Kartenlegen

Geschichtlich läßt sich das Kartenlegen über viele Jahrhunderte nachweisen. Die Römer besaßen bereits ein System von Täfelchen, auf denen Symbole aufgezeichnet waren. Im 8. Jahrhundert kamen dann die Karten auf. Die Technik der Wahrsagerei mit Karten ist ziemlich einfach.* Zufallsbild *

Den einzelnen Karten wird eine bestimmte Bedeutung zugemessen, z. B. Herz 7: Liebeskarte, Herz 10: Wunscherfüllung, Pik 10: Glückskarte.

Bei 32 Spielkarten gibt es dann Tausende von Kombinationen. Lernen wir nun die Hauptprobleme der Kartenlegerei an Hand von Beispielen kennen.
 
B 12. Ein Evangelist der deutschen Zeltmission hielt im Zelt einen Vortrag gegen das Wahrsagen und das Kartenlegen.
Hinterher stellte der anwesende Dekan den Evangelisten zur Rede und erklärte ihm: "Was wollen Sie eigentlich mit Ihrem Protest gegen das Kartenlegen? Ich schlage ja selbst die Karten. Das ist doch ein harmloses Gesellschaftsspiel." â€â€ Zu diesem Beispiel aus deutschem Raum ein ähnliches aus der Schweiz.* Zufallsbild *
 
B 13. Ein schweizer Gemeindepfarrer veranstaltete einen Bazar. Es wurden verschiedene Märchenbuden im Gemeindehaus aufgebaut. Eine Bude trug die Überschrift "Zur Wahrsagerin". Für 20 Rappen konnten die Kinder in dieses Abteil der Wahrsagerin eintreten und sich wahrsagen lassen. Ein Kirchenältester empörte sich gegen diesen Unfug und hielt es dem Pfarrer vor. Der Ortsgeistliche erklärte: "Das ist doch harmloser Scherz." Ein Junge, der die kirchliche Wahrsagebude betrat, erhielt die Auskunft: "Du wirst die nächste Woche vom Fahrrad stürzen." Einige Tage später erfolgte tatsächlich dieser Sturz. Der Junge brach sich dabei ein Bein. Ein Mädchen erhielt von der Kartenlegerin die Wahrsagung: "Der Lehrer mag dich nicht." Von dieser Zeit an litt das Mädchen sehr unter dieser angeblichen Abneigung des Lehrers.
Diese beiden ersten Beispiele zeigen den Tatbestand, daß die Kartenlegerei keine Verharmlosung erträgt. Die beiden Kinder waren bereits das Opfer einer Suggestion. Die beiden Geistlichen waren das Opfer der rationalistischen Humbugtheorie ihrer Universitätsbildung, die auf dem Gebiet der undefinedMagie (Beherrschung der Materie durch den Geist oder Seele) und Mantik (Wahrsagekunst) eine verhängnisvolle Lücke aufweist.

Zwischenruf:
In dieser Zeit ist zwar der Teufel los, aber Gott am Zug.
Peter Hahne

2. Soweit es sich bei der Kartenlegerei nicht nur um üble Geldmacherei handelt, sondern paranormale (ungewöhnliche) Fähigkeiten mitschwingen, spielt die Telepathie (Gedankenlesen, Gedankenanzapfen) und die unterbewußte Kommunikation (Mitteilung, Verbindung) eine Rolle. Ein Beispiel soll den Sachverhalt klären.
 
B 14. Eine Sechzehnjährige suchte die Kartenlegerin auf. Sie wollte wissen, wie lange sie noch warten müßte, bis der heißersehnte Freund auftauchen würde. Die Kartenlegerin sah sie scharf an und sagte: "Ihr Bruder hatte vor einem Jahr einen schweren Motorradunfall. Stimmt das?" "Ja." "Ihre Mutter ist herzkrank. Stimmt das?" "Ja." "Sie leben zur Zeit im Streit mit dem Vater. Stimmt das?" "Ja, woher wissen Sie das alles." "Aus den Karten." In Wirklichkeit besaß aber die Kartenlegerin die seltene Fähigkeit der Telepathie (Gedankenlesen) und las daher diese Aussagen dem Mädchen ab. Die junge Kundin schenkte auf Grund dieser Erklärungen der Kartenlegerin volles Vertrauen. Nunmehr machte die Wahrsagerin Angaben im Blick auf die Zukunft. Das Mädchen glaubte den zweideutigen Aussagen und stellte sich innerlich darauf ein. Sie erlag in ihrem Aberglauben einem Erfüllungszwang. Hier ging es auch nach dem Bibelwort: "Euch geschehe nach euerem Glauben". Die richtig gewahrsagte Vergangenheit löste den psychologischen Prozeß der unbewußt bewirkten Erfüllung aus.* Zufallsbild *

3. Eine weitere Form der Kartenlegerei beruht auf echten medialen Fähigkeiten. Das Wort medial kommt vom lateinischen medium, das Mittel. Man bezeichnet mit medial die schwer zu beschreibenden geheimnisvollen Fähigkeiten mancher Menschen, Vorgänge auszulösen oder zu erfassen, die über den Bereich der fünf Sinne hinauszugehen scheinen. Lassen wir eine medial veranlagte Kartenlegerin selbst zu Wort kommen.
 
B 15. Eine Kartenlegerin erklärte auf Befragen, sie wäre im Augenblick des Wahrsagens von einer fremden Macht beherrscht. Ein fremder Geist würde über sie kommen. Sie müßte dann Dinge aussagen, die sie selbst nicht wüßte. Das Gefühl würde sie beherrschen, als ob sie im Moment des Wahrsagens besessen wäre. Hinterher wäre sie wieder völlig normal. â€â€* Zufallsbild *
Mit diesem Beispiel sind wir in der Nähe des Erlebnisses aus Apostelgeschichte 16, 16â€â€18. Paulus missionierte in Philippi. Eine Wahrsagerin kreuzte seinen Weg. Sie rief täglich in die Straßen, in die Volksmenge hinein: "Diese Menschen sind Knechte Gottes, des Allerhöchsten, die euch den Weg der Seligkeit verkündigen." Hätte sich Paulus über diese Zustimmung nicht freuen müssen? Warum wehrte er dieser Frau? Der Apostel sah sofort, daß hier Wahrsagekräfte, die von unten stammten, vorlagen. Er trat im Namen Jesu der Frau entgegen und gebot: "Ich gebiete dir in dem Namen Jesu Christi, daß du von ihr ausfahrest." Die Wahrsagerin wurde augenblicklich von ihrer Wahrsagefähigkeit gelöst. Dieser Zwischenfall der jungen Europamission ist sehr ertragreich. Zunächst ersehen wir daraus, daß es echte Wahrsagekräfte gibt und nicht alles Humbug und Schwindel ist. Die Wahrsagerin sagte echte Tatbestände aus. Die Frau bezog ihre Erkenntnisse von außermenschlichen Intelligenzen, von dämonischen Mächten. Ferner wird deutlich, daß die Wahrsagerei auch fromme Inhalte verkündigt. Nur zu oft wird das okkulte (dunkle, dämonische) Treiben solcher Leute mit christlichen Verbrämungen getarnt. Der Apostel durchschaute sofort die Herkunft dieser Wahrsagefähigkeit. Er besaß die Gabe der Geisterprüfung und Geisterunterscheidung. Auch offenbarte sich unmittelbar seine geistliche Vollmacht in seinem missionarischen Dienst. Der Name Jesus ist allen dunklen Machenschaften der Finsterniswelt gewachsen. * Zufallsbild *Der ganze Sieg des Evangeliums über die dämonisch verhaftete Heidenwelt leuchtete auf. Im Namen Jesu sprangen dieBande und Ketten entzwei. Das arme gequälte Menschenkind wurde frei. â€â€ Der vielfache Tatbestand dieser Geschichte tritt in vielen Abwandlungen bei der Wahrsagerei immer wieder zutage.

4. In seelsorgerlicher Hinsicht interessieren nicht die wissenschaftlichen Streitfragen, sondern die Folgen der Wahrsagerei und ihre Überwindung. Einige Beispiele sollen das deutlich machen.
 
B 16. Eine Studentin berichtete in der Aussprache von verschiedenen seelischen Störungen. Sie hätte Examensangst, Lähmungserscheinungen, keine Kraft zum konzentrierten Arbeiten. Sie erweckte den Eindruck, als ob ihre geistigen und psychischen Fähigkeiten gespalten wären. Auf Befragen gab sie zu, daß sie öfters Kartenlegerinnen zu Rate gezogen hatte. Auch ihre Vorfahren waren wahrsagehörig.* Zufallsbild *
 
B 17. Ein christlicher Akademiker war Kartenleger und übte das nicht nur für sich und seine Familie, sondern auch zur Beratung seiner Gemeindeglieder jahrelang aus. Nach seinem Tod wurde seine Frau hemmungslos gegenüber dem Alkohol. Sie entwickelte sich zu einer notorischen Trinkerin. Sie vertrank die ganze Pension. In ihrem Haus fand sich stets eine ganze Batterie Flaschen. Zu diesem Übel befaßte sich die Ehefrau und ihre Tochter mit der weißen Magie und setzte damit die okkulte Tradition ihres Mannes fort. Die Tochter trat in die Fußstapfen ihrer Eltern. Sie war ebenfalls in das abergläubische Brauchtum der Mutter verstrickt. Als das Mädchen 17 Jahre alt war, umnachtete sich ihr Geist. Sie kam ins Irrenhaus. Magie und Aberglauben hatten diese ganze Familie zerstört.
 
B 18. Ein gläubiger, junger Mann berichtete mir aus seiner Soldatenzeit. Er war als Unteroffizier bei einer Einheit, in der ein Feldwebel allen Unteroffizieren die Karten legte. Der gläubige Unteroffizier verbat sich zuerst diese Wahrsagerei. Schließlich gab er dem Vorgesetzten nach. Der Kartenleger prophezeite ihm, er würde am nächsten Tag eine Trauerbotschaft erhalten. Ferner hätte er in einigen Tagen eine Geldsendung zu erwarten. Tatsächlich erreichte ihn am nächsten Tag die Nachricht, daß sein Onkel gestorben war. Fünf Tage später kam auch die angekündigte Geldsendung. Die Eltern hatten sonst nie die Gepflogenheit, ihrem Sohn Geld zu überweisen. Diese Geldsendung war eine einmalige Angelegenheit. Nach dieser Beratung durch den Kartenleger stellten sich bei dem gläubigen Unteroffizier Depressionen (Schwermutsgedanken) ein. Sein Gebetsleben war gestört. Er suchte einen gläubigen Mann zur seelsorgerlichen Hilfe auf. Nach dessen Gebet unter Handauflegung waren die schweren Gemütszustände völlig verschwunden.* Zufallsbild *
In dieser Beispielreihe liegt eine Reihe von Problemen. Der einfachste Fragenkomplex sind die psychologischen oder parapsychologischen Fragestellungen (Parapsychologie = Wissenschaft von den ungewöhnlichen Randerscheinungen des Lebens). Besaß der Feldwebel wirkliche Wahrsagefähigkeiten? In dem vorliegenden B 18 ist das nicht ersichtlich. Der Unteroffizier kann von der schweren Krankheit des Onkels gewußt haben. Ferner spielte er vielleicht mit dem Gedanken, seine Eltern könnten anläßlich der kurz zuvor erfolgten Beförderung ihm eine Gratulationsgabe überweisen. Der Feldwebel brauchte dann nur mit Hilfe eines feinen Fingerspitzengefühls oder auf Grund eines telepathischen EinfühlungsVermögens dem Unteroffizier diesen Tatbestand abgezapft haben. Eine echte Vorschau scheint keineswegs vorzuliegen.
Der zweite Fragenkreis hat medizinischen Charakter. Sind die Störungen durch die Wahrsagerei verursacht oder ausgelöst worden? Lag nicht vielmehr eine latente (verborgene) Gemütserkrankung oder sogar Geisteskrankheit vor, deren Ausbruch zeitlich mit der Wahrsagerei zusammenfällt? Wird das zeitliche Zusammentreffen (die Koinzidenz) nicht irrtümlich als Kausalität (Ursächlichkeit) gewertet? Wird also nicht Ursache und Wirkung verwechselt? Das sind die Einwände, die stets von der Psychiatrie (Wissenschaft von den Geistes- und Gemütskrankenheiten) her erhoben werden.* Zufallsbild *

Hinter diesen medizinischen Einwänden liegen gewichtige biblisch theologische Probleme. Es wird von der Medizin weithin und auch von vielen Theologen bestritten, daß okkulte Vorgänge seelische, nervöse Störungen und Schädigungen des Glaubenslebens hervorrufen können. Noch eine Stufe weiter zurück liegt das Problem, ob es außermenschliche, dämonische Mächte gibt, die in ihrer Wirksamkeit in das Menschenleben hineinragen.

Die Psychiater fassen in diesem Zusammenhang die Berichte des Neuen Testaments von den Besessenen fast durchweg als schwere Hysteriefälle auf. Viele Theologen lassen sich von dieser Auffassung ins Schlepptau nehmen und sprechen bei der Besessenheit von einer Krankheit, von einem Defekt.

Zunächst sind es die Theologen, welche mit den rationalistischen Eierschalen ihrer liberalen Theologie noch nicht fertig geworden sind, vorneweg alle Anhänger der Bultmannschen Theologie. Sie gehen am wahren Sachverhalt der biblischen Berichte glatt vorbei. Sie besitzen kein Aufnahmeorgan für biblisches Geschehen. Die geistige Hurerei mit den philosophischen Strömungen der Vergangenheit oder Gegenwart hat sie abgestumpft gegen das Pneuma (Hl. Geist). Peinlich ist es allerdings auch, wenn eine positive Basler Theologin, die in ihrem Büchlein "Heil und Heilung" gute neutestamentliche Gedanken entfaltet, die Wahrsagefähigkeit einen Defekt nennt. Das ist eine Abfärbung der psychiatrischen Bedenken.* Zufallsbild *

Grundsätzlich wird im Neuen Testament ein Defekt, eine Krankheit geheilt, aber undefinedBesessenen wird im Namen Jesu geboten. Die Wahrsagerin in Philippi hatte keinen Defekt, sondern einen dämonischen Abgrundsgeist. Darum heilte Paulus sie nicht durch Handauflegung und Gebet, sondern er gebot im Namen Jesu den unreinen Geistern auszufahren. An der Therapie (Heilmethode), die Jesus und die Apostel übten, wird ersichtlich, um was für Schädigungen es sich bei den Patienten handelte. Den leiblich Kranken wurde undefinedHandauflegung unter Gebet geschenkt, den unreinen Geistern und undefinedDämonen wurde die Vollmacht des Austreibungswortes entgegengesetzt.
Wenn wir nun zu den medizinischen Ausgangsfragen zurückkehren, so muß von der Hl. Schrift her eine Distanz zur Psychiatrie aufgerichtet werden. Es wird selbstverständlich der Medizin zugestanden, daß viele Geisteskrankheiten einen magischen Faktor oder Komplex haben. Das wird bei vielen Gesprächen mit Schizophrenen deutlich, die oft behaupten, sie wären magisch verfolgt oder verhext. Mit dieser Beobachtungdarf aber nicht die andere Tatsache entkräftet werden, daß in vielen Fällen die undefinedMagie das Primäre (das Erste) ist und die seelischen Störungen die Auswirkungen und Folgen sind. 3000 sorgfältig eruierte (geprüfte) Fälle sind ein ins Gewicht fallendes Beweismaterial. Außerdem kennen unsere Parapsychologen, z. B. Prof. Dr. Bender von der Freiburger Universität, Krankheiten, die nach okkulter Betätigung entstanden sind. Es sei nur die mediumistische Psychose erwähnt.* Zufallsbild *

Die Seelsorge zeigt eindeutig, daß die Beschäftigung mit dem undefinedSpiritismus, mit der Magie oder mit der "Wahrsagerei (Mantik) Störungen hervorruft, die sich oft medizinisch nachweisen lassen. In fast jedem Fall aber zeigen sich Schädigungen des Glaubenslebens. Diese Beobachtung weist darauf hin, daß bei der Entstehung solcher Schädigungen in erster Linie biblische Sachverhalte zugrunde liegen. Für ihre Behandlung ist zunächst der theologische Seelsorger, falls er ein bibelgläubiger Christ ist, zuständig und außerdem der gläubige Psychiater.

Buchvorstellung

Teil 4 aus der Reihe: "Aus meinem Leben" mit interessanten Berichten aus der ganzen Welt.

Hypnose, Countrydevil, Rutengängerei, Sundar Singh und der Schneemensch, Kannibalismus u.a.

96 Seiten, 1,50 €

Menschen berichten...

Ein Evangelist predigte: "Es gibt viele Religionen, aber das Christentum ist keine Religion, sondern die Lebenshingabe an Jesus." Einige Monate danach vollzog Juvan den Schnitt mit der Religion der Väter. Jeder Brahmane trägt um den Leib eine heilige Schnur als Zeichen seiner Kaste. Diese Schnur zerschnitt er und ebenso die heiligen Fransen...

Aus dem Buch "undefinedIm Himalaja"

Erweckung

"Gott ist souverän. Aber die Tatsache, dass Gott souverän ist, hebt nicht die Verantwortung des Menschen auf. Gott schenkt Erweckung. Aber wir sind die menschlichen Akteure, durch die Erweckung möglich ist." (Duncan Campbell)

Zitat Dr. Koch

"Wer seinem Horoskop verfällt, verliert die Freiheit seiner Entscheidungen."