Zuluzauberei und Umsessenheit

Bei den bereits neun Aufenthalten im Bereich der Zulus erfuhr ich immer mehr über ihre Zauberei. Ein Beispiel sei hier wiedergegeben. Es handelt sich um Lindiwe Ngcobo, die ich persönlich kenne.

Lindiwe wuchs in einem christlichen Elternhaus in einer zivilisierten Gegend südlich von Durban auf. Wer meint, christliche Familien - im landläufigen Sinn gebraucht - würden sich der Zauberei enthalten, der kennt nicht die Situation der Schwarzen. Als ich vor 20 Jahren von Prof. Dr. Beyerhaus eingeladen worden war, an seinem theologischen Seminar in Mapumulo zu sprechen, erklärte er mir, daß von 100 Theologiestudenten 99 noch in der Zauberei ihrer Väter steckten. Christlicher Glaube und Zauberei laufen parallel, so wie in Europa Christen sich östlichen, heidnischen Religionen hingeben. Ich habe es manchmal erlebt, daß Pfarrer ihre Gemeindeglieder zu Jogakursen oder zur Übung der transzendentalen Meditation einluden.

Mit elf Jahren machte Lindiwe ihre ersten Erfahrungen mit einem Tokolosh. Es handelt sich hier um ein zwerghaftes Geisterwesen, das in ganz Südafrika, Südwestafrika und in Rhodesien (Simbabwe) bekannt ist. Die Tokoloshe erscheinen nur medial veranlagten Menschen. Solche Träger medialer Kräfte gibt es aber auf dem Kontinent Afrika zu Millionen. Parallelen zu den Tokoloshen fand ich in Schweden in Gestalt der Kobolde, Gnome, Zwerge, Wichtel und Tomter. Sie erscheinen in Schweden auch nur medial Veranlagten. Da es in Schweden gegenüber Afrika medial Veranlagte nur im Verhältnis 1 zu 100 gibt, werden diese kleinen Zwergwesen von den "rational Erleuchteten" in Europa nur als unwirkliche Fabelgestalten angesehen. Wir haben aber in der Bibel einen Beleg für die Existenz dieser kleinen Zwischenwesen.

Jes. 34,14 Ein Feldgeist wird dem andern begegnen; der Kobold wird auch daselbst herbergen.
Jes. 13,21 Feldgeister werden da hüpfen.
2. Chr. 11,15 Er stiftete Priester für die Feldgeister.

Lindiwe wurde das geplagte Opfer eines Tokolosh. Wenn dieses Zwergwesen ihr erschien, fiel sie in Trance. Das Zimmer war dann von einem hellen Licht erfüllt, das nur ihr sichtbar war. Dieses Licht schien sie zu erdrücken. Sie war von ihm gebannt und gelähmt. Tokoloshe beherrschen die Transfiguration (Gestaltveränderung) ähnlich wie die Dämonen oder der Teufel, die in verschiedener Gestalt erscheinen können.

Der Tokolosh manifestierte sich gelegentlich als kleines Kind, dann als alter Mann, mehrmals als Katze. Einmal nahm Lindiwe das kleine Kind auf den Arm. Es verwandelte sich sofort in den Tokolosh und wurde schwer wie ein Fels. Gleichzeitig fühlte sie sich gelähmt und konnte sich nicht mehr bewegen.

Dieser Dämon nahm auch einmal die Gestalt eines ihrer kleinen Geschwister an.
Um von diesen Belästigungen durch den Tokolosh frei zu werden, suchte Lindiwe den Leiter einer Zauberschule auf. Er erklärte ihr, daß die Erscheinungen eines Tokolosh bedeuten, daß sie die Veranlagung und Berufung habe, eine Zauberin zu werden. Ihr Großvater sei Zauberer gewesen. Dessen Geist wolle nun in sie fahren. Weil sie aber einer christlichen Familie angehöre, solle sie keine heidnische, sondern eine christliche Zauberin werden. Hier sieht man wieder die Parallelität vom Namenchristentum und Zauberei.
Lindiwe ging auf die Vorschläge des Zaubermeisters ein. Anstatt der heidnischen Felle, wie sie von heidnischen Zauberern getragen werden, erhielt sie farbige Bänder, die sie über Kreuz unter ihrer Kleidung zu tragen hatte.

Damit alles einen christlichen Anstrich bekam, wurden ihr diese Zauberbänder im Namen des dreieinigen Gottes angelegt. Es handelte sich also um eine Form der weißen Magie. Bei ihrer nachfolgenden Ausbildung als Zauberin wurde auch die Bibel und das Gebet benutzt, aber so, daß die Bibelverse in lästerlicher Weise verzerrt wurden. Sie hatte auch den Toten Opfer darzubringen.
Zur Vervollständigung des Rituals wurde sie nach Art der Zauberer abends nach Sonnenuntergang getauft. Diese Taufe stellt einen Schutzzauber dar, der sie vor falschen Geistern und vor magischen Angriffen anderer Zauberer behüten sollte.

Während der Ausbildungszeit hatte sich Lindiwe verschiedener Aufgaben und Zeremonien zu unterziehen. Die Zauberschülerin hatte in der Nähe der Zauberschule Wasser zu schöpfen. Es wird mit Asche und Salz gemengt und dann gekocht, bis es eine braune oder rötliche Farbe zeigt. Dieses vorbehandelte Wasser sollte nun Lindiwe in ihren Heimatort tragen, der vier Stunden entfernt lag. Vorher mußte aber die Erlaubnis der Geister eingeholt werden. Der Transport des Wassers erfolgt nicht in einem Gefäß. Die junge Zauberin hatte das Wasser zu trinken. Nach einem Fußmarsch zu Hause angekommen, erbrach sie das Wasser, das aufgefangen wurde. Auch der Urin wurde gesammelt. Die ganze Flüssigkeitsmenge wurde dann gekocht. Die Zauberin hatte sich auszuziehen und in den Dampf des kochenden Wassers zu stellen.

Das war eine tägliche Pflichtübung. Wöchentlich wurde das Wasser von der Zauberschule für diese Praktiken geholt. Um böse Geister und Unglück abzuhalten, wurde dieses Wasser auch um das Haus herum gesprengt.
Lindiwe fand bei all diesen Zauberkünsten keine Hilfe. Im Gegenteil, ihr Zustand verschlimmerte sich. Die Dämonen plagten sie mehr als zuvor.

Sie entschloß sich daher, starke heidnische Zauberer zu konsultieren. Sie suchte Rat bei sogenannten Blitzzauberern, die unerklärliche Blitzphänomene produzieren konnten. Ihnen wurde auch nachgesagt, daß sie sich in Paviane verwandeln konnten, eine Art von Tierverwandlungen, die es nicht nur bei den Zulus, sondern auch in anderen afrikanischen Ländern gibt.
Die Blitzzauberer rieten Lindiwe ab, sich an die christlichen Zauberer zu halten. Die heidnischen Zauberer hätten größere Macht. Das geplagte Mädchen willigte ein. Daraufhin schnitten die heidnischen Zauberer der christlichen Zauberin Wunden an allen Gelenken. Das Blut wurde aufgefangen und auf einen Berg gebracht. Dies sollte für die plagenden Dämonen ein Anziehungspunkt sein, die sich dann nicht mehr auf sie selbst, sondern auf ihr Blut konzentrieren würden. Ein weiterer Schutzzauber bestand darin, daß sie Ruß vom Herd und von den Kesseln abkratzen mußte. Sie hatte ihn dann mit Wasser zu vermengen und den Mund damit zu spülen. Alle Zauberei schlug aber fehl.
Die Dämonen ließen nicht von ihr ab.

Sie suchte dann bei verschiedenen christlichen Kirchen Hilfe, ohne sie zu finden. Ein weiterer Plan war, sich als Krankenschwester ausbilden zu lassen. Da ihr das Geld dafür fehlte, wurde sie zuerst Lehrerin an einer Grundschule. Mit dem verdienten Geld wollte sie ihr eigentliches Berufsziel erreichen.
In der Schule hörte sie von einem Gottesdienst in Mount Elias. Ich kenne diesen Ort und habe dort schon selbst gepredigt. Beim Besuch des Gottesdienstes hörte sie das Zeugnis von Joseph, dem ehemaligen Gangsterboß von Soweto, der sich auf Sizabantu bekehrt hat und nun zur Mannschaft Erlos gehört. Schlagartig wurde ihr klar, daß es auf diese Weise Rettung für sie gäbe.
Eine Übergabe an den Herrn Jesus erfolgte hier aber noch nicht. Sie besuchte dann weitere Gottesdienste in Kingscliff. Jetzt beschloß sie, sich Jesus auszuliefern. Eine Beichte legte sie aber noch nicht ab. Nun wurde der Kampf schlimmer als zuvor. Sie erlebte furchtbare Dinge wie nie zuvor in ihrem Leben.

Die Geister plagten sie und sprachen leibhaftig mit ihr. Ihre Stimmen konnten auch von anderen mitgehört werden. Es liegen also keine Halluzinationen einer Schizophrenen vor. Einer der Dämonen sagte ihr: "Dieser Weg ist falsch."
Lindiwe beschloß bei diesen furchtbaren Angriffen, in den folgenden Ferien nach Kwa Sizabantu zu gehen. Nach ihrer Ankunft fühlte sie sich sofort besser. Unter der Verkündigung auf Sizabantu wurde sie von all ihren Sünden überführt. Sie brachte in einer Generalbeichte alles ans Licht. Es wurde ihr gezeigt, daß sie mit ihrer bisherigen Zauberei und allen Mächten brechen müßte. Dazu gehöre auch das Verbrennen aller Zaubergegenstände. Noch bevor das alles geschehen konnte, wurde sie vollständig frei. Die Reihenfolge der seelsorgerlichen Führung war also: das Beichten aller bewußten Sünden, die gründliche Reinigung des Lebens, ein innerer Bruch mit allen Finsternismächten, das Vernichten sämtlicher Zaubermittel.

Die Umkehr und Befreiung der Zauberin hatte Folgen. Lindiwe war mit einem jungen Mann verlobt. Seine Eltern hatten nach Zulusitte bereits an die Eltern Lindiwes Zahlungen geleistet. Bei den Zulus kostet eine Frau drei bis 20 Kühe. Lindiwe suchte nun die leitenden Frauen der Gemeinde auf und erklärte, daß sie die Verlobung lösen wolle. Diese Frauen waren die Drahtzieherinnen dieser geplanten Verbindung gewesen und lehnten die Entscheidung der gläubigen Christin ab. Eine dieser Frauen, die zu dem Gebetskreis der christlichen Gemeinde gehörte, war Zauberin(!). Diese belastete Frau erklärte: "Wie kann Gott das von dir verlangen? Er tut nichts, ohne es nicht mir vorher zu sagen." Lindiwe blieb aber fest und unnachgiebig, denn der Verlobte war ein ungläubiger Mann. Ihre eigenen Eltern leisteten auch großen Widerstand, weil sie wußten, daß sie im Fall der Entlobung die Anzahlungen zurückzahlen müßten.

Die Frauen des Gebetskreises wollten sie unbedingt zwingen, den zahlenden Bräutigam zu heiraten. Nach heidnischer Sitte brachten sie Lindiwe zu dem Verlobten, damit er sie durch Schläge zurechtweisen sollte. Lindiwe kam ihnen zuvor. Sie suchte den Verlobten auf und gab ihm das Zeugnis ihrer Umkehr. Zu ihrem Erstaunen antwortete der junge Mann: "Wenn Gott in dein Leben getreten ist, dann spreche ich dich frei. Wenn es aber nicht Gott ist und du heiratest einen anderen, soll dieser wie Schlangengift für dich sein." Daraufhin gab Lindiwe ihren Eltern alle ihre Ersparnisse, um dem Exverlobten die angezahlte Summe zurückgeben zu können.

Die ehemalige Zauberin machte in ihrer geistlichen Entwicklung gute Fortschritte. Sie fühlte den Ruf in die Reichgottesarbeit, um das Evangelium zu verkünden. Seit 1978 ist sie nun Mitarbeiterin in Erlos Mannschaft.
Preis dem Herrn, der Hartgebundene freimacht und sie zu seinen Werkzeugen zurüstet!

Buchvorstellung

Berichte aus dem Erweckungsgebiet Kwasizabantu.

130 Seiten, 2,60 €

Leseprobe:
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Aus dem Buch "undefinedMusik unter der Lupe"

Erweckung

"Wir haben gerade so viel Religion, wie wir Gott haben. Die Zunahme der Religion und ihre Erweckung bedeutet nichts anderes, als mehr von Gott in unser Herz und unser Leben, mehr von Gottes Willen, mehr von Gottes Gegenwart und mehr von Gottes Kraft zu bekommen. (Andrew Murray in "The Prophet Priest")

Zitat Dr. Koch

"Ich fand in der Seelsorge noch keinen, der bei einer okkulten Belastung ohne die Hilfe der Beichte frei geworden wäre."