Lustige Geschichten aus der Mission

Viele der nachfolgenden Episoden sind aus dem Buch undefined"Bei IHM" von Dr. Kurt Koch

    Fleischeslust

    Die Väter der Christenheit haben unter diesem Ausdruck oft die sexuellen Verfehlungen verstanden, wenn auch dieser Begriff einen weiteren Rahmen hat.

    * Zufallsbild *Es war bei einer Glaubenskonferenz im Rahmen der Liebenzeller Mission. Gottlieb Weiland war der Festredner.

    Nach seinem Vortrag wurde jungen Menschen die Gelegenheit gegeben, zu berichten, wie sie Jesus gefunden hatten. Im EC und in den neupietistischen Kreisen nennt man das "Zeugnis ablegen".

    Ein junger Schneidermeister wurde um sein Zeugnis gebeten. Ich kannte diesen Bruder sehr gut. Einer meiner Anzüge kam aus seiner Werkstatt.

    Er stand etwas ängstlich auf dem Podium. Viele haben ja Lampenfieber, wenn sie zum erstenmal vor einer großen Menschenmenge stehen sollen.

    Zwischenruf:
    Satan bebt, wenn er den schwächsten Christen kniend sieht.
    William Cowper

    Der junge Meister erzählte, daß er vor seiner Umkehr an mancherlei Sünden gebunden gewesen wäre. Besonders mit der Fleischeslust hätte er zu kämpfen gehabt.

    Ich beobachtete, wie Evangelist Weiland die Stirn krauszog. Viele der älteren Brüder hielten den Atem an - in der bangen Erwartung: dieser junge Mann wird doch nicht in der Ã-ffentlichkeit seine sexuellen Sünden ausbreiten wollen!

    * Zufallsbild *Es gibt nun einmal Dinge, die man nur unter vier Augen beichtet und nicht in der Ã-ffentlichkeit.

    Der Bruder fuhr mit seiner Fleischeslust fort. Die Spannung wurde immer unerträglicher.

    Plötzlich entspannten sich die Mienen der Zuhörer. Ein Lächeln huschte über viele Gesichter. Was war der Grund?

    Der ECler hatte seine Fleischeslust erklärt. Als Lehrling hatte er bei seinem Meister gewohnt. Dieser Mann pflegte seit Jahren die geräucherten Schinken in einem Fliegenschrank auf dem Speicher aufzubewahren. Der Lehrling wußte um diesen Aufbewahrungsort und schnitt sich oft heimlich einige Scheiben vom Schinken ab.

    Das war seine Fleischeslust, die er bei der Glaubenskonferenz in S. öffentlich bekannte. Ich bin Ohrenzeuge dieses Vorfalls gewesen.

    Der lange Strick

    Gottlieb Weiland ist ein alter erfahrener Evangelist. Leider hat er nie ein Buch geschrieben. Er ist kein Mann der Feder, sondern der Tat.

    * Zufallsbild *Mit besonderem Nachdruck erzählte er gern die Geschichte von einem Metzgerburschen. Bei einer Evangelisation war dieser junge Mann zur Beichte gekommen. Er war entschlossen, sein Leben Jesus auszuliefern und seine Sünden zu bekennen.

    Mit dem Beichten hat es aber bei vielen Menschen eine große Not. Sie bringen ihre kleinen Sünden ans Licht und reden um die großen herum.

    So erzählte der junge Metzger, daß er manchesmal bei seinem Meister Fleisch und Wurst hatte mitgehen lassen. Dann stockte er.

    "Ein Messer habe ich einmal bei einer Hausschlachtung auf einem Bauernhof gestohlen.Und einen Strick nahm ich einmal auf einer Viehweide mit."

    Der beichtende Bursche atmete dann tief.

    "Der Strick war arg lang..." Wieder eine Pause.

    "Der Strick ... am Strick..."

    "Nun, was war mit dem Strick?" forschte der Evangelist, als es nicht weitergehen wollte.

    "Am Strick... am Strick war eine Kuh dran."

    Jetzt atmete der Bursche auf. Endlich war der lange Strick zu Ende.

    Wie oft geht die Beichte schief, weil nur der Strick gebeichtet wird, aber nicht die Kuh am anderen Ende.

    Nähe mir bitte eine Hose an den Knopf

    Maria Sprenger erzählte auch gern folgende Geschichte. Die Mutter eines berühmten Schweizer Theologen war manchesmal von der Schwermut geplagt.

    Ihr Sohn sann darüber nach, wie er seine Mutter aufheitern könnte.

    * Zufallsbild *Eines Tages brachte ihr der Postbote ein übergroßes Paket. Die Mutter sah die Handschrift ihres Sohnes und öffnete erwartungsvoll.

    Sie löste die Schnur, entfaltete das Papier und zog die erste Schachtel heraus. Sie hob den Deckel und sah die zweite Verpackung und danach wieder einen Karton.

    So ging es weiter. Die Kartons wurden immer kleiner und die Spannung der Mutter immer größer. Endlich schien sie am Ziel zu sein. Im innersten Karton befand sich ein Knopf.

    Nur ein Knopf? Nein, es lag ein Zettel dabei mit der Bitte:

    "Liebe Mutter, nähe mir bitte eine Hose an den Knopf."

    Die schwermütige Frau fing zu lachen an. Die Periode der Schwermut war zu Ende.

    Es grüßt Ihr treuer Schurke

    Die originelle Tante Frieda vom Gutachheim, die schon längst beim Herrn ist, würde sich nun über diesen Bericht freuen.

    * Zufallsbild *Sie sprach oft vom Mütterlein von Dinglingen und gab mir ein Andachtsbuch von ihr, in dem der Autorname fehlte. Ich fragte sie: "Tante Frieda, wer ist dieses Mütterlein?" Sie antwortete fast geheimnisvoll: "Es will nicht genannt sein."

    Offen gestanden, mir war diese Ausdrucksweise ein bißchen sentimental. Auch die Anonymität des Buches behagte mir nicht. Christen können demütig sein, auch wenn am Anfang des Buches ihr Name steht. Die Männer Gottes der Bibel haben gewöhnlich ihre Namen genannt. Ausnahmen gibt es natürlich.

    Doch andere Dinge an diesem Mütterlein interessierten mich. Zunächst einmal, daß sie um des Reiches Gottes willen auf die Ehe verzichtete.

    * Zufallsbild *Maria Sprenger ist der Name des Mütterleins. Als junges Mädchen weilte sie einmal in Männedorf. Samuel Zeller, der Gründer der Zellerschen Anstalten, verliebte sich in Maria. Er machte ihr einen Heiratsantrag. Sie lehnte mit der Begründung ab, daß sie ungeteilt für Jesus da sein wollte.

    Bei dieser Entscheidung blieb es. Maria Sprenger kam von dieser Zeit an nie mehr nach Männedorf. Sie stand aber Zeit ihres Lebens mit Samuel Zeller in Briefwechsel. Sie trafen sich aber nie wieder. Und der Briefwechsel blieb im Rahmen der Freundschaft.

    Maria Sprenger, die in Dinglingen ein christliches Erholungsheim gründete und leitete, hielt täglich Andachten. Ihre Gäste schwärmten manchmal für sie. Sie verstand es, ihre Erläuterungen zum Wort Gottes stets zu würzen.

    Sie hielt sich an die Anweisung des Neuen Testamentes: "Der Narreteidinge und Scherze entschlage dich" (Eph. 5, 4). Sie liebte aber kleine humorvolle Einlagen.

    * Zufallsbild *Mit Ergötzen hörten die Gäste jedes Jahr um die Gurkenzeit folgende spaßige Story.

    Pfarrer Spleiss in der Schweiz wurden jedes Jahr in seinem Garten Rettiche und Gurken gestohlen. So sann er nach, wie er diesen Unfug abstellen könnte. Er kam auf folgende Idee. Er hängte an den Gartenzaun ein Schild mit der Aufschrift:

    Wer Rettich stiehlt und Gurken,
    den zähl ich zu den Schurken.

    Er brachte auch eine Laterne an, damit der Dieb das Plakat lesen konnte. Wie staunte er, als eines Morgens wieder ein nichtzahlender Kunde seinem Garten einen Besuch abgestattet hatte. Noch größere Augen machte er, als er auf dem Plakat die Antwort des Diebes las:

    Hab Dank für die Laterne.
    Nun seh ich schon von ferne,
    wo Rettich steht und Gurke.
    Es grüßt Ihr treuer Schurke.

     

    Schlechte Grammatik im Dienste Gottes

    Ein guter Humor kann eine Gabe Gottes, ja sogar eine Gabe des Heiligen Geistes sein.

    * Zufallsbild *Dem Evangelisten Moody werden auch solche geistvollen, gezielten Antworten nachgerühmt. Als junger Anfänger sprach Moody einmal in einem der größten Säle von New York vor einem ausgesuchten Publikum. In seinem Vortrag leistete er sich viele grammatikalische Schnitzer. Hinterher kam ein gebildeter Zuhörer zu ihm und redete ihn von oben herab an: "Junger Mann, bevor Sie zu einem so erlauchten Publikum reden, lernen Sie erst einmal unsere Sprache. Sie haben achtzehn grammatikalische Fehler gemacht."

    Moody nahm die Rüge an und erwiderte: "Gut, ich danke Ihnen. Ich habe meine schlechte Grammatik für Gott gebraucht. Brauchen Sie auch Ihre gute Grammatik für Gott?" Das war gezielter Humor, zugleich mit seelsorgerlichem Akzent.

    Ihr Kamele von Osten kommt herzu

    Unter den Lebensbildern liebe ich die Biographie von Pfarrer Flattich und Samuel Hebich um ihrer gewürzten Geschichten willen.

    * Zufallsbild *Flattich war einmal nach Stuttgart an den Hof des damaligen Herzogs eingeladen. Der arme Pfarrer vom Lande traf mit einem schäbigen Rock beim Landesvater ein. Die Hofgesellschaft machte sich bei der Tafel über den einfältigen Mann lustig.

    Das Blatt wandte sich aber schnell. Flattichs Schlagfertigkeit ließ seine Angreifer rasch verstummen.

    So fragte ihn ein General: "Na, Herr Pfarrer, kann er mir etwas Gewisses sagen über die Ewigkeit?"

    "Jawohl, Herr General, daß Sie in der Ewigkeit kein General mehr sind."

    Baron von Osten trieb es noch toller mit dem ungewöhnlichen Gast.

    "Herr Pfarrer, Er kennt sich doch in der Bibel gut aus. Kann Er mir sagen, wie Noah alle die vielen Tiere in die Arche hineinbrachte?"

    * Zufallsbild *"Jawohl, Baron von Osten, Noah stellte sich vor die Arche und rief mit gewaltiger Stimme: ,Ihr Bä­ren von Norden, ihr Löwen von Süden, ihr Kamele von Osten kommt herzu."

    Ein schallendes Gelächter ließ die Stimmung zugunsten des Pfarrers umschlagen. Die hohen Herren und die feinen Damen trauten sich kaum noch an den biederen, aber äußerst gewitzten Mann heran.

    Graue Katzen schmecken besser als die roten

    Noch mehr Freude bekam ich an dem Urstamm der Wongai, die in der westaustralischen Wüste ein Leben wie die Steinzeitmenschen leben. Ihr junger Häuptling Peter Jamiesen - mit seinem Stammesnamen Puwantjara - machte den Sprung vom Steinzeitmenschen zum zivilisierten Bürger. * Zufallsbild *Eine belustigende Episode aus der Zeit dieser radikalen Umstellung soll kurz wiedergegeben werden. Ein Missionar, der unter den Wongai arbeitete, nahm Peter einmal mit nach Sidney. Peter bekam Hunger. Da sah er eine fette Hauskatze aus einem Garten herauskommen. Der Missionar war nicht dabei. Mit der Geschicklichkeit des Naturmenschen fing der damals Elfjährige die Katze, tötete sie und röstete sie auf einem Feuer. Peter sagte mir später: »Graue Katzen schmecken besser als die roten.« Er war mit den Gepflogenheiten der Zivilisierten nicht vertraut. In der Wüste war alles frei. Was Fleisch war, wurde gefangen und gegessen. Dazu gehörten auch Dinge, die für uns ein Greuel sind wie Regenwürmer, Raupen, Ameisen und anderes Getier.

    Der Haifisch ohne Hunger

    Auf einer Südseeinsel war es Sitte, daß Verbrecher vom Stammeshäuptling dazu verurteilt wurden, einem riesigen Hai vorgeworfen zu werden. Dieser Hai lebte in einem Atoll, das allmählich von den hochwachsenden Korallen vom Meer abgeriegelt wurde. Niemand wußte, wie der Hai in das Atoll gekommen war. Die beste Erklärung ist, daß er einmal als Jungtier mit einer Flutwelle in das Atoll hineingespült worden war. Auf jeden Fall war dieser Hai zum Henker des Stammes geworden, der die benachbarten Inseln bewohnte. * Zufallsbild *Eines Tages war es wieder soweit, daß ein Übeltäter des Stammes dem Hai ausgeliefert werden sollte. Die Hinrichtung wurde durch die Liebe seiner Frau vereitelt.

    Dieses tapfere Weib tötete ihre beiden Schweine. Dazu bekam sie noch von einem Freund ihres Mannes ein weiteres Schwein dazu. Das treue Weib des verurteilten Mannes belud in der Dunkelheit ihr Kanu mit den drei toten Schweinen. Sie ruderte zum Atoll hinaus und fütterte den riesigen Hai mit der lukullischen Mahlzeit. Der Hai ließ es sich schmecken. Als am nächsten Morgen die Hinrichtung vollzogen werden sollte, verschmähte der Fisch den armen Kerl, einfach deshalb, weil die räumliche Kapazität des Magens mit drei Schweinen oder weniger ausgefüllt war. Die abergläubischen Insulaner sahen das als ein Zeichen ihrer Götter an. Sie sagten: »Dieser Mann ist unschuldig. Der Hai verschont ihn.« So bekam das treue Weib ihren Mann zurück. Der Preis hatte sich gelohnt.

    Der tomorrow Scheck

    Ein Einzelbeispiel soll die Situation deutlich machen. In Sidney hatte ich die Einladung bekommen, in der Central Baptist Church, der größten Baptistenkirche dieser Stadt, zu sprechen. Ich fragte nicht nach Honorar, aber der Treasurer, der Schatzmeister, versprach mir 100 Dollar.

    * Zufallsbild *Die Kirche war stark besetzt. Als mein Dienst zu Ende war, erklärte der Treasurer in der Sakristei:

    » I will send the cheque tomorrow.«

    (Ich sende den Scheck morgen.)

    Von einer drei jahrzehntelangen Vortragstätigkeit auf allen Kontinenten kenne ich die tomorrow-Schecks. Sie haben die Eigenart, daß sie nie ankommen.

    Vier Jahre später traf ich den Pastor dieser Kirche. Ich fragte ihn: »Rev. R., wie lange sind eigentlich die Tage in Australien? Etwa 1000 Jahre, wie es in Psalm 90, 4 heißt: Tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist?«

    Der Pastor schaute mich erstaunt an und fragte: »Wie meinen Sie das?« Ich erläuterte ihm: »Ihr Treasurer versprach mir den Scheck tomorrow zu senden. Wenn 1 Tag 1000 Jahre sind, dann habe ich die Aussicht, ihn im Tausendjährigen Friedensreich zu erhalten.« Der Pastor war zornig, nicht auf seinen Treasurer, sondern auf mich. Er versprach mir, sofort den Scheck zu senden. Ich wehrte ab und erwiderte: »Ich will ihn nicht haben. Ich sende ihn zurück.«

    Wir beide hielten unser Wort. Der Pastor sandte den Scheck, und ich gab ihn zurück.

    * Zufallsbild *Tomorrow-Schecks sind leicht zu verschmerzen. Die tomorrow-Schatzmeister, die Christen sein wollen, bereiten Kummer. Tomorrow-Entscheidungen, wenn es um Christus und sein Reich geht, sind gefährlich und haben folgenschwere Auswirkungen.

    In der englisch sprechenden Welt hörte ich einige Male das geflügelte Wort:

    »Never put off till tomorrow
    what you can do today.«

    (Schiebe niemals auf morgen auf,
    was du heute tun kannst.)

    24-Stunden-Tag eines Missionares

    Wer es nachlesen will, der findet dieses Pauluswort in 2. Korinther 11, 29. Dieses Kapitel schildert die persönlichen Kämpfe und Alltagsnöte des größten Missionars aller Zeiten. Keiner von uns Boten Jesu wagt es, sich neben diesen Mann zu stellen. * Zufallsbild *Manchmal bekommen wir aber auch etwas von der Anfechtung ab, die unseren missionarischen Dienst begleitet.

    Dieser Bericht hier soll als Kostprobe einen 24-Stunden-Tag schildern. Im Norden der Elfenbeinküste war ich Redner einer Glaubenskonferenz. In zwei Tagen hatte ich acht Vorträge mit vielen Aussprachen. Ohne Ermüdung konnte ich das vollgepackte Programm bewältigen. Dann kam der 16. Juli heran. Dieser Tag war das dicke Ende. Es wäre auch verwunderlich, wenn der Teufel uns nach gesegneten Tagen in Ruhe ließe.

    Wecken morgens um 4 Uhr! Ohne Frühstück Start zu einer Fahrt von 450 Kilometern durch den Busch. Missionar Brehm steuert mit meisterhafter Sicherheit den Jeep über die Rillen und Löcher des Weges. Gegen Mittag Ankunft in Abidjan. Das Büro der Swissair bestätigt den Flug nach Lagos.

    16 Uhr am Flugplatz. Der Manager erklärt: »Sie stehen nicht auf der Liste. Sie können nicht fliegen.« Ein langes Wortgefecht folgte. »Dreimal war ich insgesamt bei der Fluggesellschaft. * Zufallsbild *Was ist das für eine Organisation?« - »Tut mir leid, Sie können nicht fliegen!« - »Rufen Sie bitte die Swissair an.« 15 Minuten dauerte es, bis ich den Manager soweit hatte. Der Anruf klärte den Fehler der Swissair auf. Sie vergaß, mich zu melden. Das ist eine Ausnahme. Die Swissair ist sonst die Pünktlichkeit selber.

    Ist nun alles klar? Nein! Ich hatte als Flugplatzgebühr 24 DM bezahlt. 9 DM wären nötig gewesen. Wer auf fremden Kontinenten nicht aufpaßt, wird dauernd »gelackmeiert«.

    17 Uhr Start. Nach der Zwischenlandung in Akkra soll es nach Lagos weitergehen. Ich kann noch beobachten, wie mein größter Koffer in die Maschine nach Nigeria verstaut wird. In Richtung nach Lagos setzen starke Böen ein. Passagiere greifen nach den Tüten. Mir lacht das alte Fliegerherz. Solange mir dieses Schütteln nach allen Richtungen Freude macht, bin ich noch jung. Nach überlanger Flugzeit setzen wir zur Landung an. Wir sind - nicht in Lagos, sondern wieder in Akkra. Der Sturm hat uns zur Umkehr gezwungen.

    * Zufallsbild *Nun folgt ein anderer Sturm. Im Magen bohrt und nagt es. Hunger! Nach dem zweiten Abflug frage ich den Steward: »Kann ich etwas zu essen kaufen?« - »Nur, wenn Sie Ghana-Geld haben.« -»Was soll das bedeuten? Ich habe US-Dollar, englische Pfund und andere gute Weltwährungen.« -»In Ghana nimmt man nur Ghana-Geld.« Das sieht Ghana ähnlich! Keinen Service in der Maschine und keine Möglichkeit, sich etwas zu kaufen.

    Mit sechs Stunden Verspätung und mit knurrendem Magen schließlich doch in Lagos! Der Missionar, der mich um 20 Uhr abholen sollte, war natürlich nicht mehr da. Die nächste Überraschung: mein großer Koffer fehlt. Ich will zur Maschine zurück. Verboten! Sie ist schon startklar nach Kairo. Es stellte sich heraus, daß die Ghana-Gesellschaft vergaß, den Koffer auszuladen. Wieder eine Visitenkarte für Ghana! Verlustmeldung schreiben! Alles sehr reizvoll, denn es ist halb drei Uhr morgens.

    * Zufallsbild *Die nächste Hürde: der Zoll. Mein holzgeschnitzter Elefant von der Elfenbeinküste wird beanstandet. »Was machen Sie mit diesem Stück?«

    »Meiner Familie als Souvenir bringen.« - »Sie können das nicht in Nigeria einführen.« - »Will ich auch nicht.« - »Sie haben das hierzulassen. Bei der Rückreise nehmen Sie es wieder mit.« - »Einverstanden, nur bitte ich um eine Quittung.« â€â€ »Wir sind ehrliche Leute. Sie brauchen das nicht.«

    »Ohne Quittung gebe ich diesen Elefanten nicht her. Wenn ich zurückreise, ist vielleicht der gleiche Beamte nicht anwesend, und ich habe neue Schwierigkeiten. Ich bin ja nicht zum ersten Mal in Afrika.« Das hätte ich besser nicht gesagt. Der Zollbeamte setzte mit einem Donnerwetter ein, das ich ruhig über mich ergehen ließ. Ein halbe Stunde ließ mich der Zoll stehen. Es war 3 Uhr morgens. Schließlich erhielt ich meinen Elefanten zurück.

    * Zufallsbild *War es nun geschafft? Nein! Der Schwabe würde sagen: »Da ist der Wurm drin.« Am Ausgang der Halle steht ein anderer Zöllner: »Koffer öffnen! Was haben Sie zu verzollen?« Mir riß schier der Geduldsfaden. »Genügt es nicht, daß Ihr Chef mich eine halbe Stunde kontrolliert hat?« Ich weigerte mich. Der Beamte gab nach. Und das alles nur im Transitverkehr. Ich weiß, wo der Hase im Pfeffer lag. Trinkgelder hätten alle Instanzenwege verkürzt. Sie palavern so lange, bis sie ihren Bakschisch haben. Dann sind keine Formalitäten mehr nötig. Damit fange ich aber nicht an, weil die Trinkgeldseuche kein Ende nimmt und Zollbeamte offiziell keines nehmen dürfen.

    Ist die Bahn nun frei? Wer wird ein solcher Optimist sein! Vom Eingangstor bis zum Taxi sind es nur 40 Meter. Ich paßte nicht auf, und schon hatte ein Gepäckträger meinen Koffer. Für 40 Meter, einen Weg von zwei Minuten, verlangte er einen Tageslohn.

    * Zufallsbild *Der gleiche Vorfall wiederholte sich beim Taxifahrer. Auch er forderte den »Touristenpreis«. Der Rumor hörte immer noch nicht auf. Der Fahrer baute noch einen Unfall. Gegen 4 Uhr - 24 Stunden nach der Abfahrt im Urwald von der Elfenbeinküste â€â€ war ich endlich im Quartier. Nun aber ausschlafen! Wer wagt es, an so etwas zu denken! Dreieinhalb Stunden hatte ich Zeit. Dann ging"s wieder zum Weiterflug zum Flugplatz, neuen afrikanischen Spezialitäten entgegen.

    Das war ein Tag unter den vielen, die ich in fremden Ländern erlebte. Vergnügen nennen es die Unkundigen. Strapazen nennt es der Tourist. Fröhlicher Dienst für Jesus ist es in Wirklichkeit. Als ich dem Wycliffmissionar Kleiner in Abakaliki diesen Bericht gab, meinte er: »Das gehört auch zu 2. Korinther 11.«

    Der Heiratsläufer

    Ein junges Missionspaar stand kurz vor der Verheiratung. Vom Rechtsanwalt der Landeshauptstadt Monrovia waren die Heiratspapiere eingetroffen. Als Trauzeugen waren zwei ledige Missionarinnen vorgesehen. * Zufallsbild *Die ersten Gäste trafen ein. Da zur Station des jungen Missionars keine Straßen führten, kamen alle zu Fuß. Es war 24 Stunden vor dem geplanten Eheschluß. Da kam eine der beiden Trauzeuginnen auf den Gedanken und besah sich die Heiratslizenz. Sie brach dabei in ein schallendes Gelächter aus. Erstaunt fragten die Umstehenden: »Was belustigt dich so?« Die Missionarin antwortete: »Wißt ihr, wer Heiratsbewillung hat? Auf dem Papier sind Schwester Susi und ich die Heiratskandidaten.« Der Bräutigam nahm hastig die Lizenz an sich und las die Namen nach. Das war eine fatale Geschichte. Der Rechtsanwalt hat die ihm fremden Namen verwechselt und hat die Trauzeugen, die beiden Missionarinnen, miteinander verheiratet. Das wirkliche Brautpaar war als Zeugen eingesetzt. Der Bräutigam machte dumme Augen. Mit diesem Papier konnte er tags darauf nicht heiraten. Was sollte er nur tun? Ein kurzer Kriegsrat wurde gehalten. Es blieb nichts anderes übrig, als schnellstens zum Rechtsanwalt in die Hauptstadt zu gehen und sich eine neue Lizenz geben zu lassen.

    * Zufallsbild *Der Bräutigam machte sich am Vorabend der Hochzeit zu Fuß auf den Weg. Eine andere Möglichkeit, in die Stadt zu kommen, gab es nicht. Die Entfernung betrug 40 Meilen, also 64 Kilometer. Der junge Mann ging die ganze Nacht hindurch und erreichte am nächsten Morgen um 9 Uhr das Büro des Rechtsanwalts. Der Jurist entschuldigte sich. Es war ein Fehler der Schreibhilfe gewesen, die die ausländischen Namen vertauscht hatte.

    Ohne Verzögerung machte sich der junge Missionar auf den langen Rückweg. Um 3 Uhr mittags sollte die Trauung stattfinden. Dieser Termin konnte unmöglich eingehalten werden, so sehr auch der junge Mann, durch die Liebe beseelt, seine Schritte beflügelte. Die Hochzeitsgäste hatten zu warten. Das ist in Afrika nichts Besonderes. Der Urwald hat andere Zeiteinheiten. Nachmittags um 5 Uhr traf der Bräutigam mit geschwollenen Füßen ein. An eine Trauung war jetzt nicht zu denken. Er sank ins Bett und schlief bis 9 Uhr abends. Dann erfolgte mit sechs Stunden Verspätung die Trauung.

    * Zufallsbild *Der Missionar hatte seiner jungen Gemahlin einen Beweis seiner Liebe erbracht, der als olympische Bestleistung anerkannt werden müßte. 128 Kilometer innerhalb von 24 Stunden zu Fuß zurückzulegen, ist ein nicht erreichter Rekord. Wir werden dabei an eine Geschichte in der Bibel erinnert, die auch die Kraft der Liebe beschreibt:

    Jakob war unterwegs zu Laban (1. Mose 29). Er traf vor dem Zielort eine Schar Hirten, die ihr Vieh an einem Brunnen zusammentrieben. Der Brunnen war nach morgenländischer Sitte mit einem gewaltigen Steinblock abgedeckt, der nur mit der vereinten Kraft aller Hirten abgehoben werden konnte. Als Jakob sich hier mit den Hirten unterhielt, kam die hübsche Rahel, seine spätere Frau, auch mit ihren Schafen zur Wasserstelle. * Zufallsbild *Jakob war von dem Mädchen so begeistert, daß er ohne die Hilfe der Hirten den Steinblock allein vom Brunnen wegwälzte. Die Liebe hatte ihm wohl siebenfache Kräfte verliehen.

    Ich habe diesen Bericht auf der Missionsstation aufgenommen, auf der das passiert ist. Missionare, die als Gäste bei dieser denkwürdigen Hochzeit dabei waren, informierten mich darüber.

    Die sauberen Eier

    Nach seiner Ankunft in Liberia lud ihn der katholische Missionar zu einem deutschen Abendessen ein. Eine freundliche Geste, die man würdigen soll. Es gab Kartoffelsalat und hartgekochte Eier.

    * Zufallsbild *Der katholische Missionar schärfte seinem schwarzen Boy ein: »Wasche dir aber die Finger, damit die Eier nicht wie üblich schwarz auf den Tisch kommen.

    Die Ermahnung hatte funktioniert. Salat und geschälte Eier wurden aufgetragen. Der Gastgeber lobte den Boy und sagte: »Es ist schön, daß du zu Ehren des Gastes dir die Finger gewaschen hast.« Der Boy grinste und erklärte: »Ich habe die Eier geschält, dann in meinem Munde gewaschen und sie ohne Gebrauch der Hände auf die Platte gleiten lassen. Darum sind sie so sauber geblieben.«

    Dem eingeladenen deutschen Missionar drehte sich bei diesem Bekenntnis schier der Magen um. Er sagte mir, daß er für lange Zeit keine hartgekochten Eier mehr sehen oder essen konnte.

    Till Eulenspiegel hätte im Blick auf den schwarzen Boy gesagt: Item, wer sich nur zu helfen weiß.

    Buchvorstellung

    Berichte aus den Erweckungsgebieten des 20. Jahrhunderts.

    Leseprobe:
    In den letzten Jahrzehnten wird viel vom Heili­gen Geist geredet. Manchmal werden psychische Tumulte und ein Aufpeitschen der Gefühle für die Wirkung des Heiligen Geist gehalten. Solche Erlebnisse interessieren mich nicht. Zur Darstel­lung kommen echte Einbrüche des Heiligen Gei­stes...

    112 Seiten, 2,- €

    Menschen berichten...

    Auf dem schmalen Weg kam Lydia an eine Stelle, wo drei Männer dabei waren, unentwegt andere Pilger in schwarze Särge zu legen. Es wurde Lydia deutlich gemacht: das sind Gläubige, die über die Sünden der anderen reden, die kritisieren, verurteilen, verdammen; Gläubige, die andere abschreiben und "beerdigen" und dabei ihr Ziel verfehlen. Sie konnten auf dem schmalen Weg nicht weiter gehen...

    Aus dem Buch "undefinedIm Paradies"

    Erweckung

    Erweckungen bleiben nicht aus, wenn die Christen aufhören, über die Sünden der anderen zu sprechen, sondern ihre eigene Sünde bekennen. (Corrie ten Boom)

    Zitat Dr. Koch

    "Das Kreuz von Golgatha ist das große Mahnmal des Sieges und der Befreiung von allen Finsternismächten. Wer zum Kreuz kommt, hat teil an diesem Sieg Jesu Christi."