Formen der Zwangsneurosen

Die Kleptomanie

1. Kleptomanie.

Griechisch klepto = stehlen, mania = Sucht, Raserei, Wahnsinn.

 

Einer meiner Freunde hatte in seinem Heim eine Hausgehilfin, die gläubig war und zum EC (Jugendbund für entschiedenes Christentum) gehörte. * Zufallsbild *Plötzlich wurde in dem christlichen Heim viel gestohlen. Niemand kam auf den Täter. Schließlich wurde die Polizei eingeschaltet. Das Mädchen wurde verhört. In die Enge getrieben, war die Diebin geständig. Als Hintergrund dieser plötzlich aufgetretenen Stehlsucht zeigte sich, daß das Mädchen die Enkelin einer undefinedspiritistisch arbeitenden Großmutter war. Als diese alte Frau starb, legte sie ihrer Enkelin die Hände auf und betete zum Teufel: "Teufel, erhalte mir dieses Kind." Seit dieser teuflischen Segnung war die Enkelin kleptomanisch. Das änderte sich auch nicht, als sie sich bei einer Evangelisation bekehrte und sich dem EC anschloß.

* Zufallsbild *Das Normale ist das nicht. Regulär ist die Befreiung durch Christus, wenn jemand sich ihm ausliefert.

 

Ein anderes Beispiel erlebte ich in Frankreich. Ich hatte in einer Kirchengemeinde eine Evangelisation. Die Pfarrfrau drängte sich an den Schriftentisch, um an die Kasse heranzukommen. Man warnte mich vor dieser Frau, da vor ihren Fingern nichts sicher sei.

Die Pseudomanie

2. Die Pseudomanie.

Griechisch pseudos = Lüge, Täuschung, Betrug.

* Zufallsbild *Die pathologische Lügensucht habe ich in Form der Pseudologia phantastica (phantastisches Lü­gen) in verschiedenen Ländern erlebt. Ich habe furchtbare Beispiele dazu in meiner Kartei. Die Eigenart dieser Pseudomanen ist, daß sie selbst an ihre Lügen glauben. Die Charakteristik dieser krankhaften Lügner ist, daß sie sich in ihrem übertriebenen Geltungsbedürfnis phantastische Geschichten ausdenken und dabei von der Realität ihrer Behauptungen überzeugt sind.

Die Pyromanie

3. Pyromanie.

Griechisch pyr = Feuer.

 

Einer dpa-Meldung vom Juni 1962 entnahm ich folgendes: "Ein 16jähriger Malerlehrling aus Mardorf bei Neustadt gab fünf Brandstiftungen zu, nachdem die Kriminalpolizei ihn festgenommen und verhört hatte. Ein Schaden von DM 300 000 wurde damit angerichtet. Zwei Scheunen, ein Wohnhaus und zwei Viehställe fielen ihm zum Opfer.

* Zufallsbild *Bei der ersten Vernehmung gab der Jugendliche an, Berichte über den Feuerteufel von Seesen hätten ihn angeregt. Dieser Pyromane, ein 18 jähriger Autoschlosserlehrling hatte in der kleinen Stadt Seesen im Kreis Gandersheim am Harz sechs Brände gelegt und damit Millionenwerte zerstört. Am 14. 07. 62 konnte ihn die Polizei verhaften, nachdem er Seesen wochenlang beunruhigt hatte."

Zur Feuerlust und Feuerhörigkeit habe ich in Ostasien viele Beispiele gesammelt. Bei den Anhängern eines Feuerkultes erhalten die Mitglieder Gewalt über das Feuer, wenn sie sich mit ihrem Blut dem Teufel verschrieben haben.

Zwischenruf:
Das künstliche Aufpeitschen der seelischen Kräfte ist das Zeichen der Pseudoerweckungen. Mit dem äußeren Tumult, dem lauten Lärmen macht der Mensch sich nur etwas vor und verdeckt seine innere Not.
Ich habe mehr Pseudoerweckungen gesehen als echte Erweckungen.
Dr. Kurt E. Koch

Bei uns im Westen läßt sich die Freude am Brandschatzen bei Jungen nachweisen, die als Säugling undefinedmagisch besprochen worden sind.

Zu den aktiven Pyromanen, die wertvolle Objekte in Brand setzen, kommt auch die passive Pyromanie, das heißt: Schutz vor dem Feuer. Ein Beispiel ist der Stamm der Bega (sprich: Benga) auf den Fidschi-Inseln, die durch eine undefinedTeufelsverschreibung Hitze und Feuer von 400 Grad aushalten.

* Zufallsbild *Neuerdings werden auch in der Schweiz solche Experimente durchgeführt, wie mir mitgeteilt worden ist. Hier müssen aber die Teilnehmer beim Feuergang sich nicht dem Teufel verschreiben. Sie sagen, sie könnten durch undefinedMeditation es soweit bringen, daß sie eine Hitze von 700 Grad aushalten können. Meine Frage ist, wie der Leiter dieser Gruppe zu seinen Fähigkeiten gekommen ist. Mir ist in dieser Hinsicht ein Holländer bekannt, der ein ausgesprochener undefinedOkkultist ist.

Die Phagomanie

4. Die Phagomanie.

Griechisch = phagein essen, fressen.

 

Zur Phagomanie, einer neurotischen Freßsucht, liegt mir ein aufschlußreiches Beispiel aus der eigenen Seelsorge vor. Ich habe es schon einmal veröffentlicht.

Im Ausland kam eine 28jährige Frau zu mir in die Seelsorge. Die Frau eines Predigers begleitete sie. Mir wurde folgendes berichtet. Die Ratsuchende erklärte, daß sie seit acht Jahren, also seit dem 20. Lebensjahr unter einer Zwangsneurose leide. Sie litt an einem Waschzwang, mußte sich häufig die Hände waschen und kam kaum vom Waschbecken los. * Zufallsbild *Ferner plagte sie ein Kontrollierzwang. Ging sie ins Bett, mußte sie immer wieder aufstehen und nachsehen, ob das Zimmer abgeschlossen war und kein Mann unter dem Bett liege. Furchtbar war, daß sie von einem schrecklichen Freßzwang geplagt war. Die Mutter mußte Kühlschrank und Speisekammer verschließen, weil die Tochter alles herausholte und aß. Sie konnte einen halben Eimer voll essen, dann erbrechen und wieder von vorne anfangen. Eine große Magenerweiterung war die Folge.

Acht Jahre lang suchte die junge Frau Psychiater und Psychotherapeuten auf und verbrauchte ein Drittel des Vermögens.

Bei der Erstellung der Anamnese (Krankengeschichte) fragte ich nach Krankheiten und Gewohnheiten der Vorfahren und der eigenen Familie. Es kam u. a. folgendes zum Vorschein. Die Großmutter war aktive undefinedSpiritistin, die ihre Enkelin in die spiritistischen Sitzungen mitnahm. Hier dürfte die Ursache der Zwangsneurose klar ersichtlich sein. Hunderte ähnlicher Beispiele aus meiner Kartei zeigen den gleichen Sachverhalt.

Die Auswirkung der seelsorgerlichen Beratung bestätigte diese Annahme. Die junge Frau war bereit, sich zu Christus führen zu lassen. Ein Gebetskreis wurde für sie gebildet. Das geplagte Menschenkind durfte durch den Herrn Jesus völlig frei werden.

Die Phagophobie

5. Phagophobie.

Griechisch phobos = Furcht. Im medizinischen Wörterbuch von Pschyrembel steht eine gute Definition: "Zwangsangst, an bestimmte Vorstellungen gebundenes, grundloses Angstgefühl, das oft zu bestimmten Handlungen und Unterlassungen zwingt." Bei der Phagophobie hat der Neurotiker Angstgefühle oder einen Versündigungswahn, wenn er sich sattessen will.

 

* Zufallsbild *Zur Phagophobie habe ich eigene Beispiele, die ich aber nicht berichten will. Ich weise aber auf ein fremdes Beispiel hin. Die Studentin Anneliese Michel von Klingenberg, über die in christlichen Blättern viel berichtet wurde, hat sich zu Tode gehungert. Sie war weder von ihren Eltern, noch vom Pfarrer, noch von den Ärzten zu bewegen, mehr zu essen. Anneliese hatte die Vorstellung, sich durch das Essen zu versündigen. Bei ihrem Tode wog sie noch 27 kg. So schrieben die Blätter. Eine Bekannte aus ihrem Dorf sagte aus, Anneliese sei vor ihrer Geburt oder bei der Geburt von einer undefinedMagie praktizierenden Frau verflucht worden. Die katholischen Priester hielten sie für undefinedbesessen und mußten sich später vor Gericht verantworten. Ihre Krankengeschichte liegt mir in Form eines Buches, von einer amerikanischen Psychologin geschrieben, vor.

 

Aus Los Angeles nahm ich einen tragischen AP-Bericht auf. Überschrieben ist dieser Artikel: "Zwangsvorstellung führte zum Tode."

Er lautet: "Die 20jährige Caren Lynn Crabbe aus Los Angeles ist den Hungertod gestorben, weil sie unter der Zwangsvorstellung litt, daß sie zuviel wiege und daher die Nahrungsaufnahme verweigerte. Der Vater des unglücklichen Mädchens, der Schauspieler Buster Crabbe, sagte vor Pressevertretern, Caren habe nichts essen wollen, was nach ihrer Meinung zu einer Gewichtszunahme führen konnte. Ihre â€Å¡Wahnidee" habe sich zum ersten Male vor etwa einem Jahr gezeigt, als sie, die 1,65 m groß war, 108 Pfund wog. Bei ihrem Tode betrug das Gewicht noch 27 Kilo.

* Zufallsbild *Zwei Ärzte, darunter ein Psychiater, bemühten sich vergebens, Caren von ihrer Zwangsvorstellung zu heilen. Beide rieten nach den Worten Buster Crabbes den Eltern, die Patientin nicht zum Essen zu zwingen und auch nicht über ihre Komplexe mit ihr zu sprechen, da sich sonst â€Å¡Komplikationen" ergeben könnten. Einen Tag vor dem Tode, so betonte Crabbe, habe der Psychiater gesagt, man dürfe nunmehr erstmals Hoffnungen auf eine Besserung hegen. Ein Totenschein wurde für Caren noch nicht ausgestellt. Man will zunächst eine Autopsie vornehmen, um die genaue Todesursache zu bestimmen."

Die Dipsomanie

6. Die Dipsomanie.

Griechisch dipsa = Durst B 30 Zu dieser Sucht liegt mir ein Erlebnis vor, das tragische Auswirkungen hatte. Ein vermögender Geschäftsmann war ein Quartalsäufer, der alle sechs oder acht Wochen Alkohol-Orgien feierte. Dann tat es ihm leid, und er ging zur Beichte. Seine ganze Familie und ein Gebetskreis der christlichen Gemeinschaft betete für ihn, daß er frei werden würde. Solange ich ihn kannte, ist es nicht geschehen.

Die Nymphomanie

7. Die Nymphomanie.

Griechisch nymphe = Mädchen.

Pschyrembel gibt folgende Definition: "Exzessiver Sexualtrieb mit aktuellem Befriedigungsdrang bei meist bewußtseinseingeengtem Verhalten." Dazu ein Beispiel:

 

* Zufallsbild *Im Ausland kam eine Frau zu mir in die Seelsorge. Sie gab offen zu, daß sie geschlechtlich ein ungeheures Verlangen habe, das sie nicht bändigen könne. Sie fügte gleich hinzu: "Reden Sie mir aber nicht vom Sublimieren. Ich will nicht sublimieren, sondern ich will einen Mann." Sie fragte auch rund heraus, ob sie nicht als Ledige sich an Freunde halten dürfe und das mit dem christlichen Glauben vereinbaren könne. Es war also eine nymphoman veranlagte Frau, der ich seelsorgerlich nicht helfen konnte.

Die Logomanie

8. Die Logomanie.

Griechisch logos = das Wort, Redezwang, ein Ausdruck der französischen Psychologie.

 

* Zufallsbild *Bei meiner Vortragstour in Neuseeland sprach ich unter anderem auch an der Palmerston North Universität. Dort traf ich eine Gruppe von undefinedZungenrednern. Sie kannten keinen Deutschen, weder Wilhelm Busch noch Prof. Thielicke noch sonst einen der bekannten Reichgottesarbeiter. Nur nach Pfarrer Bittlinger, einem Exponenten der Pfingstbewegung, fragte man mich sofort.

Aus dieser Gruppe der Zungenredner berichtete man mir ein typisches Beispiel. Ein Pfingstprediger sprach in seiner Gemeinde in Zungen. Er konnte nicht mehr stoppen und mußte sich einen Knebel in den Mund stecken, um den Redefluß zu beenden. -Braucht der Heilige Geist einen Knebel?

 

Auf deutschem Boden erlebte ich ein ähnliches Beispiel. In den 70er Jahren lud ich Petrus Oktavianus, den indonesischen Evangelisten, zum Dienst nach Stuttgart ein. Weil 3000 Menschen kamen, mußten wir in zwei weitere Säle übertragen. Zu Beginn forderte Oktavianus zum stillen Gebet auf. Mit rund 15 anderen Personen saß ich auf dem Podium. Während des stillen Gebetes fing ein Pfingstler auf dem Podium an, in Zungen zu beten. Ich war gespannt, wie Oktavianus reagieren würde. Er betete still, drehte dann den Kopf zu dem Zungenredner und gebot: "Im Namen Jesu gebiete ich dir zu schweigen." Der Zungenredner stoppte sofort.

* Zufallsbild *Hinterher fragte ich Oktavianus: "Warum hast du geboten?" Er antwortete: "Mir wurde klar, daß das vom Feind war." Dann kam der Zungenredner auf uns beide zu und entschuldigte sich: "Ich wollte nicht in Zungen beten und stören. Ich wurde aber gezwungen. Eine fremde Macht war über mich gekommen." Der Heilige Geist war das nicht.

Mir sind auch andere Beispiele dieser Art von Kalifornien bekannt.

Die Blasphemomanie

9. Blasphemomanie.

Griechisch blasphemeo = fluchen, lästern, schmähen, verleumden. Der Lästerzwang kommt in der Seelsorge sehr oft vor. Nicht alle Formen haben undefinedokkulte Wurzeln. Einige Hinweise:

 

Eine Frau mit einem sehr empfindsamen Gewissen hat oft Angst, sie könnte sich mit Worten versündigen. Im Beten und Bibellesen ist sie sehr treu und beherzigt das Wort: "Jaget nach der Heiligung" (Hebr.12,14). In ihrer Ängstlichkeit, sich ja nicht zu versündigen, erlebt sie eine Umkehrung, einen psychologischen Kippvorgang. Es tauchen Lästergedanken bei ihr auf, über die sie todunglücklich ist. Um das Maß voll zu machen, kam sie dann in die Seelsorge und meinte, die Sünde gegen den Heiligen Geist begangen zu haben.

* Zufallsbild *Solche Menschen darf man aus dem Worte Gottes trösten. Es gibt eine grobe Faustregel: Wer in der Tat die Sünde gegen den Heiligen Geist begangen hat, kümmert sich nicht mehr darum.

 

Eine Frau im 68. Lebensjahr berichtete folgendes. Soweit sie sich zurückerinnern kann, war sie von Depressionen geplagt. Sie wollte Christus nachfolgen und konnte nicht. Wenn sie im Konfirmandenunterricht mit den übrigen Konfirmanden das Glaubensbekenntnis betete, entstanden bei ihr im Herzen Lästergedanken. Diese Lästergedanken bestanden bei ihr vom elften Lebensjahr an bis zur Gegenwart. Oberflächlich beurteilt, hat diese Frau also eine Art Zwangsneurose. Die genaue Befragung der Angehörigen ergab, daß diese Frau als zweijähriges Kind von einer Besprecherin gegen hohes Fieber besprochen worden ist. Die Eltern der Neurotikerin sind gesund.

 

* Zufallsbild *Eine Frau, 57 Jahre alt, kam zur Aussprache. Sie berichtete, daß sie bei einem Psychotherapeuten zur Behandlung war, der ihr sagte, daß sie eine Zwangsneurose hätte. Da diese Neurose zurückgeht bis in die früheste Kindheit, könnte er die Ursache nicht feststellen. Die Zwangsneurose äußert sich bei dieser Frau in der Weise, daß sie nicht in der Lage ist, etwa ein Buch aufzuschlagen. Was sie einmal in der Hand hat, kann sie nicht wegwerfen. Wenn sie ein Streichhölzchen anzündet, ist sie nicht in der Lage, das abgebrannte Streichholz wegzuwerfen. Sie hat auch den Kontrollierzwang. Sie muß alles endlos nachprüfen. Wenn sie beten oder singen will, verwandeln sich die Worte der Anbetung Gottes in lästerliche Flüche. Wenn sie etwa in einem Liedvers die Worte mitsingt "Wir loben dich und beten dich an", so sagt sie in Wirklichkeit: "Wir fluchen dir und hassen dich." Wenn sie mit fremden Menschen das Schlafzimmer teilt, dann sagen die Fremden, sie würde nachts furchtbar aufschreien. Es wären aber dann Männerstimmen, die aus ihr sprechen würden und nicht etwa die Stimme einer Frau.

 

* Zufallsbild *Dieses Beispiel erinnert nicht nur an ein zwangsweises Fluchen und Lästern, sondern auch an eine undefinedBesessenheit. Die Psychiater, die alle Phänomene immanent erklären müssen, werden auf Dissoziationen des Unterbewußtseins hinweisen. Tiefe Männerstimmen aus dem Mund einer Frau lassen sich nicht umdeuten. Vollends müssen die Psychiater die Waffen strecken, wenn diese Stimmen eine Fremdsprache benützen, die von der Patientin nicht gelernt worden ist.

Ein anderes Argument, daß hier nicht unbewußte Inszenierungen des Unterbewußtseins vorliegen, ist die Tatsache, daß das Fluchen und Lästern besessener Menschen sofort aufhört, wenn im Namen Jesu vollmächtig geboten wird.

Die Thanatomanie

10. Die Thanatomanie.

Griechisch thanatos = Tod, Mord, Todesart, Todesgefahr, Todesstrafe, Hinrichtung.

* Zufallsbild *Bei dieser Zwangsneurose gibt es eine passive Form und eine aktive Form. Die passive Form ist mir oft auf verschiedenen Missionsfeldern berichtet worden. In heidnischen Stämmen kann z.B. der Stammeshäuptling gegen einen Stammesgenossen einen undefinedmagischen Todesfluch aussprechen und ihm etwa sagen: "In der nächsten Vollmondnacht wirst du sterben." Der Bedrohte stirbt tatsächlich zu dem angegebenen Zeitpunkt. Hier liegt also die Auswirkung einer Fremd- und undefinedAutosuggestion vor. Ein Papua, der durch die australische Südseemission Christ geworden war, sagte mir auf Ilahita (Neuguinea), daß solche Verfluchungen bei Christen nicht wirksam werden. Auch hier sehen wir en passant, daß Neurosen in den geistlichen Bereich hinübergreifen.

Ein weiteres Beispiel von den Philippinen zeigt das noch deutlicher.

 

* Zufallsbild *Der Chief (Datu) eines heidnischen Stammes hatte die Gewohnheit, bei seinen Todesurteilen dem Opfer einen langen Röhrenknochen entgegenzuhalten und ihm einen Todesfluch entgegenzuschleudern. Der Fluch konnte z.B. lauten: "Bei der nächsten Sonnenwende wirst du bei den Ahnen sein." Der so Verurteilte starb zur angegebenen Zeit.

Nun kam ein Missionar in dieses Stammesgebiet und hörte von den Gewohnheiten des heidnischen Häuptlings. Datu haßte den Eindringling, der eine neue Religion bringen wollte und trat dem Missionar mit vielen Kriegern entgegen, um ihn durch einen Todesfluch zu vernichten. Der Gottesmann fürchtete den Heiden nicht. Als Datu in Aktion treten wollte, streckte ihm der Missionar die Bibel entgegen und wehrte den Fluch ab: "Im Namen Gottes, dem ich diene, nehme ich dir die Macht."

Ich habe diesen Bericht schon in einem anderen Buch ausführlicher wiedergegeben. Datu wurde Christ und sagte sich von allen heidnischen Bräuchen und seiner magischen Kraft los.

In hochzivilisierten Völkern ist die Thanatomanie selten. Gelegentlich tauchen solche Beispiele in der Seelsorge auf.

 

Ein Mitarbeiter des CVJM teilte mir folgendes Erlebnis mit. * Zufallsbild *Er war bei der Beerdigung eines Mannes, der auf merkwürdige Weise gestorben war. In jungen Jahren hatte ihm eine Zigeunerin prophezeit, er würde auf den 8. 9. 31 sterben. Der junge Mann glaubte diesem Wahrsagen und stellte sich innerlich darauf ein. Als der Tag herankam, ging er wie benommen umher. Er blieb aber an seinem Arbeitsplatz bis zuletzt. Am 8. 9. beschäftigte er sich den ganzen Tag mit der Vorstellung: "Heute passiert etwas." Er arbeitete bei einem Sägewerk. Noch am Vormittag stieg er in einen Kamin. Er wurde von dem aufsteigenden Rauch betäubt und stürzte ab. Er war so schwer verletzt, daß er am gleichen Tag noch starb. Er hatte von seiner Firma durchaus keinen Auftrag, in dem Kamin etwas nachzusehen. Die Prophezeiung der Zigeunerin hatte sich durch die Mitwirkung der Autosuggestion erfüllt. Die Thanatomanie gibt es auch in aktiver Form und hat gewöhnlich furchtbare Auswirkungen. Die Amokläufer und Amokfahrer gehören dazu, die unter einem Tötungszwang stehen und wahllos Menschen umbringen.

* Zufallsbild *Aus bisher ungeklärten Gründen haben zwei Franzosen am Dienstag und Mittwoch völlig durchgedreht und sechs Menschen getötet. Die erste Mordserie fand Dienstagabend in dem kleinen südfranzösischen Dorf Lesperon bei Privas statt. Ein Bauer, der seit längerer Zeit Streit mit Nachbarn hatte, erschien auf deren Bauernhof und schoß auf eine Gruppe, die sich gerade zum Abendessen versammelt hatte. Fünf Personen wurden verletzt. Danach fuhr er in seinem Kleinwagen zu dem drei Kilometer entfernten Anwesen der Bürgermeisterin, eröffnete das Feuer und verletzte die Frau schwer. Zwei Urlauberinnen, die sich gerade in der Nähe aufhielten, wurden von den Schüssen getötet. Am Mittwochmorgen feuerte in dem Dorf Chauffort bei Chaumont ein 40jähriger Mann vermutlich in einem Anfall von Depressionen mit einem Jagdgewehr auf seine Nachbarn und floh. Dabei wurden ein Ehepaar, das drei Kinder hinterläßt, eine Mutter von sechs Kindern und ein Onkel des Täters getötet." * Zufallsbild *dpa Auch in Südafrika bin ich diesem neurotischen Tötungszwang begegnet. Die heidnischen Zulus sagen: "Wenn der Geist Shakas über uns kommt, müssen wir töten." Shaka war der Napoleon der Zulus, der diesem Stamm durch erfolgreiche Kriege zu einer Vormachtstellung verhalf. Auch hier sehen wir wieder die Verbindung: undefinedspiritistischer Ahnenkult und Zwangsneurose.

Das furchtbarste Beispiel einer zwangsneurotischen Mordgier stammt von Prof. Dr. Gaupp. Seit 1906 war er Professor für Psychiatrie an der Universität in Tübingen. 1934 und 1935 hörte ich ihn in seiner Vorlesung über seelische Erkrankungen.

Die Geschichte eines Patienten von Prof. Gaupp ging als Musterbeispiel "Paranoia Gaupp" in die psychiatrische Literatur ein.

Ein Hauptlehrer, Ernst Wagner, aus einem Dorf bei Ludwigsburg entwickelte einen Verfolgungswahn. Seit 1909 hatte dieser wahngeplagte Mann Mordabsichten gegen seine Feinde. 1913 ermordete er seine Frau und vier Kinder. Dann fuhr er nach Mühlhausen, legte dort sechs Brände und ermordete neun Menschen, bis ihn die Polizei dingfest machen konnte. Prof. Gaupp wurde mit einem Gutachten beauftragt. * Zufallsbild *Sein Urteil rettete den vielfachen Mörder vor der Todesstrafe, denn Wagner wurde als nicht zurechnungsfähig eingestuft. Er wurde danach bis an sein Lebensende in der geschlossenen Abteilung einer Nervenheilanstalt untergebracht.

Buchvorstellung

Dieses Buch zeigt Hand einer ganzen Reihe von schlagenden Tatsachen: völlig anders ist das Bild der Wirklichkeit, wenn wir sie von innen betrachten und in ihre Tiefen sehen.

96 Seiten, 2,60 €

Leseprobe:

Es zeigt sich, daß an allen Komplikationen auch in der gegenwärtigen Zeit, beim Absturz mit dem Flugzeug, bei den Kämpfen um Stalingrad, auf dem Fußballplatz usw., dieser verborgene Herr als Lenker des Geschehens mit seiner unsichtbaren Hand bei allem entscheidend mitwirkt. Daß Jesus auch heute noch zuletzt der Sieger ist, das zeigt sich am deutlichsten dort, wo heute der Kampf zwischen seiner Gemeinde und der satanischen Gegenmacht am heißesten ist

Menschen berichten...

Ein Evangelist predigte: "Es gibt viele Religionen, aber das Christentum ist keine Religion, sondern die Lebenshingabe an Jesus." Einige Monate danach vollzog Juvan den Schnitt mit der Religion der Väter. Jeder Brahmane trägt um den Leib eine heilige Schnur als Zeichen seiner Kaste. Diese Schnur zerschnitt er und ebenso die heiligen Fransen...

Aus dem Buch "undefinedIm Himalaja"

Erweckung

Mit all unseren Kräften hatten wir gebetet: "O, Gott es steht nicht unser Name auf dem Spiel. Die Leute werden nicht sagen, wir hätten versagt, sondern sie werden sagen: Es ist ihr Jesus, der versagt hat." Aber der Himmel war verschlossen. Keine Antwort auf unsere Gebete... (Erlo Stegen in dem Buch "undefinedErweckung unter den Zulus")

Zitat Dr. Koch

"Okkulte Betätigung schädigt das christliche Glaubensleben schwer."