Geschichte der Astrologie

Die ersten Spuren der Sterndeuterei finden wir bei den Sumerern und Akkadern, Völkerschaften, die 3000 Jahre vor Christus gelebt haben. * Zufallsbild *Nach ihnen wurden dann die Chaldäer für die Entwicklung der Sternkunde und Sterndeuterei bekannt. Bei den Babyloniern war die Astrologie die Wissenschaft der Priester, die für das Königshaus oder für die Priesterschaft selbst die Horoskope stellten. Da man die Astrologie auch im mexikanischen Kulturraum entdeckte, glaubt man heute in Kreisen der Astrologen, daß es sich bei dieser »Wissenschaft« um eine allgemeine Grundwahrheit in dem Verhältnis Kosmos und Mensch handle. Man erklärte deshalb, die Astrologie, vielmehr die sogenannten astrologischen Häuser, gehörten zu den Archetypen. Dieser von Professor Carl Gustav Jung geprägte Ausdruck bedeutet, daß es im Menschen anlagebedingte Urelemente der ganzen Menschheitsgeschichte gäbe. Zu diesen Urelementen gehörten auch die Beziehungen zwischen den Planeten und der Entwicklung des Menschen. Die wissenschaftliche Untersuchung dieses Problems würde den Rahmen dieses Kapitels sprengen.

Zwischenruf:
Das künstliche Aufpeitschen der seelischen Kräfte ist das Zeichen der Pseudoerweckungen. Mit dem äußeren Tumult, dem lauten Lärmen macht der Mensch sich nur etwas vor und verdeckt seine innere Not.
Ich habe mehr Pseudoerweckungen gesehen als echte Erweckungen.
Dr. Kurt E. Koch

Von den Babyloniern mündete die astrologische Bewegung in die Vorstellungswelt der Griechen und Römer. Der römische Dichter Ennius erklärte spottend: »Die Horoskope kosten eine Drachme und sind eine Drachme zu teuer.«

In der alten Kirche war es Kirchenvater Augustinus, der einen klaren Blick und einen kühlen Kopf behielt. Er nannte die Astrologie die hirnverbrannteste Betörung seiner Zeit.

* Zufallsbild *Europa wurde im Mittelalter von dieser astrologischen Flut überströmt. Der Staufenkaiser Friedrich II. geriet besonders unter ihren Einfluß. An den Universitäten fand die Astrologie einen solchen Eingang, daß besondere Lehrstühle dafür errichtet wurden. Bekannt ist, daß Philipp Melanchthon mit dieser zwielichtigen Wissenschaft liebäugelte, während Luther sie eine schäbige Kunst nannte.

Selbst der große Physiker, Mathematiker und Astronom Johannes Kepler war nicht frei von den Auswüchsen der Astrologie. Ein bekanntes Beispiel ist seine Prophezeiung, daß der General Wallenstein im siebzigsten Lebensjahr eines friedlichen Todes sterben würde. Wallenstein wurde jedoch im fünfzigsten Lebensjahr umgebracht.

Kepler betrieb die Astrologie nur aus Brotsorgen. Er schrieb: »Die Astrologie ist mir eine unerträgliche aber notwendige Sklaverei. Um mein Jahresgehalt, meinen Titel und meinen Wohnsitz zu erhalten, muß ich der Unwissenden Neugier zu Willen sein.« Weiter schrieb er: »Die Astronomie (Sternkunde) ist die weise Mutter, die Astrologie (Sterndeuterei) ist die törichte Tochter, die sich an jeden, der sie bezahlt, verkauft, damit sie mit ihrem Hurenlohn ihre weise Mutter unterstützen kann.«

* Zufallsbild *Seit der Aufklärung, etwa um die Mitte des 18. Jahrhunderts, trennten sich die Astronomie und die Astrologie endgültig. In den Augen der Astronomen war die Astrologie eine Pseudowissenschaft, eine Verquickung von halbwissenschaftlichen Kenntnissen mit abergläubischen Vorstellungen.

Das 20. Jahrhundert brachte durch die beiden Weltkriege ein Anschwellen der undefinedHoroskopseuche. Für Hitler wurden schon 1930 Horoskope gestellt, die sehr widersprechend waren. Ab 1933 sollte sein Einfluß nachlassen. Die Wahrheit dieser Prophezeiung haben wir ja erlebt. Jener Astrologe hat sich um 12 Jahre verrechnet. Es waren aber verhängnisvolle 12 Jahre.

Rudolf Heß war durch das Horoskop prophezeit worden, er wäre durch das Schicksal bestimmt, zwischen Deutschland und England eine Versöhnung zustande zu bringen. Das war für den abergläubischen Heß der Anlaß, daß er nach England flog. Die Wahrheit dieser Prophezeiung ist also ebenso offenkundig wie Hitlers Horoskop.

Runden wir nun diesen kleinen sporadischen Überblick ab mit einigen Notizen aus der Gegenwart.

* Zufallsbild *Vor einigen Jahren nahm ich an einer Konferenz teil, die Theologen und Journalisten zu einem fruchtbaren Gespräch vereinigte. Im Verlauf der Tagung baten die Theologen die Zeitungsmänner, sie möchten doch von dem Unfug abrücken, in den Zeitungen die Horoskope zu bringen. Darauf meldeten sich verschiedene Redakteure, die erklärten, sie würden mit den Horoskopen dem Wunsch der Abonnenten entgegenkommen. Die Zeitung, die auf die Horoskope verzichtet, würde viele Kunden verlieren. Im Anschluß an dieses Gespräch meldete sich dann der Chefredakteur einer großen deutschen Zeitung zu Wort und gab ein humorvolles Erlebnis zum besten. Er erzählte:

»An einem Freitag kam das Wochenhoroskop unseres Astrologen zu spät für die Samstagnummer. Wir konnten es uns nicht leisten, unsere horoskopsüchtigen Abonnenten zu enttäuschen. Darum holte ich kurzerhand aus der Mottenkiste ein altes Horoskop. Unglücklicherweise war es dem Tierkreiszeichen nach ein falsches. Ich merkte den Irrtum zunächst nicht, da ich von der Astrologie nichts verstehe. Seltsamerweise merkten es unsere Leser aber auch nicht. Immerhin ist das ein positives Argument für unsere Fachastrologen. Würden sie nämlich die Zeitungshoroskope ernst nehmen und lesen, hätten sie ja den Irrtum sofort bemerkt. Als es mit meinem Schwindel so gut ging, kam ich auf den Gedanken, mir in Zukunft das Honorar für die Wochenhoroskope zu sparen. Dreiundzwanzigmal wurden dann in der Folgezeit falsche Horoskope eingesetzt, bis schließlich doch ein Leser auf die falschen Tierkreiszeichen aufmerksam wurde.«

* Zufallsbild *Das war der Bericht des Chefredakteurs, der schmunzelnd hinzufügte: »Aber die dreiundzwanzigmal haben die Horoskope ja auch gestimmt; denn es kommt ja nur darauf an, was die abergläubischen Menschen von heute glauben.«

Mit diesem Urteil, daß die leichte undefinedSuggerierbarkeit des abergläubischen Menschen ein ernstes Problem der Gegenwart darstellt, hat dieser Zeitungsmann einen Teil des Wahrsageproblems richtig erfaßt.

Buchvorstellung

Aus der Reihe: "Aus meinem Leben", Teil 3.

Die Missionsreisen von Dr. Koch, vom nördlichen Polargebiet, bis zum Südpol.

96 Seiten, 1,50 €

Leseprobe:

Ich hatte bei diesem Rundgang ein eigenartiges Gefühl. Es umringten uns ja einige hundert Schwerverbrecher, unter denen viele Mörder wa­ren. Ein blonder Junge mit blauen Augen redete mich auf deutsch an. Ich fragte ihn, wo er sein Deutsch gelernt hätte. Er gab willig Auskunft. Seine Eltern sind Deutsche, die damals in Kalifor­nien wohnten. Er war wegen drei Morden zu 30 Jahren verurteilt worden...

Menschen berichten...

Auf dem schmalen Weg kam Lydia an eine Stelle, wo drei Männer dabei waren, unentwegt andere Pilger in schwarze Särge zu legen. Es wurde Lydia deutlich gemacht: das sind Gläubige, die über die Sünden der anderen reden, die kritisieren, verurteilen, verdammen; Gläubige, die andere abschreiben und "beerdigen" und dabei ihr Ziel verfehlen. Sie konnten auf dem schmalen Weg nicht weiter gehen...

Aus dem Buch "undefinedIm Paradies"

Erweckung

"Gott ist souverän. Aber die Tatsache, dass Gott souverän ist, hebt nicht die Verantwortung des Menschen auf. Gott schenkt Erweckung. Aber wir sind die menschlichen Akteure, durch die Erweckung möglich ist." (Duncan Campbell)

Zitat Dr. Koch

"Niemand nimmt okkulte Kräfte ungestraft in Anspruch."