Die geistliche Entwicklung

Der Verlauf der Erweckung wurde mir bei zwei Reisen in Korea erschlossen. Mein Hauptberichterstatter ist Dr. Blair, der zur Zeit der Niederschrift dieses Berichtes als 92jähriger in einem presbyterianischen Altersheim in Los Angeles lebt. * Zufallsbild *Er ist der letzte noch lebende Augen- und Ohrenzeuge dieser Erweckung.
Meine zweite Quelle sind die mündlichen und schriftlichen Berichte vor Dr. Han. Dieser in Korea bekannte und berühmte Pfarrer ist mit Dr. Blair eng befreundet. Dr. Han hat mit Dr. Blair jahrelang zusammengearbeitet und gelebt. Er ist aber nur mittelbarer Zeuge, da er zu Beginn der Erweckung noch ein kleiner Junge war.
Mein dritter Zeuge ist Dr. Lee. Er war als Missionar in Korea und leitete viele Erweckungsversammlungen. Dr. Lee lebt nicht mehr. Ich erhielt aber in Seoul seinen Bericht über die Erweckung.
Bevor die eigentliche Erweckung dargestellt wird, muß erst von der Entstehung der christlichen Mission in Korea berichtet werden.
Der erste Sendbote, der das Evangelium nach Korea brachte, ist der Missionsarzt Dr. C. Allen, der 1845 Koreas Boden betrat. Er war von der presbyterianischen Kirche der Vereinigten Staaten ausgesandt worden.
Ein weiteres Frühdatum der christlichen Missionsarbeit, das durch ein unglückliches Ereignis bekannt wurde, ist der Missionsversuch von Robert Thomas aus Walis. * Zufallsbild *Er hatte als Vertreter der schottischen Bibelgesellschaft in China gearbeitet. Als er gehört hatte, daß die Gebildeten Koreas chinesisch lesen können, faßte er den Plan, Bibeln nach Korea zu bringen.
1866 fand Bruder Thomas einen amerikanischen Schoner, "General Sherman", der nach Pyengyang in Nordkorea segeln sollte. Als das Schiff sich der Küste näherte, machte die halbwilde Küstenwache Schwierigkeiten. Sie warf Brandfackeln an Deck. Das Feuer und der Rauch trieben die Besatzung ins Meer. Manche konnten sich in ein Boot retten. Sie wurden aber von der Küstenwache abgefangen und getötet. Bruder Thomas nahm seinen Bibelvorrat mit sich und watete in dem seichten Wasser an Land. Dort wurde er mit Keulenschlägen empfangen. Er konnte aber noch seine Bibeln den Mördern in die Hände werfen, bis er zusammenbrach und starb. So tränkte Märtyrerblut den Boden Nordkoreas, und zwar genau an der Stelle, wo 40 Jahre später die Erweckung geschenkt wurde. * Zufallsbild *So war die Lebenshingabe eines der ersten Missionare der Same der koreanischen Kirche geworden.
Die Weltabgeschlossenheit und Weltfremdheit Koreas konnte kein Dauerzustand bleiben. Die Japaner erzwangen 1876 die Zufahrt zu einigen Häfen, die einige Jahre später auch anderen Seemächten freigegeben wurden. Offiziell öffnete Korea 1884 dann seine Tore zur Welt.
Presbyterianische und methodistische Missionen sahen darin ihre Chance. Die Missionare Horace Underwood und Henry Appenzeller mit Frau kamen ins Land. Ihre Arbeit weitete sich rasch aus. Um die Jahrhundertwende befanden sich bereits Missionsstationen in allen größeren Städten. Ein theologisches Seminar wurde gegründet, das 1907 die ersten ausgebildeten Pastoren für den praktischen Dienst abordnete. Gleichzeitig wurde mit dem Beginn ihres Dienstes die presbyterianische Kirche von Korea organisiert. Diese kirchliche Arbeit stand von Anfang an unter einem proamerikanischen Vorzeichen.
* Zufallsbild *Diese Situation änderte sich rasch, nachdem Amerika die Besetzung Koreas durch die Japaner gutgeheißen hatte. Die koreanischen Christen schwankten zwischen ihrer christlichen und ihrer patriotischen Haltung. In diesem inneren Zwiespalt warfen sie sich ganz auf Gott. Es sollte nicht ihr Schade sein.
Die Missionare waren in dieser gespannten politischen Lage in schwerer Verlegenheit. Sie hatten in diesem nationalen und sozialen Chaos keinen anderen Ausweg, als sich ins Gebet zu flüchten. Sie waren mit ihrer Weisheit zu Ende und beteten um die Leitung des Heiligen Geistes. Sie richteten Gebetsstunden ein, die über ein Jahr fortgesetzt wurden. Im Winter von 1906 traf sich eine Winter-Bibelklasse in der zentralen presbyterianischen Kirche in Pyengyang. Diese Bibelklasse bekam Zuzug von vielen Christen, die von allen Städten und Distrikten herbeieilten. Die Schar wuchs auf 1000 bis 1200 Teilnehmer an. In den Gebetsversammlungen setzte eine Reinigungswelle ein. Bekenntnis der Sünden, Erkenntnis von Gottes Heiligkeit, Zerbruch des alten Menschen - das waren die biblischen Wahrheiten, die ihnen vor Augen standen.* Zufallsbild * Dazu mehrte sich das Verlangen nach einer dauernden Gebetshaltung und nach einer Heiligung im Alltagsleben.
In der Reihe dieser Gebetsstunden kam dann ein Montag, an dem die Missionare spürbar Gottes Nähe fühlten. Für den Abend war ein Gottesdienst angesetzt. Es war in Pyengyang (die Schreibweise heute ist Pjöngjang). Die versammelte Gemeinde wurde in die Gegenwart des Herrn hineingenommen. Nach einer kurzen Ansprache forderte Dr. Lee zum Gebet auf. Viele begannen gleichzeitig zu beten. Die Missionare hatten das bisher nicht zugelassen. Von jeher hatte man sich an die biblische Ordnung gehalten (1. Kor. 14, 27): einer nach dem andern. Die Missionare spürten aber bei diesem Gottesdienst, daß eine schier erdrückende Spannung, ein Drängen zum Beten in der Luft lag. Dr. Lee sagte daher: "Wenn es euch eine Hilfe ist, daß alle gleichzeitig beten, dann betet in dieser Weise."
* Zufallsbild *Dann begann ein Wogen in der Kirche. Keine Verwirrung, sondern eine einzige Harmonie des Gebetes. Es war, als schmolzen die Stimmen aller Beter zu einem einzigen Schrei zu Gott zusammen. Es entstand nicht die geringste Unordnung. Der Heilige Geist schweißte alle zu einer Einheit zusammen. Wie am Tag des ersten Pfingstfestes waren alle Seelen auf einen Akkord abgestimmt. Es herrschte die Einmütigkeit des Geistes.
Es muß hier eine Zwischenbemerkung gemacht werden. Das gleichzeitige Gebet aller Teilnehmer einer Gebetsversammlung wird an vielen Stellen der Welt geübt. Die Quäkermissionare in Alaska üben es genauso wie die Keswickleute in Japan, in Australien und in anderen Ländern. Gemeinsames Beten findet sich bei einigen Missionsgruppen in Afrika, zum Beispiel in Zuenoula an der Elfenbeinküste und in vielen Pfingstgemeinden. * Zufallsbild *Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob es vom Heiligen Geist gewirkt ist, oder ob es nur die auslaufende Tradition eines großen Ereignisses der Vergangenheit darstellt. Traditionen und Nachahmungen lassen die wundervolle Harmonie des Heiligen Geistes gewöhnlich vermissen.
Bei der Erweckung in Korea hatte dieses gleichzeitige Beten die Ursprünglichkeit des Heiligen Geistes an sich.

Buchvorstellung

Interessante und evangelistische Begebenheiten aus dem Leben bekannter Reichgottesarbeiter.

254 Seiten, 3.60 €

Es ist bei der Erstbesteigung hoher Berge üblich, daß der erfolgreiche Kletterer die Fahne seines Heimatlandes hißt. Diese Fahne bedeutet, daß hier unter größten Opfern und unerhörtem Einsatz ein Sieg errungen wurde.
Die vorliegenden Zeugnisse sollen etwas Ähnliches sein. Männer und Frauen wollen unerreichte Gebiete mit ihrem Glauben erobern, die Siegesfahne Jesu hissen und Vorposten für ihn beziehen.

Menschen berichten...

Auf dem schmalen Weg kam Lydia an eine Stelle, wo drei Männer dabei waren, unentwegt andere Pilger in schwarze Särge zu legen. Es wurde Lydia deutlich gemacht: das sind Gläubige, die über die Sünden der anderen reden, die kritisieren, verurteilen, verdammen; Gläubige, die andere abschreiben und "beerdigen" und dabei ihr Ziel verfehlen. Sie konnten auf dem schmalen Weg nicht weiter gehen...

Aus dem Buch "undefinedIm Paradies"

Erweckung

Mit all unseren Kräften hatten wir gebetet: "O, Gott es steht nicht unser Name auf dem Spiel. Die Leute werden nicht sagen, wir hätten versagt, sondern sie werden sagen: Es ist ihr Jesus, der versagt hat." Aber der Himmel war verschlossen. Keine Antwort auf unsere Gebete... (Erlo Stegen in dem Buch "undefinedErweckung unter den Zulus")

Zitat Dr. Koch

"Okkulte Betätigung schädigt das christliche Glaubensleben schwer."