Die Untergrundkirche

In den christlichen Blättern ist in letzter Zeit viel um die Existenz der Untergrundkirche gestritten worden.
So schrieb ein Mann, der vier Wochen in Rumänien weilte, Pfarrer Wurmbrand hätte ein verzerrtes Bild von der Lage gegeben. Es ist doch seltsam, daß ein Mann nach einem vierwöchigen Besuch die Situation des Landes besser kennen will als ein Mann, der 50 Jahre in dem betreffenden Land gelebt hat.
* Zufallsbild *Um Zeugen zu haben, nahm ich mit drei rumänischen Pfarrern, die gläubig sind, Verbindung auf. Ich fragte: "Ist die Situationsschilderung von Wurmbrand richtig oder nicht?" Alle drei bestätigten die Wahrheit der Aussagen von Wurmbrand. Einer dieser drei Rumänen war selbst sieben Jahre in kommunistischen Gefängnissen und hat ähnliche Folterungen wie Wurmbrand erlebt. Der zweite berichtete, daß die Kirche, deren Gemeinde er betreute, von den Kommunisten weggenommen wurde. Sie kommen seither viele Kilometer außerhalb des Ortes unter freiem Himmel zum Gebet zusammen. Der dritte, der sich noch in Rumänien befindet, schrieb mir, daß er sich nicht einmal zwei Tage von seiner Gemeinde entfernen darf, ohne es der Behörde vorher zu melden. Dazu darf er in keiner anderen Gemeinde sprechen als in seiner eigenen, und das nur mit allergrößten Einschränkungen.
Warum wird von diesen "Vierwochenreisenden" die Wahrheit so entstellt? Nun, der Vorgang ist bekannt. Es steht nicht immer böser Wille dahinter. Wie kommen diese Berichte zustande?
Es soll das an einem russischen Beispiel gezeigt werden, das in gewisser Abwandlung für alle kommunistisch beherrschten Länder gilt.
Moskau hat ein theologisches Seminar. Haben wir recht gehört? Jawohl, in der roten Metropole eine theologische Ausbildungsstätte! "Da seht ihr es ja, daß in Rußland eine religiöse Freiheit herrscht, wenn der Staat sogar Priester ausbilden läßt", sagen die "Vierwochenreisenden". Was ist aber der eigentliche Sinn dieses Seminars? Verfolgen wir den Zweck. Ein junger gläubiger Russe erlebte seine Bekehrung. Er war so feurig für den Herrn Jesus, daß er Priester werden wollte. In seiner Ahnungslosigkeit meldete er sich bei dem theologischen Seminar in Moskau, um sich ausbilden zu lassen. * Zufallsbild *Er erhielt daraufhin von der Behörde eine abschlägige Antwort, daß nur von der Regierung ausgesuchte Leute dort studieren dürften. Der gläubige Mann, mit dem Namen J. S. aus dem Dorf M., war aber hartnäckig. Er ließ sich nicht so schnell abbringen. Da wurde er kurzerhand verhaftet und zu drei Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Wer begreift einen solchen Widerspruch? Die Touristen verstehen es nicht. Die werden mit Höflichkeit und guter Bewirtung "präpariert", damit sie ihren Heimatländern rosig gefärbte Berichte liefern. Wer aber das System kennt, weiß, was da gespielt wird.
Dieses theologische Seminar ist von Atheisten organisiert. Junge Kommunisten werden dafür abgeordnet, dort Theologie zu studieren. Sie werden dann Priester und offizielle Pfarrer der Kirchengemeinden, um darin theologisch eingepackten Atheismus und Kommunismus zu lehren. Die besondere Tragödie ist, daß sie einen Hauptteil ihrer Zurüstung der modernen Theologie entnehmen. Westliche Theologen schmieden dem Osten die Waffen zur Christenverfolgung. Das läßt sich noch begreifen. Unverständlich ist aber, daß gläubige Touristen aus dem Westen entstellende Berichte in westlichen Blättern veröffentlichen.
Das "Umfunktionieren" der Informationen aus dem Osten ist einer der diabolischsten Vorgänge der Gegenwart. Dazu eine aufschlußreiche Episode aus erster Hand. Zwei westliche Kirchenführer - nicht der Landeskirchen - besuchten Rumänien und erhielten vom Kultusminister eine Audienz. Eine ihrer ersten Fragen war: "Für welche Vergehen ist W. im Gefängnis gewesen?" * Zufallsbild *Der Erzkommunist antwortete natürlich: "Wegen politischer Vergehen." - Dabei hat dieser Kommunist noch recht! Wenn durch das Zeugnis eines Christen sich kommunistische Funktionäre bekehren, so ist das in den Augen des Regimes ein politisches Vergehen. Man kann diesen Kultusminister bei einer solchen Aussage nicht als Lügner verurteilen. - Haarsträubend ist aber, daß die beiden Männer aus dem Westen die Aussage des kommunistischen Ministers als der Weisheit letzten Schluß im Westen ihren Gemeinden verkünden. Und noch haarsträubender ist, daß es Blätter gibt, die diese Verdrehung als Neuigkeit in die christliche Welt hineinposaunen.
Ein anderes tragisches Beispiel ist die Geschichte der 100 000 Bibeln. Mein Berichterstatter ist ein gläubiger Rumäne, der viele Jahre ähnlich wie Wurmbrand um des Glaubens willen im Gefängnis saß und oft gefoltert wurde. Er unterrichtete mich über den Vorgang des angeblichen Bibeldruckes in Rumänien. Vor der Kommunistenherrschaft hatte die Britische Bibelgesellschaft rumänische Bibeln nach Rumänien geschafft. Nach der kommunistischen Besetzung wurden die Bibelpakete jahrelang zurückgewiesen. Manche kamen aber auch durch. In den letzten Jahren wurde nun zwischen der rumänischen Regierung und der Bibelgesellschaft das Abkommen getroffen, daß die rumänische Regierung den Druck von 100 000 Bibeln erlaubt. Die Bibelgesellschaft habe aber den Versand von rumänischen Bibeln einzustellen. Daraufhin lieferte England das Papier und alles, was für den Druck der 100 000 Bibeln nötig war, nach Bukarest. Die Regierung versprach den Druck. Die westliche Welt atmete über die Lockerung des kommunistischen Systems auf. Die christlichen Blätter verkünden frohlockend den Druck von 100 000 Bibeln in einem kommunistischen Land und werten das als religiöse Freiheit. * Zufallsbild *Was steht hinter dieser Aktion? In manchen Gebieten in Rumänien wurden Listen ausgegeben, damit sich jeder eintragen konnte, der eine Bibel wünschte. Diese Aktion wurde zu einem vollen Erfolg, denn der rumänische Geheimdienst besitzt nun die Anschriften dieser Bibelleser. Die Kehrseite der Aktion ist: "Wo sind die 100 000 Bibeln?" Kein Buchladen weist sie auf. Niemand weiß, wo sie zu bekommen sind. Erreicht hat die Regierung lediglich, daß die offiziellen Lieferungen von Bibeln vom Ausland aufgehört haben. Der Kommunismus hat diesen Schachzug gewonnen - nur die Harmlosen im Westen haben diese Taktik nicht durchschaut. Es mag nun durchaus sein, daß nach der Veröffentlichung dieser Broschüre, die immerhin in einer Erstauflage von 30 000 erscheint, jetzt einige Bibeln in den Buchläden Bukarests ausgelegt werden, um den Touristen zu zeigen: "Seht, wie bei euch im Westen gelogen wird." Und auch auf dieses Manöver werden die "Vierwochenreisenden" hereinfallen und weiterhin zur Vernebelung des Westens beitragen. Diese Blindheit ist eine Strafe, ja ein Gericht Gottes. Das wird erst erkannt werden, wenn je dem Weltkommunismus die Überrumpelung des Westens gelingen sollte, was Gott verhüten möge.
Ein häufig geäußertes Argument der Verneblungstaktiker ist die Aussage: "Eine Untergrundkirche gibt es nicht." Wie steht es damit? Wer allerdings eine organisierte Untergrundkirche mit Bischof und Konsistorium sucht, der findet sie in der Tat nicht. Das hat es in der Katakombenkirche Roms und anderer Städte des römischen Weltreiches auch nicht gegeben. Als Paulus nach Syrakus gekommen war, hielt er seine Gottesdienste nicht in dem Tempel eines römischen Gottes, sondern in den Wasserleitungen der Stadt, die heute noch zu sehen sind. Die Gläubigen in den kommunistischen Ländern kommen unter der Gefahr der Verhaftung und Verschleppung in Privathäusern, in Kellern, in Heuschobern, in Schlupfwinkeln, in Höhlen, in Wäldern zusammen. Sie haben keine Organisation, aber sie haben den Herrn Jesus in ihrer Mitte. Wenn zwei Sowjet Soldaten sich bekehren und sich heimlich zum Gebet treffen, so ist das nicht die offizielle, kommunistisch kontrollierte Kirche, aber es ist Untergrundkirche, echte Gemeinde Jesu. Diese Untergrundkirche ist unvermeidbar, solange Gottlose, Atheisten und Verleugner über die offizielle Kirche herrschen. * Zufallsbild *Gerade bei der Drucklegung dieses Taschenbuches kam aus Ungarn die Nachricht, daß ein ausgesprochener Atheist Minister für religiöse Angelegenheiten geworden ist. Solche Maßnahmen führen in allen kommunistischen Ländern stets zur Bildung der kleinen illegalen Zellen gläubiger Christen.
Nach dieser grundsätzlichen Vorfühlung kommen wir zur Untergrundkirche von Nordkorea. Wer sind meine Gewährsleute? Ich war bei einer Reihe von nordkoreanischen Flüchtlingen zu Gast. Mein zuverlässigster Berichterstatter ist Dr. Han aus Seoul, der viele Jahre in Pjöngjang in Nordkorea gearbeitet hatte. Er ist ein Freund von Billy Graham, dazu bekanntester Pfarrer von Korea. Bei dem Weltkongreß für Evangelisation 1968 in Singapore war er der Präsident. Er gab am 24. November 1968 in Seoul einen Bericht über die Situation in Ostasien. Sein Sekretär gab mir eine Kopie dieses Berichtes. Es ist ein grandioses Wort über das Thema: Geschlossene und offene Türen (Offb. 3, 8 u. 3, 20).
* Zufallsbild *Dr. Han sagte dazu: "Die Türen für das Evangelium sind weit offen in Südkorea, Japan, Philippinen, Indonesien, Taiwan, Hongkong, Singapore, Australien und Neuseeland. Andere Länder dagegen sind für das Evangelium geschlossen. Dazu gehören: Nordkorea, Rotchina, Burma. In diesen Ländern verriegelten die Kommunisten die Türen. In Nepal verhindert der Buddhismus die christliche Mission. Wenn ein Nepalese zum Christentum übertritt und sich taufen läßt, dann kommt er ins Gefängnis. Auch in Afghanistan hält der Islam die Türen zu. Auf der Bekehrung zu Christus steht die Todesstrafe. In Malaysia und in Singapore machen die Chinesen 40 Prozent der Bevölkerung aus. Sie sind frei, ihre Religion zu wählen. Aber der malayische Bevölkerungsteil kann nur zum Islam gehören. Indien und Ceylon garantieren die Religionsfreiheit. Und dennoch wird das Christentum nicht von der breiten Ã-ffentlichkeit akzeptiert. In Pakistan stellt der Islam dem Evangelium viele Hindernisse in den Weg."
Das ist der Überblick eines Mannes, der die meisten dieser Länder bereist hat. Wie steht es nun mit Nordkorea?
Schon während des koreanischen Krieges waren die Christen in Nordkorea Repressalien ausgesetzt. Nach Beendigung dieses Feldzuges wurde den Christen jegliche gottesdienstliche Betätigung verboten. Um dem Ausland gegenüber Religionsfreiheit zu dokumentieren, wurde eine Scheinorganisation, die sogenannte "Christliche Allianz", gegründet. * Zufallsbild *Der Vorsitzende, Dr. Kang Nam Ook, steht unter der Kontrolle der Kommunisten. Genau wie in Rußland und anderen kommunistischen Ländern ist die offizielle Kirche der kommunistischen Regierung verpflichtet. War nicht die Weltkirchenkonferenz in Uppsala der beste Beweis dafür? Die Bischöfe aus dem Osten haben mit einer Ausnahme ihren kommunistischen Regierungen die Steigbügel gehalten.
Es gibt aber in Nordkorea auch eine heimliche Kirche, die ihre Knie nicht vor Baal gebeugt hat. Hören wir davon.
1957 war in Nordkorea die Wahl zur Volksversammlung. In der Stadt Yongchun wunderten sich die Beamten bei der Auszählung der Stimmen, daß einige tausend Wahlberechtigte von ihrem Stimmrecht keinen Gebrauch gemacht hatten. Das war den Stadtvätern peinlich, weil sie damit ihr Soll an abgegebenen Stimmen nicht erfüllen konnten. Obwohl es in Yongchun Christen gab, konnte man doch nicht nachweisen, daß die fehlenden Stimmen auf die Christen entfielen. Sie hatten allerdings beobachtet, daß gewöhnlich an Sonntagen die Wahlbeteiligung so gering war. * Zufallsbild *Darauf gründeten sie ihren Verdacht. Die Geheimpolizei trat in Aktion. Die Christen wurden in ihren Häusern aufgesucht. Sie waren am Sonntag daheim aber nicht anzutreffen. Die Polizei forschte weiter und stöberte zuletzt die Vermißten an entlegenen Plätzen auf, wie sie zusammen beteten.
Nach dieser Entdeckung wurden viele Christen verhört. Es kam dabei heraus, daß allein die Stadt Yongchun etwa 500 solcher Gebetszellen besaß. Die Untergrundkirche hatte also jeden Sonntag einige tausend Gemeindeglieder in den heimlichen Versammlungen. Natürlich war die Geheimpolizei daran interessiert, den Organisator dieser vielen "Zellen" zu entdecken. Einer von den verantwortlichen Männern war Mr. Lee, ein ehemaliger Pfarrer aus einem anderen Distrikt. Er arbeitete auf einer Kolchose. In seiner Freizeit trieb dieser Christ Mission von Mann zu Mann und schloß die gewonnenen Christen zu den erwähnten Gebetszellen zusammen. Lee und einige andere Führer wurden verhaftet und zum Tode verurteilt.
Ein anderer Bericht liegt aus der Stadt Pakchun vor. Eine gläubige Lehrerin unterrichtete in Sprachen, Mathematik und Musik. Während der Musikstunden brachte sie den Kindern nicht nur die vorgeschriebenen kommunistischen Lieder bei, sondern auch christliche Hymnen. Die Kinder sangen daheim mit Begeisterung die christlichen Lieder. * Zufallsbild *Natürlich blieb das nicht verborgen. In der kommenden Verhaftungswelle wurde nicht nur die Lehrerin ins Gefängnis gesteckt, sondern auch Eltern, die ihren Kindern die christlichen Lieder nicht verboten hatten.
Ein weiteres Ereignis verdient unsere Beachtung. In der Stadt Sun Chun tauchte eines Tages ein alter Mann auf. Er wurde Vater Kim genannt. Dieser Greis hatte offensichtlich seinen Verstand verloren. Er wanderte in den Straßen umher und sprach vor sich hin. Eine seiner häufigen Gesten war der Blick zum Himmel und dann eine Handbewegung nach dem Süden. Die Polizei wurde dadurch auf ihn aufmerksam. Sie forschten in seiner Vergangenheit nach und brachten heraus, daß er ein katholischer Priester gewesen war. Sie verhafteten ihn also. Er wurde zum Tode durch Erschießen verurteilt. Unmittelbar vor der Exekution betete er laut und deutlich: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun" Dann wurde er erschossen. Wenn die beiden Teile von Korea je einmal vereinigt werden sollten, dann werden wir von vielen anderen Märtyrern hören, deren Geschichte jetzt noch unbekannt ist.
Aus Wonsan wurde ein anderer Vorfall bekannt. Im Duschraum einer Fabrik fiel einem Arbeiter ein kleines Kreuz zu Boden, das er um den Hals getragen hatte. * Zufallsbild *Er wurde denunziert und dann sofort verhaftet. Vor der Geheimpolizei mußte er die Herkunft dieses kleinen Kreuzes angeben. Daraufhin entdeckten diese Henker in Wonsan und Umgebung viele katholische Christen, von denen dann die führenden Männer zur Verantwortung gezogen wurden.
Diese Erlebnisse zeigen uns, daß die Türen in Nordkorea geschlossen sind. Es gibt aber eine lebendige Untergrundkirche, Christen, die an verborgenen Plätzen zum Gebet zusammenkommen und sich durch das Wort Gottes für ihren Kampf stärken. Wir können diesen bedrohten und angefochtenen Brüdern und Schwestern kaum helfen. Wir können nur für sie beten und durch den Rundfunk tröstliche Botschaften über den eisernen Vorhang hinweg zu ihnen senden.

Buchvorstellung

Der Bericht des Missionsleiters Erlo Stegen über den Beginn der Erweckung unter den Zulus.
Durch Zerbruch zum Sieg

112 Seiten, 3,- €

Menschen berichten...

Die nächste Station war Johannesburg, wo Donavan Kontakt zu anderen Homosexuellen bekam. Viele trugen Frauenkleider, wie er. Sie gaben sich auch jeweils weibliche Vornamen und sprachen die international bekannte Homo-Sprache "Gayla"...

Aus dem Buch "undefinedWo ist ein Gott, wie du bist?"

Erweckung

"Erweckung ist nichts anderes, als Gott gegenüber erneut gehorsam zu werden." (Charles Finney in dem Buch "Revival of Religion")

Zitat Dr. Koch

"Befreiung aus okkulter Belastung ist nur über Christus möglich durch eine Generalbeichte. Wer frei werden will, muss sich rückhaltslos Jesus Christus ausliefern."