu Jesus. Es sammelten sich auch andere Christen um den eifrigen Zeugen. Dadurch entstand in seinem Haus eine christliche Gemeinschaft, die regelmäßig zusammenkommt. David hatte einen hohen Preis zu zahlen.

Eine Bekehrung und Befreiung ist keine billige Sache, sondern erfordert den höchsten Einsatz. Es bleibt aber bei dem, was der Prophet Jesaja im Geiste vorausschaute, daß der Messias Menschen aus den größten Tiefen herausholen kann. Das wird auch am Kreuz deutlich, wo ein Verbrecher noch das Paradies gewann.

Danken, wenn man blind ist?

* Zufallsbild *Im Erweckungsgebiet der Zulus in Natal (Südafrika) hörte ich die Geschichte einer Blinden. Sie dankt für ihre Erblindung und sagt: "Ich will erst in der Ewigkeit sehend werden. Das erste, was ich sehen will, ist der Herr Jesus." Danken, wenn man blind ist?

Weitere Zeugnisse

Weitere Zeugnisse finden Sie hier:

Buchvorstellung

Anhand von 500 Beispielen werden rund 150 okkulte Bewegungen erläutert. Als Nachschlagewerk gibt das Buch klare Wegweisung im okkulten Chaos unserer Zeit und enthält ein umfangreiches Kapitel über die Befreiung aus okkulten Bindungen. Ergänzungsband zu "Seelsorge und Okkultismus.

832 Seiten, 25,- €

Menschen berichten...

Auf dem schmalen Weg kam Lydia an eine Stelle, wo drei Männer dabei waren, unentwegt andere Pilger in schwarze Särge zu legen. Es wurde Lydia deutlich gemacht: das sind Gläubige, die über die Sünden der anderen reden, die kritisieren, verurteilen, verdammen; Gläubige, die andere abschreiben und "beerdigen" und dabei ihr Ziel verfehlen. Sie konnten auf dem schmalen Weg nicht weiter gehen...

Aus dem Buch "undefinedIm Paradies"

Gehört aber nicht Opposition dazu, wenn Gott ein Feuer anzündet? Wenn eine Erweckung keine Widersacher hat, dann ist das keine echte Erweckung.
Dr. Kurt E. Koch

Zitat Dr. Koch

"Befreiung aus okkulter Belastung ist nur über Christus möglich durch eine Generalbeichte. Wer frei werden will, muss sich rückhaltslos Jesus Christus ausliefern."